VfR Heilbronn hat Büchse der Pandora geöffnet – Abstieg könnte bittere Folgen haben
Der SGV Freiberg kommt nach Heilbronn – ob als Regional- oder Drittligist. Der angestammte VfR hat demnach nur eine Möglichkeit auf langfristige Koexistenz, meint unser Autor.
Die sportliche Dramaturgie im ohnehin schon schwierigem Abstiegskampf des VfR Heilbronn hat binnen der Woche nochmal an zusätzlicher Brisanz gewonnen. Denn mit der öffentlichen Bekanntgabe, dass Regionalliga-Spitzenreiter SGV Freiberg ab der kommenden Saison im Heilbronner Frankenstadion spielen soll, dürfte zumindest der geworfene Würfel der nach schnellem Profifußball gierenden Stadtverwaltung zu Lasten des Schlusslichts der Fußball-Verbandsliga Württemberg gefallen sein – „alea iacta est“.
Der Satz, den Julius Cäsar bei der Überschreitung des Rubikon gesagt haben soll, trifft bezüglich der Situation des zukünftigen Fußballs in Heilbronn den Nagel auf den Kopf. Denn auch der SGV Freiberg muss auf dem Weg zu seiner neuen, etwa 30 Kilometer entfernten Wirkungsstätte einen Fluss überqueren – den Neckar. Was bei Cäsars Querung den Bürgerkrieg gegen Pompeius auslöste und letztlich seinen Aufschwung zum Diktator bewirkte, dient natürlich in keiner Form dazu, ihn mit Emir Cerkez zu vergleichen.
Der Würfel liegt auf der Seite des SGV Freiberg – zuungunsten des VfR Heilbronn
Der Präsident fühlt sich mit seinem in den Profifußball strebenden SGV Freiberg schon länger in der angestammten Heimat nicht mehr wohl. Da sich die Stadt bezüglich der Auflagen einer 3. Liga kompromisslos zeigt. Emir Cerkez sucht einen Ausweichplatz. Auf Heilbronn kommt er dank einer Bekanntschaft, wie er der Heilbronner Stimme sagt: „Ich kannte nur Onur Celik.“ Der ist Vorsitzender des VfR Heilbronn, bestätigte sein Anbandeln dem „Kicker“ und muss nun um sein „Lebenswerk“ bangen. Alea iacta est.
Auch wenn der SGV Freiberg zukünftig als SGV Heilbronn-Freiberg – oder mit umgekehrten Ortsmarken – die sportliche Fußball-Hochburg der Stadt sein wird, steht der VfR Heilbronn für Tradition, Zuschauer, ehrenamtliches Engagement und Leidenschaft. Dieses Paket ist nicht zu leugnen, wird aber kippen, falls der Verein den Landesliga-Gang antreten muss. Cerkez sieht den VfR zwar als ersten Kooperationspartner, was sich für Zwischen-den-Zeilen-Lesern seiner Aussagen aber schnell ändern könnte.

Vorstände des VfR Heilbronn haben SGV-Freiberg-Büchse der Pandora geöffnet
Dass der 2018 mit großer Hoffnung aus der Asche zurückkehrende Phönix nicht in seine Brandschutt-Belanglosigkeit zurückkehrt, hat der VfR Heilbronn in Anbetracht der Dominanz des SGV Freiberg selbst in der Hand. Auf dem Platz sind es die Spieler, die neben dem Klassenerhalt auch VfR-Geschichte schreiben können, weil sie womöglich nur damit ihren Klub am Leben erhalten. Auf der anderen Seite die Vorstandschaft, die sich wegen der von ihr geöffneten Büchse der Pandora selbst hinterfragen muss.
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