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Kritik an Sparprogramm
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Audi-Betriebsratschef: „Wenn das Unternehmen nicht einlenkt, gibt es Rambazamba“

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Bei den Verhandlungen über das geplante Sparprogramm bei Audi zeichnet sich keine Lösung ab. Der Betriebsrat informiert am Dienstag die Beschäftigten über den aktuellen Stand.


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Weniger Absatz, weniger Gewinn, weltweite Krisen und ein schleppender Hochlauf der Elektromobilität: Bei Audi soll massiv gespart werden. Rund sechs Wochen ist es her, als der Betriebsrat des Unternehmens in den deutschen Werken in Ingolstadt und Neckarsulm Flugblätter verteilt hat, mit einer „Schonungslos-Liste“, die aufzeigt, wo der Vorstand überall den Rotstift ansetzen will. An diesem Dienstag, 11. März, informieren die Arbeitnehmervertreter über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit dem Vorstand. Aktuell wird an den beiden deutschen Standorten des Autobauers erneut ein Flugblatt verteilt, das der Heilbronner Stimme vorliegt.

Audi-Betriebsratschef: „Diese einseitigen Forderungen akzeptieren wir nicht“

Mittlerweile hat es sechs Verhandlungstage in den vergangenen drei Wochen gegeben. Die Vertreter des Unternehmens würden in allen Bereichen weiterhin auf ihren Maximalforderungen beharren“, heißt es in dem Schreiben an die Beschäftigten.

Der Betriebsrat nennt unter anderem die Auslagerung verschiedener Bereich wie der Gastronomie, die Streichung tariflicher und betrieblicher Zulagen, die Rückführung der 40 Stundenverträge auf 35 Stunden sowie die Reduzierung der Erfolgsbeteiligungen. „Diese einseitigen, umfangreichen und tiefgreifenden Forderungen zu lasten der Beschäftigten akzeptieren wir nicht“, sagt Gesamtbetriebsratschef Jörg Schlagbauer.

Audi-Verantwortlicher: „Wir sind in konstruktiven Verhandlungen“

Das Unternehmen selbst hält sich relativ bedeckt zum aktuellen Stand rund um das Sparprogramm. Vor etwas mehr als einer Woche hatte sich der Verhandlungsführer von Audi im Intranet des Autobauers über die Verhandlungen geäußert. „Wir sind in konstruktiven Verhandlungen“, sagt Jochen Haberland, Leiter der Abteilung Arbeitsbeziehungen, Grundsatzfragen, HR Compliance.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Audi und für die gesamte Branche zunehmend würden sich verschärfen. Politische Unwägbarkeiten und ein enormer Wettbewerbsdruck stellten das Unternehmen vor Herausforderungen, die es so noch nicht gegeben hat. „Wir müssen reagieren und brauchen tiefgreifende Veränderungen – Audi braucht einen Neustart“, so Haberland.

Betriebsrat von Audi stellt Forderungen auf

Eigentlich wollten beide Seiten die Verhandlungen bis zur Bekanntgabe der Finanzergebnisse für 2024 am nächsten Dienstag beenden. Davon scheint man nun aber immer noch ein großes Stück entfernt zu sein. „Wenn das Unternehmen hier nicht zeitnah einlenkt, gibt es Rambazamba, notfalls auch in der Friedenspflicht“, sagt Audis Betriebsratschef Jörg Schlagbauer. Man werde sich gegen die „Liste des Grauens“ entschieden zur Wehr setzen und bereite sich auf „alle Eventualitäten“ vor, so Schlagbauer.

Voraussetzungen für einen Abschluss und eine Absenkung der Arbeitskosten sind dem Flugblatt zufolge sechs zentrale Forderungen des Betriebsrats. Dazu gehöre unter anderem die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie über 2029 hinaus, keine Auslagerungen sowie Investitionen in die deutschen Standorte. Unter anderem soll es eine Zusage für ein neues Verbrennermodell aus dem Konzernverbund zur Beschäftigungssicherung am Stammsitz in Ingolstadt geben.

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