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Wohin steuert die Sport-Union Neckarsulm: Niedergang oder Neuanfang?

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Die Sport-Union Neckarsulm hat als Aushängeschild der Region einige Rückschläge erlitten. Wie sieht es aktuell bei den Handball-, Fußball- und Schwimm-Teams aus? Eine Einordnung unserer Redakteure.

Brust-Spezialistin Bente Fischer wird nach dem Weggang von Matthew Magee nun von Daniel Morse trainiert.
Brust-Spezialistin Bente Fischer wird nach dem Weggang von Matthew Magee nun von Daniel Morse trainiert.  Foto: Andreas Gora

Es ist knapp zwei Jahre her, da titelte die Heilbronner Stimme über die Neckarsulmer Sport-Union: "Mehr als nur Leuchttürme - unangefochten im Spitzenbereich, bunt gefächert im Breitensport". Seitdem hat sich nicht nur der Vereinsname geändert. Aus NSU wurde SUN - Sport-Union Neckarsulm. Wenige Monate nach Erscheinen des Artikels zog der Verein seine Handball-Männer aus der vierten Liga zurück. "Coronabedingt können wir die Mannschaft nicht mehr finanzieren", erklärte der Vorsitzende Rolf Härdtner den Schritt.

Anfang Mai dieses Jahres wurde das Schwimm-Topteam aufgelöst. "Aufgrund der Leistungsentwicklung und des Verhaltens einzelner Sportler", wie der zuständige Vorstand Christian Hirschmann erklärte. Mitte Mai stiegen die Fußballer sportlich aus der Oberliga ab, ein Szenario, das die Bundesliga-Handballerinnen Ende Mai am letzten Spieltag gerade noch verhindert haben. Geht es also dahin mit dem sportlichen Aushängeschild der Region? Oder ist hier lediglich ein Konsolidierungsprozess in Gang gekommen, der nach Jahren unaufhörlicher Erfolge unausweichlich war?

So sieht es beim Handball der Sport-Union Neckarsulm aus

Die Bundesliga-Handballerinnen um Annefleur Bruggeman überstanden die Saison mit einem gehörigen Schreck. Nun folgt erneut ein Neustart.
Die Bundesliga-Handballerinnen um Annefleur Bruggeman überstanden die Saison mit einem gehörigen Schreck. Nun folgt erneut ein Neustart.  Foto: Veigel, Andreas

Bei Neckarsulms Handballerinnen steht das zweite Halbjahr ohne Frage unter dem Motto Neuanfang. Bei den Mannschaften in der Bundes- und Württembergliga lässt sich das allein schon an den neuen Trainerteams und den deutlich veränderten Kadern erkennen.

Während man beim Erstligisten von Trainer Thomas Zeitz angesichts der verschärften Abstiegsregelung in der bevorstehenden Bundesliga-Saison bewusst kleinere Brötchen als im Vorjahr backt, könnten die Fünftliga-Frauen mit eigenem Trainer (Stefan Krebs), separatem Sportdirektor (Branko Dobricic) und einem festen Stamm an Spielerinnen einen Aufschwung erfahren. Die Europapokal-Träume sind allerdings vorerst beerdigt und die Arbeit mit internationalen Top-Talenten ist merklich zurückgefahren worden.


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Bei den Männern in der sechsten Liga ist der Neuanfang bereits in vollem Gange. Das Trainer-Duo Jonas Heilmann/Christian Eiermann macht aus geringen Möglichkeiten nahezu das Optimum - auch sportlich könnte sich das in der neuen Saison bemerkbar machen. Ähnlich rührig sind die Verantwortlichen im Nachwuchsbereich, doch Qualität und Quantität der Jugend-Mannschaften sind zu gering, als dass die Aktiven-Teams mit jungen Spielerinnen oder Spielern verstärkt werden könnten. Und Besserung ist hier (noch) nicht in Sicht.

Das läuft beim Fußball

Frust und Enttäuschung: Nach sieben Jahren Oberliga stiegen die Neckarsulmer Fußballer in die sechsklassige Verbandsliga ab.
Frust und Enttäuschung: Nach sieben Jahren Oberliga stiegen die Neckarsulmer Fußballer in die sechsklassige Verbandsliga ab.  Foto: Berger, Mario

Die Fußball-Sparte der SUN blickt auf eine Krisen-Saison zurück. Zu Saisonbeginn wurde die A-Junioren-Mannschaft aus der Landesstaffel abgemeldet. Der Grund: zu wenige Spieler. Auch bei der zweiten Aktiven-Mannschaft war der Kader zu klein. Dreimal konnte nicht angetreten werden, die Saison endete als Schlusslicht und Absteiger aus der Bezirksliga.

Über ausreichend Spieler verfügte dagegen das Männer-Team eins in der Oberliga. Letztlich mangelte es aber an der nötigen sportlichen Qualität. Der achte Rang zum Rundenstart war die beste Platzierung der kompletten Saison. Ab dem siebten Spieltag ging es runter in den Tabellenkeller, am Ende stand nach sieben Jahren in der Fünftklassigkeit der Abstieg. Da halfen auch zwei Wechsel auf der Trainerposition nicht. Der Image-Schaden für die Sport-Union ist groß. Ob der Niedergang der SUN-Fußballer anhält oder ob die nächste Saison zu einem erfolgreichen Neuanfang wird, bleibt abzuwarten.


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Es soll wieder eine A-Jugend gemeldet werden und in der Verbandsliga lautet die Vorgabe, sich unter den Topteams zu etablieren. Für Team zwei in der Kreisliga A1 wird der direkte Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben.

Das tut sich beim Schwimmen

Landesstützpunkt bleiben die Schwimmer im Sportbad Aquatoll auch nach der Auflösung des Top-Teams und dem Weggang von Ramon Klenz, internationalen Athleten und Cheftrainer Matthew Magee, der zurück in seine australische Heimat ist. Die sportliche Verantwortung im Wasser hat er an den US-Amerikaner Daniel Morse übergeben, der sich neben den Talenten aus dem Junior-Team nun auch um das Brust-Trio Bente Fischer, Nadia Tudo Cubells und Soraya Ebrahimi kümmert. Wie Fischer gehört auch Henning Mühlleitner dem Sporthilfe Perspektivteam für Paris 2024 an, der Olympia-Vierte von Tokio über 400 Meter Freistil plant trotz der geänderten Rahmenbedingungen weiterhin für Neckarsulm zu starten.


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Der 25-Jährige wird nach der verpassten Norm für die WM im Sommer zur Universiade fliegen und sich mit der Konkurrenz messen - wie auch Bente Fischer, deren Ziele in ihrer Spezialdisziplin 200 Meter Brust ebenfalls auf internationalem Level liegen. "Wir wollen zwei bis vier Sportler haben, die auch international unterwegs sind", sagt SUN-Vorstandsmitglied Christian Hirschmann, der ein finanzielles Bekenntnis zum Standort abgegeben hat.

 

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