Triumph oder Tristesse? Dem VfB Stuttgart fehlt die 100-Prozent-Leistung
In der Europa League mit 1:2 gegen den FC Porto verloren, in der Fußball-Bundesliga das enorm wichtige Heimspiel gegen RB Leipzig vor Augen. Der VfB Stuttgart muss die Fehler abstellen, fordert unser Autor.
Der VfB Stuttgart steckt in der Klemme. Da ist einerseits Zufriedenheit, dass man es gut mache. 80 Minuten lang habe die Mannschaft gegen den FC Porto einen guten Aufritt hingelegt, sagte Trainer Sebastian Hoeneß nach der 1:2-Heimniederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League. Stimmt. Aber es gab für die Stuttgarter Fußballer ein schlechtes Ergebnis.
In der internationalen Partie zuvor, im Playoff-Heimspiel gegen Celtic Glasgow musste der VfB eine 0:1-Heimpleite hinnehmen. Nach 24:3 Torschüssen sagte Hoeneß: „Das war ein Spiel, das du in 100 Jahren nicht verlieren darfst.“ Stimmt. Aber es gab ein schlechtes Ergebnis.
Individuelle Fehler und Chancenverwertung als VfB-Schwachpunkte
Im Duell mit Celtic hatte die VfB-Defensive gleich in der ersten Spielminute gepennt. 0:1. So blieb es. Gegen den FC Porto verwies der Trainer auf sieben schlechte Minuten in der ersten Hälfte. 0:2. Das war nicht aufzuholen. Der abgezockt aufgetretene Tabellenführer der portugiesischen Liga zeigte dem VfB Stuttgart seine Grenzen auf.
Auf diesem hohen Niveau braucht es 100-Prozent-Leistungen. Aber die Stuttgarter Profis sind dazu nicht in der Lage. Beim 4:0-Sieg in der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg reichten 90 Prozent, weil der Richtung 2. Liga trudelnde VW-Club viel zu schwach war. Beim 2:2 in Mainz und beim 3:3 in Heidenheim wurden Fehler des VfB Stuttgart hart mit Punktverlusten gegen Bundesliga-Kellerkinder bestraft.
Jetzt, da es in die entscheidende Phase der Saison geht, muss der VfB mehr Crunchtime-Qualitäten zeigen. Schon in den kommenden Tagen geht es um ganz wichtige Weichenstellungen. Am Sonntagabend kommt der punktgleiche VfB-Verfolger RB Leipzig nach Stuttgart. Da muss im Rennen um die Teilnahme an der Champions League ein Sieg her. Vierter gegen Fünfter, das ist ein richtungsweisendes Duell. Oben bleiben oder abrutschen?
Beim VfB Stuttgart spitzt sich alles zu – wird die Saison veredelt?
Dann kommt am Donnerstag nächster Woche das Rückspiel beim FC Porto. Geht noch was? Kann der VfB Stuttgart das internationale Ausscheiden verhindern? Ja, wenn weniger entscheidende Fehler gemacht werden. Jetzt muss die Mannschaft von Trainer Hoeneß nachweisen, dass sie wirklich taugt fürs Top-Niveau, dass sie in der Lage ist, diese Saison zu krönen.
Mit dem Einzug in Europas Fußball-Königsklasse über die Bundesliga, mit dem schwäbisch-badischen Halbfinalschlager im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg und der möglichen Cup-Titelverteidigung in Berlin, mit einem Auswärtscoup in Porto und dem Sprung unter die besten acht Mannschaften der Europa League bieten sich dem VfB Stuttgart fantastische Chancen. Aber es könnte auch eine Saison der späten Enttäuschungen werden. Hoeneß und seine Spieler wandeln jetzt auf einem schmalen Grat. Jubeln oder Jammern? Triumph oder Tristesse? Jetzt spitzt sich alles zu. Aber der VfB ist nicht auf 100-Prozent-Niveau.
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