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Audi streicht 7500 Jobs – so kommt der geplante Stellenabbau voran

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Im Frühjahr 2025 wurde bei Audi im Rahmen einer neuen Zukunftsvereinbarung festgeschrieben, dass in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts 7500 Jobs wegfallen sollen. Was hat sich seither getan? 


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Ob Absatz, Gewinn oder Rendite: Zuletzt zeigten die Zahlen bei Audi deutlich nach unten. Daher hat die VW-Tochter im Frühjahr 2025 mit einer neuen Zukunftsvereinbarung eine umfassende Neustrukturierung gestartet. Schließlich soll Audi mittel- und langfristig 13 Prozent oder besser noch mehr Rendite erwirtschaften.

Ohne sparen geht das nicht: 7500 Stellen fallen bis Ende des Jahrzehnts weg, die Kosten sollen vor allem in der Produktion und der Technischen Entwicklung deutlich sinken. Beim Stellenabbau ist der indirekte Bereich betroffen - also alles außerhalb der Produktion. 

Audi streicht 7500 Stellen: Fortschritte bei Personalstruktur und Organisation 

Maßgeblich begleitet wird die Neuausrichtung bei Audi von Yvonne Bettkober, die seit März 2025 Leiterin der Transformation beim Autobauer ist. Sie sieht Audi bisher auf einem guten Weg.

„Die Personal-Transformation ist gut vorangekommen. Wir haben mit der Zukunftsvereinbarung Weichen gestellt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mittlerweile sind mehr als 1000 Vorruhestandsverträge unterschrieben worden“, sagt Bettkober im Interview mit der Heilbronner Stimme. „Wir haben eine Führungsebene weniger und mehr als 80 Prozent der Gremien im Unternehmen gestrichen. Da sind wir schon deutlich schlanker als Unternehmen.“

Keine betriebsbedingten Kündigungen bei Audi möglich bis Ende 2033

Der Personalabbau soll ausschließlich über Altersteilzeitprogramme und Vorruhestandsregelungen laufen. Abfindungen wie beim Mutterkonzern Volkswagen sind nicht vorgesehen. Bis 2027 ist der Wegfall der ersten 6000 Stellen geplant, weitere 1500 dann bis Ende 2029. Im Gegenzug wurde die Beschäftigungssicherung bis 2033 verlängert, betriebsbedingte Kündigungen sind bis dahin ausgeschlossen.

Mittelfristig, so ab dem Start ins neue Jahrzehnt, will Audi durch die Maßnahmen mehr als eine Milliarde Euro jährlich bei den Personalkosten einsparen, um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. „ Eines habe ich in meiner Anfangszeit bei Audi schnell verstanden: Wir haben viele Mitarbeiter, deren Kinder auch einmal bei Audi arbeiten wollen“, so Transformationschefin Bettkober. „Nun gilt es, die Grundlage dafür zu schaffen.“

Audi-Transformationschefin: „In Neckarsulm passiert bereits einiges im Bereich KI“

Audi habe mit Blick auf die laufenden Modelloffensive, der Definition der neuen Designsprache und den baldigen Start in der Formel 1 schon sehr viel erreicht im vergangenen Jahr, betont Bettkober. Ein Unternehmen mit mehr als 80.000 Menschen in Bewegung zu setzen, ist ein Kraftakt. Wir haben ein Momentum aufgebaut – und nutzen es, um den Wandel weiter zu beschleunigen“, sagt die 51-Jährige. Im Unternehmen sei Aufbruchstimmung zu spüren. Im laufenden Jahr gelte es nun, die Digitalisierung noch einmal deutlich beschleunigen. „Bei Audi in Neckarsulm passiert ja bereits einiges im Bereich KI. Da ist auch die Nähe um Ipai in Heilbronn von großem Vorteil“, so Bettkober. „Ich denke, dieser Austausch ist enorm wertvoll.“

Bettkober war in ihrer Karriere bereits bei Unternehmen wie Microsoft und Amazon in Führungspositionen tätig. Von der Techbranche könne auch Audi lernen. In diesen Firmen gebe es ein besonderes Mindset: „Ein Fehler ist nicht das Ende der Welt. Man will sogar Fehler machen, denn man lernt schnell daraus und kann Dinge korrigieren“, erklärt die Transformationschefin der VW-Tochter. Der Weg sei noch lang, aber man setze sich bei Audi klare Ziele, wo das Unternehmen jeweils zum Jahresende stehen will: „Das sind dann Etappensiege.“

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