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Konjunkturkrise in Deutschland
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Von Audi über Siemens bis Volocopter: In diesen Unternehmen werden Jobs abgebaut

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Unternehmen wollen in Deutschland in den nächsten Jahren tausende Jobs streichen. Immerhin soll dies meistens ohne Entlassungen vollzogen werden. 


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Das Spektrum ist breit. Es reicht von einem Profiteur der Corona-Pandemie über trendige Konsumartikel bis zu Logistik, Autos und Maschinenbau. In vielen Unternehmen sollen in den nächsten Jahren Stellen wegfallen. Nachfolgend eine Auflistung der größten Ankündigungen, die alleine in den vergangenen vier Wochen veröffentlicht wurden.

Adidas, Audi und Co.: Bei diesen Unternehmen fallen Jobs weg

Adidas: Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach bei Nürnberg muss sparen. 500 Stellen sollen wegfallen.

Audi: Die Flaute auf dem Automarkt trifft auch den Oberklasse-Hersteller mit einem Werk in Neckarsulm. Insgesamt sollen 7500 Stellen gestrichen werden, vereinbarten Vorstand und Betriebsrat. Wie sie sich auf die beiden deutschen Standorte Ingolstadt und Neckarsulm aufteilen, wurde noch nicht mitgeteilt. Im Werk Neckarsulm arbeiten mehr als 15.000 Beschäftigte, in Ingolstadt mehr als 30.000.

Biontech: Vor drei Jahren noch war der Impfstoffhersteller Biontech einer der Stars unter den deutschen Unternehmen, tilgte mit seinen Gewerbesteuerzahlungen auf einen Schlag sämtliche Schulden der Stadt Mainz und sorgte für volle Stadtkassen in Idar Oberstein und Marburg. Nun hat die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen massiv nachgelassen, die Entwicklung neuer Medikamente verschlingt viel Geld und sorgt für Verluste. Die Folge: In den nächsten Jahren sollen 950 bis 1350 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem an den drei deutschen Standorten.

Cariad: Bei der IT-Tochter des VW-Konzerns sollen 1600 Arbeitsplätze wegfallen.

Bei Audi, Biontech, Siemens und vielen weiteren Unternehmen stehen Stellenstreichungen an.
Bei Audi, Biontech, Siemens und vielen weiteren Unternehmen stehen Stellenstreichungen an.  Foto: dpa (Symbolbilder), Montage: Stimme.de

Ceratizit: In Besigheim werden 350 Stellen gestrichen

Ceratizit: Hiobsbotschaft in Besigheim: Der Luxemburger Konzern, der erst 2017 die Komet-Gruppe übernommen hat, macht das einstige Stammwerk am Neckar und einen weiteren Standort in Empfingen dicht. Alleine in Besigheim verlieren mehr als 350 Mitarbeiter ihre Jobs, weitere 200 sind es in Empfingen. Komet stellt Bohrer und andere Schneidwerkzeuge mit Hartmetallklingen her. Ceratizit hat sich auf diverse Wolfram- und Hartmetall-Produkte spezialisiert. Nach der Übernahme war die Belegschaft schon nahezu halbiert worden, nun macht der einst größte Arbeitgeber von Besigheim ganz dicht.

DeutscheBank: Konzernchef Christian Sewing kündigte an, dass Deutschlands größtes Geldinstitut eine weitere Sparrunde einläutet. Dabei sollen 2000 Stellen gestrichen werden und mehrere Filialen in Deutschland schließen. Welche Standorte bei Deutscher Bank und Postbank betroffen sind, wird noch verhandelt.

Deutsche Post: Auch Deutschlands größter Logistiker will sparen: Bei der Deutschen Post sollen 8000 Stellen entfallen. Noch radikaler ist die dänische Post: Sie stellt zum Jahresende die Briefzustellung ein und liefert nur noch Pakete aus.

Puma: Nicht nur der Nachbar in Herzogenaurach will sparen. Auch Puma plant den Abbau von 500 Stellen. In diesem Punkt sind die beiden fränkischen Konkurrenten also im Gleichschritt unterwegs.

Job-Abbau bei Siemens: Trifft es auch den kleine Servicestandort Heilbronn?

Siemens: Der Technologieriese verdient gut, will aber noch besser verdienen. Ausgerechnet in den Zukunftssparten E-Ladeinfrastruktur und Automatisierung sollen daher 6000 Stellen gestrichen werden. Ob der kleine Servicestandort Heilbronn betroffen ist, steht noch nicht fest.

Thyssen-Krupp: Der Stahlkonzern will seine kriselnde Automotive-Sparte umbauen. Dabei sollen 1800 Stellen wegfallen. Inwiefern regionale Standorte betroffen sind, ist noch offen. Thyssen-Krupp hat in Heilbronn-Franken Werke in Heilbronn, Leingarten und Weinsberg.

Volocopter: Der insolvente Flugtaxi-Hersteller aus Bruchsal hat zwar in quasi letzter Minute einen Kaufinteressenten gefunden. Dennoch müssen erst einmal 500 der verbliebenen 600 Beschäftigten gehen.

Viele weitere Unternehmen haben seit Beginn des zweiten Halbjahres 2024 Stellenstreichungen angekündigt, darunter VW (35.000), ZF (14.000), Bosch (5500), Commerzbank (3900), Porsche (1900), Schuler (500), Ford (2900 in Köln) sowie Autozulieferer wie Hella, Borg Warner oder Faurecia.

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