Bei Audi und VW soll es weniger Homeoffice geben
Im VW-Konzern wird darüber diskutiert, wie oft Beschäftigte im Homeoffice bleiben dürfen. Vor allem der Sonderweg von Audi steht auf der Kippe.
Immer mehr große Unternehmen machen die Rolle rückwärts beim Thema Homeoffice. Während es in der Pandemie und danach sehr großzügige Regelungen gab, holen nun immer mehr Firmen ihre Beschäftigten wieder zurück ins Büro, unter anderem Teile der Schwarz-Gruppe oder der IT-Dienstleister Bechtle.
Nun nimmt die Diskussion im VW-Konzern immer mehr an Fahrt auf. Bei Audi wird aktuell über ein großes Sparprogramm verhandelt, Bestandteil dabei ist auch das Thema Homeoffice.
Homeoffice bei Audi: Nur noch ein Tag von zu Hause arbeiten?
Homeoffice gehört zu jenen Themen, die Audi-Chef Gernot Döllner schon lange ein Dorn im Auge sind. Daher stehen hier drastische Forderungen im Raum. Dem Betriebsrat zufolge sollen Tarifangestellte künftig vier Tage vor Ort tätig sein, Führungskräfte immer.
Aktuell können die Audi-Beschäftigten in Absprache mit ihrer Führungskraft so viel mobil arbeiten, wie sie möchten. Zudem berichten die Arbeitnehmervertreter von einer „Einführung des Direktionsrechts“ – damit soll die Versetzung einzelner Beschäftigter ohne Mitsprache der Betroffenen und des Betriebsrats möglich sein.
Audi-Pläne zu mobilem Arbeiten – VW will wohl zwei statt vier Tage Homeoffice
Bei der Konzernmutter VW konnten die Beschäftigten seither bis zu vier Tage Homeoffice machen. Nun soll es künftig nur noch die Hälfte sein. In diesem Zusammenhang sorgt ein Schreiben von Markenchef Thomas Schäfer an Teile der Belegschaft für Unruhe. „Der persönliche Austausch und das spontane Gespräch sind von unschätzbarem Wert“, heißt es in der Mail. Der 54-jährige Schäfer bezeichnet sich selbst als „großen Fan von Anwesenheit“.
In einer Betriebsvereinbarung sei festgelegt, dass bis zu vier Tage Homeoffice möglich seien - und die habe Bestand, heißt es aus Kreisen des VW-Betriebsrats. „Entscheidend ist wie bisher auch die jeweilige dezentrale Absprache mit der direkten Führungskraft vor Ort“, steht in einer Mitteilung des Betriebsrats an die Beschäftigten an den deutschen Standorten.
VW-Betriebsrat über Homeoffice: „Ansage aus dem Vorstand sorgt für Verunsicherung“
„Die Ansage aus dem Vorstand sorgt bei Beschäftigten und Führungskräften für Verunsicherung, weil sie als verbindliche Vorgabe verstanden wird“, sagt ein Sprecher des VW-Betriebsrats. „Die Arbeitnehmervertretung dagegen versteht diese Ansage allenfalls als Leitlinie, die eine grobe Orientierung geben soll, aber mitnichten jeden Einzelfall regelt.“ Denn die Ansage aus dem Vorstand könne schon rein faktisch eine Abkehr von der Betriebsvereinbarung sein, die weiterhin gültig sei.
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