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Explodierende Benzinpreise – lohnt sich jetzt der Umstieg auf das E-Auto?

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Die Spritpreise steigen in immer neue Höhen. Für den ein oder anderen ein Anlass mehr, sich intensiver mit einem E-Auto zu beschäftigen. Abgesehen von den niedrigeren Strompreisen gibt es einen weiteren entscheidenden Kostenfaktor.


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Aufgrund der Konflikte im Nahen Osten klettern die Spritpreise in immer neue Höhen. Die neue Arbeitswoche begann für Autofahrer mit einem Schrecken – sofern sie auf die Preis-Anzeigen bei Tankstellen schauten. Im Raum Heilbronn lag der Diesel an den Zapfsäulen am Montagmorgen, 9. März, durchschnittlich bei 2,071 Euro. Auch Super E5 kostet am Montagmorgen um 8.45 Uhr in Heilbronn im Schnitt 2,036 Euro – und lässt damit an den meisten Tankstellen die Zwei-Euro-Marke hinter sich. Ein Ende der Preisspirale scheint nicht in Sicht zu sein. Stabil bleiben hingegen die Strompreise, weshalb sich der ein oder andere nun näher mit einem E-Auto beschäftigt.

E-Auto: Wer zu Hause laden kann, profitiert von extrem niedrigen Preisen

Natürlich variieren auch die Strompreise. Ohne Vertrag zahlt ein Besitzer an einem Schnelllader an der Autobahn unter Umständen auch mal Preise, die in Richtung von einem Euro pro Kilowattstunde (kWh) gehen. Betrachtet man aber den durchschnittlichen Strompreis in Deutschland von 37 Cent pro Kilowattstunde, lädt man zum Beispiel zu Hause sehr günstig. Damit sind die Energiekosten für Besitzer eines vollelektrischen Fahrzeugs nur etwa halb so hoch wie für Besitzer eines Autos mit klassischem Verbrennungsmotor. 

An vielen Tankstellen in Deutschland kosten alle Kraftstoffsorten inzwischen mehr als zwei Euro je Liter. Die Stromkosten für das Laden eines E-Autos sind im Vergleich in der Regel niedriger.
An vielen Tankstellen in Deutschland kosten alle Kraftstoffsorten inzwischen mehr als zwei Euro je Liter. Die Stromkosten für das Laden eines E-Autos sind im Vergleich in der Regel niedriger.  Foto: Frank Hammerschmidt

Der ADAC rechnet immer wieder nach. Ein Fahrzeug wie der VW Golf kostet bei einem Benzinpreis von zwei Euro rund zwölf Euro pro 100 Kilometer. Zieht man das vergleichbare E-Auto heran, den VW ID.3, und nimmt einen vergleichsweise hohen Strompreis von 69 Cent  pro kWh, den man mitunter an Schnelladern bezahlt, liegen die Kosten rund einen Euro niedriger. Bei geringeren Strompreisen lässt sich entsprechend noch mehr einsparen.

Heilbronn als Spitzenreiter: Hier können E-Autofahrer am einfachsten laden

Apropos laden: Das Netz an Ladesäulen wird zumindest in den großen Städten und entlang von Autobahnen dichter. Fakt ist aber auch, wie eine Erhebung des Autoverbandes VDA aus dem November vergangenen Jahres zeigt: In rund einem Drittel aller deutschen Gemeinden gibt es immer noch keinen öffentlichen Ladepunkt. E-Auto-Fahrer in Baden-Württemberg können an immer mehr Ladesäulen die Batterie aufladen – die Versorgung schwankt je nach Region allerdings deutlich. Das zeigt eine Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur und des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) durch den Verband der Automobilindustrie (VDA).

Das beste Verhältnis von E-Autos zu öffentlich zugänglichen Ladepunkten hat den Angaben zufolge die Stadt Heilbronn. Auf einen Ladepunkt kommen hier rechnerisch 4,8 E-Autos. Das reicht auch für den bundesweiten Spitzenplatz. Im Land folgen Ulm (8,5) sowie Heidelberg und der Alb-Donau-Kreis (jeweils 9,4). Stuttgart (9,6) und Freiburg (10,5) schneiden in dem Ranking ebenfalls gut ab. 

Preisabstand von Verbrennern und E-Autos zuletzt immer weiter gesunken

Ja nach Anbieter, ob mit oder ohne Vertrag, schwanken auch hier in der Region die Ladepreise für Strom. Die reinen Energiekosten sind aber nur ein Punkt von vielen, die es zu betrachten gilt. In den vergangenen Jahren waren die hohen Neuwagenpreise für E-Autos oft ein Hinderungsgrund für Verbraucher. Hier hat sich zuletzt aber viel getan. „Erstmals ist der Preisabstand zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor mit 1589 Euro unter die Grenze von 2000 Euro gerutscht“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Bochum. Das Institut hat dafür unlängst eine Studie erstellt. 

Gemessen wurden dabei die sogenannten Transaktionspreise von den jeweils 20 meistverkauften E-Autos und Verbrennermodellen auf dem deutschen Automarkt. Der Transaktionspreis ist der Preis, den der Autokäufer tatsächlich am Ende bezahlt – also inklusive Rabatt. Zudem kommen nun vermehrt kleine und günstigere E-Autos auf den Markt. So hat unter anderem auch der VW-Konzern mit Modellen wie dem ID.Polo oder dem Cupra Born Stromer zu Preisen um die 25.000 Euro angekündigt. Auch Audi bringt im Lauf des Jahres ein vollelektrisches Einstiegsmodell auf den Markt, den A2 E-Tron für um die 40.000 Euro als Basispreis.

Staatliche Förderung von bis zu 6000 Euro rückwirkend zum 1. Januar

Seit Jahresbeginn gibt es zudem finanzielle Anreize vom Staat. Alle Verbraucher, die E-Autos und bestimmte Plug-In-Hybride mit mindestens 80 Kilometern elektrischer Reichweite ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen haben, können eine staatliche Förderung beantragen – wenn sie unter der  Einkommensgrenze von 80.000 Euro pro Haushalt liegen. Pro Kind gibt es zusätzlich bis zu 500 Euro, insgesamt maximal 1000 Euro extra. Die Förderung gilt auch rückwirkend ab Jahresbeginn.

Sie ist ausschließlich für Privathaushalte gedacht, also nicht für Firmenfahrzeuge – und nur für Neuwagen. Das Programm umfasst sowohl Kauf als auch Leasing. Je nach Einkommen und Familiengröße können Fördermittel von 1500 bis maximal 6000 Euro beantragt werden.  

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