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Breuninger-Deal gescheitert: 31 Interessenten – kein Käufer

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Der geplante Milliardenverkauf der Stuttgarter Warenhauskette Breuninger endet offenbar ohne Ergebnis. Vor allem die Immobilien spielten eine zentrale Rolle.


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Der geplante Verkauf der Warenhauskette Breuninger aus Stuttgart ist offenbar gescheitert. Wie berichtet, hatten die beiden Eigentümerfamilien im Sommer 2024 einen formellen Verkaufsprozess gestartet. Dieser sei inzwischen  beendet worden, schreibt die „Wirtschaftswoche“ und beruft sich dabei auf das Umfeld des Unternehmens.

Verkauf der Warenhauskette Breuninger aus Stuttgart offenbar gescheitert

Über die BSG Beteiligungs-GmbH, die 80 Prozent an der Holding hält, kontrollieren die Familien des Rechtsanwalts Wienand Meilicke und des früheren Breuninger-Chefs Willem van Agtmael das Unternehmen.

Die Geschäfte bei Breuninger laufen: 2024 setzte die Stuttgarter Warenhauskette 1,3 Milliarden Euro um. Dennoch wollen die Eigentümer das Handelsgeschäft und die Immobilien verkaufen.
Die Geschäfte bei Breuninger laufen: 2024 setzte die Stuttgarter Warenhauskette 1,3 Milliarden Euro um. Dennoch wollen die Eigentümer das Handelsgeschäft und die Immobilien verkaufen.  Foto: Bernd Weißbrod

Im August 2024 war bekanntgeworden, dass sie sich sowohl vom Handelsgeschäft als auch von den Immobilien trennen wollten. Der Gesamtwert wurde auf mehr als zwei Milliarden Euro taxiert. Rasch bekundeten erste Investoren Interesse.

Unter den Kaufinteressenten fanden sich viele bekannte Unternehmen

Mit der Zeit soll sich die Zahl der potenziellen Käufer laut einer Aufstellung der Investmentbank Macquarie auf 31 summiert haben. Einige Interessenten seien demnach nur am Warenhausbetrieb interessiert gewesen, andere dafür nur an den Immobilien. Eine dritte Gruppe umfasste Unternehmen, die sich vorstellen konnten, beide Bereiche zu übernehmen. Für das Handelsgeschäft hatten bekannte Namen wie die spanische Warenhauskette El Corte Inglés und der französische Luxushändler Galeries Lafayette ihr Interesse bekundet, hieß es.

Und auch Amazon soll unter den Interessenten gewesen sein. Der Onlineversandhändler hatte es möglicherweise auf das gut gehende Onlinegeschäft von Breuninger abgesehen. Immerhin generiert Breuninger 50 Prozent seines Umsatzes mittlerweile online – für den Einzelhandel durchaus respektabel. Unter den potenziellen Bietern für die Immobilien seien auch institutionelle Investoren wie die Frankfurter Fondsgesellschaften Deka, DWS und Union Investment gewesen.

Perspektive des stationären Einzelhandels hält Interessenten am Ende ab

Im Frühjahr 2025 sollte der Verkauf einem internen Zeitplan zufolge weitgehend abgeschlossen sein. Allerdings sei es von Anfang an nicht rund gelaufen, berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Verhandlungskreise. Am Ende habe sich keiner der potenziellen Käufer zu einem Angebot durchringen können. Nicht wegen Breuninger an sich – immerhin setzte die Gruppe 2024 rund 1,3 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen Überschuss von 30 Millionen Euro. Das ist für den Einzelhandel respektabel.

Vielmehr haben Interessenten wegen der generell schwachen Perspektiven des stationären Einzelhandels Abstand genommen. Immerhin soll es bis zuletzt Interessenten für die Immobilien gegeben haben – aber eben auch nur für die Immobilien. Das wiederum lehnten die Eigentümerfamilien ab: Sie hätten kein Interesse, die Filialen weiter zu betreiben und fortan Miete zu zahlen. Das sei wirtschaftlich wenig sinnvoll. Breuninger selber äußert sich zu Spekulationen generell nicht, wie das Unternehmen auch schon gegenüber der Heilbronner Stimme sagte.

Breuninger betreibt 13 Häuser – darunter in Stuttgart und Ludwigsburg – sowie einen in zehn Ländern aktiven Online-Shop. 6500 Mitarbeiter arbeiten für den Modehändler, der sich in seiner Geschichte auch in Heilbronn hatte ansiedeln wollen. Beide Anläufe scheiterten jedoch.

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