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Bosch-Werk Waiblingen schließt 2028 – mehr als 500 Beschäftigte betroffen

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Bosch hat sich mit dem Betriebsrat auf die Rahmenbedingungen für das Ende der Produktion von Autoteilen am Standort Waiblingen geeinigt. Das Werk dort soll Ende 2028 schließen. Knapp 220 Beschäftigte können an andere Standorte wechseln.


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Die schlechten Nachrichten aus der Automobilindustrie reißen nicht ab: Bosch gibt die Produktion von Autoteilen in Waiblingen auf, das Werk wird Ende 2028 geschlossen. Davon sind 560 Beschäftigte betroffen, für die Unternehmen und Betriebsrat nun einen Sozialplan vereinbart haben.

Knapp 220 von ihnen können an andere Bosch-Standorte wechseln. Der Personalabbau bei Bosch solle nach Angaben von Bosch möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Angebote für Altersteilzeit und Vorruhestand sowie freiwillige Abfindungen.

Autosparte von Bosch steckt schon länger tief in der Krise

Als Grund für das Ende der Produktion nannte Bosch neben den zu hohen Kosten den Rückgang im Umsatz für Verbindungstechnik-Produkte. Auf dem europäischen Markt sei dieser in den vergangenen acht Jahren um knapp die Hälfte gesunken.

In der Unternehmenssparte Mobility verzeichnet Bosch weltweit eine jährliche Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro. „Wir müssen dringend an der Wettbewerbsfähigkeit im Mobility-Bereich arbeiten und unsere Kosten weiter dauerhaft senken. Dazu setzen wir viele Hebel in Bewegung. Bedauerlicherweise kommen wir dabei auch nicht um einen Stellenabbau herum. Das schmerzt uns sehr, doch es führt leider kein Weg daran vorbei“, sagt Bosch-Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Stefan Grosch.

Bosch-Gewinn ist im vergangenen Jahr um die Hälfte eingebrochen

Milliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen haben den Gewinn von Bosch deutlich schrumpfen lassen. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück. Das hat Bosch mitgeteilt. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt. Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck der Konzern steht. Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht. Selbst im Corona-Jahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro operativen Gewinn eingefahren. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91 Milliarden Euro. Dennoch: Die Marge liege „deutlich unter zwei Prozent des Umsatzes“, schrieb Konzernchef Stefan Hartung unlängst in einer internen Nachricht. 

Die Aussichten für 2026 seien ebenfalls nicht gut, so Hartung weiter. Einerseits koste der sozialverträgliche Stellenabbau viel Geld. Zudem werde sich 2026 seiner Meinung nach das Wachstum in China und den USA abschwächen. Für Europa und insbesondere Deutschland seien die Prognosen ohnehin nicht gut. Langfristig will Bosch eine Rendite von sieben Prozent erwirtschaften, aber laut Vorstandschef Hartung erst deutlich nach 2026“.

Bosch: Bis 2030 fallen im Automobilbereich mehr als 20.000 Stellen weg

Bis 2030 sollen allein im Automobilbereich von Bosch mehr als 20.000 Stellen wegfallen. Dass es dabei bleibt, ist nicht garantiert: Es sei „nicht sichergestellt, dass es nicht neue Maßnahmen geben muss“, so Konzernchef Hartung: „Nur in der Dimension, wie wir das jetzt machen mussten im letzten Jahr, wird es mit Sicherheit jetzt nicht sofort wieder Maßnahmen geben.“ Das könne er ausschließen.

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