Sechs desolate Minuten brechen dem VfR Heilbronn gegen Friedrichshafen das Genick
Der VfR Heilbronn präsentiert sich gegen den VfB Friedrichshafen erneut nicht wie ein Absteiger – bis aufgrund eines sechsminütigen Blackouts aus einem 1:0 ein 1:3 wird.
Den Abstieg aus der Fußball-Verbandsliga Württemberg kann der VfR Heilbronn sechs Spieltage vor dem Schluss nicht verhindern. Was er noch kann, ist eine – auch von Sportdirektor Alexander Thomas geforderte – „Abschiedstournee mit Anstand“ hinzulegen. Und den an der Saure-Gurken-Saison schuldlosen Andreas Lechner nicht zum schlechtesten Trainer der jungen Historie zu machen. Der Auftakt dazu soll am Samstag, 2. Mai, ab 14 Uhr gegen den VfB Friedrichshafen erfolgen. Beim 1:3 klappt das jedoch nicht.
16 Niederlagen in 26 Partien sprechen eine deutliche Sprache, warum der VfR Heilbronn nach zweijährigem Aufenthalt in der sechsten Spielklasse nun den Gang in die Landesliga antreten muss. Zumal gleich sieben weitere Begegnungen mit einem Remis geendet sind. In der Hinrunde gab es allerdings nicht einmal eines dieser Unentschieden beim Aufsteiger VfB Friedrichshafen. Vielmehr hat dieser mit einem Heimsieg über den VfR gleich die Wirkung des ersten Trainerwechsels der Saison verpuffen lassen.
Kapitän kehrt nach abgesessener Sperre in die Startelf des VfR Heilbronn zurück
Obwohl das Hauptaugenmerk der Fans des VfR Heilbronn wegen des feststehenden Abstiegs mehr auf der anstehenden Frankenstadion-Teilung mit dem Regionalligisten SGV Freiberg liegt, lohnt sich die Abschiedstournee. Denn in seinen letzten beiden Partien hat der VfR sechs Tore erzielt – fast ein Fünftel seiner Gesamttreffer. Beim Heimspiel gegen den VfB Friedrichshafen kann Trainer Andreas Lechner zudem wieder auf Kapitän Anthony Syhre zurückgreifen, der nach abgesessener Sperre die Abwehr verstärkt.
Der VfR Heilbronn versucht von Beginn an, das Spiel gegen den VfB Friedrichshafen zu machen. Und hat gleich eine gute Chance in der ersten Minute. In der Folge tut sich dann aber weniger in den Strafräumen, die Partie findet primär im Mittelfeld statt. Bis ein Freistoß von Leorant Marmullaku für Jubelschreie sorgt, doch sein Schuss geht Millimeter über das Tor von Patrick Benz (24.). Auch die Gäste kommen zu einer Möglichkeit, die allerdings in den Armen von VfR-Keeper Nils Leidenberger verpufft (23.).

VfR Heilbronn geht zunächst in Führung und dann binnen sechs Minuten unter
In der 35. Minute ist es erneut Marmullaku, der die Führung für den VfR Heilbronn auf dem Fuß hat. Nur schießt auch er den Ball direkt auf den Torwart des VfB Friedrichshafen. Mit dem Spielstand von 0:0 geht es bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Nebenrasenplatz am Frankenstadion in die Halbzeitpause. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff nimmt die bis dato torlose Begegnung plötzlich Fahrt auf – mit dem 1:0 des VfR. Diesmal belohnt sich Marmullaku nach Vorarbeit von Julian Schiffmann.
Jedoch währt die Führung des VfR Heilbronn gegen den VfB Friedrichshafen lediglich kurze Zeit – und schlägt sogar ins Gegenteil um. Zunächst erzielen den Gäste den Ausgleich (54.), dann gehen sie durch ein Pingpong-Eigentor mit 2:1 in Führung (58.) und bauen diese noch durch Pascal Rasmus auf 3:1 aus (60.). Binnen sechs desolater Minuten, die nach bislang eigentlich gutem Spiel des VfR zeigen, warum er zurecht Schlusslicht ist. Friedrichshafen kann das geschenkte Ergebnis bis zum Abpfiff verwalten.
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