Trotz Roter Laterne: Darum kann dem VfR Heilbronn der Klassenerhalt gelingen
Der VfR Heilbronn ist zwar Tabellenletzter, doch noch sind 14 Partien zu spielen. Und die Chancen auf den Klassenerhalt stehen nun so gut wie selten, meint unser Autor.
Sprichwörtlich frisst der Teufel in der Not Fliegen. Weil der Gehörnte mit dem Pferdefuß aber im Glauben der Menschen eh schon ganz unten angesiedelt ist, muss er das demzufolge nicht – zumal ein weiterer Abstieg dem Beelzebub rein geografisch vergönnt bleibt. Ganz im Gegensatz zum aufstrebenden VfR Heilbronn. Das momentane Schlusslicht der Fußball-Verbandsliga Württemberg blickt tief in das Abstiegsauge, frisst aber darob längst noch keine Fliegen, sondern bedient sich einer Delikatessen-Abteilung.
In der größten Krise seiner noch jungen Reinkarnation des Ex-Kultklubs vertraut Gründer und Vorsitzender Onur Celik seinen Erfolgsinstinkten. Und reagiert auf personelle Missverständnisse, die sich aus dem zuvor des bislang von ihm fast in Eigenregie geführten VfR Heilbronn ergeben haben. Zunächst gibt er Verantwortung ab – indem er mit dem Juristen Alexander Thomas einen Sportdirektor einsetzt, der auch im Aufsichtsrat des Regionalligisten FV Illertissen sitzt. Fliegen sind eben nicht des VfR Ding.
Führung des VfR Heilbronn formt Spieler zu einer konkurrenzfähigen Mannschaft
Und treffen auch nicht den Geschmack seines neuen Sportdirektors. Gemeinsam gelingt es Onur Celik und Alexander Thomas die vakante Trainerstelle mit Andreas Lechner zu besetzen. Der wiederum genießt beim VfR Heilbronn nach zwei gemeisterten Aufstiegen ohnehin Kultstatus – und ist laut Thomas „glücklicherweise frei“ sowie bereit, „die Aufgabe anzugehen“. Das Triumvirat beginnt mittels Hilfe der loyalen Mitstreiter Zdenko Juric (Teammanager) und Matteo Battista (Co-Trainer) den Brandherd zu löschen.

Das ist der Kader des VfR Heilbronn. Bis zur Winterpause – objektiv betrachtet – lediglich bestehend aus einem Haufen sehr guter Individualisten, aber als Team nur minder dem Klassenerhalt dienlich. Dort setzt das aufgestellte Führungsquintett derweil an – und ein kaum erwartetes Erfolgsgen frei. Bereit für das unmöglich Erscheinende, weil der Teufel in der Not durchaus Zweiflüglern zugetan sein, aber auch sprichwörtlich ein Eichhörnchen sein kann. Und zwar eins, das von unten nach oben klettert.
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