Das sind die Olympia-Starter in Paris 2024 aus der Region Heilbronn und Hohenlohe
Handballer Sebastian Heymann und Weitspringerin Laura Raquel Müller vertreten die Region bei den Olympischen Spielen. Auch Turner Milan Hosseini ist in Paris – als Ersatzmann.
Am Freitag, 26. Juli, starten die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Bereits zwei Tage vor der feierlichen Eröffnungszeremonie beginnen die ersten inoffiziellen Wettkämpfe – auch mit deutschen Mannschaften. Insgesamt werden Athleten in 32 Sportarten und 48 Disziplinen um 329 Goldmedaillen kämpfen.
Es gibt viele Wege, die nach Paris geführt haben. Leicht ist keiner von ihnen gewesen. Das wissen auch die Athleten aus der Region, die sich für den Saisonhöhepunkt qualifiziert haben. Ein Überblick:
Sebastian Heymann
Im Januar erlebt der 26-Jährige die Heim-Europameisterschaft mit Platz vier. "Da war ich schon sehr dankbar dafür, dass ich die Erfahrung habe sammeln dürfen. Doch dann möchte man natürlich auch immer wieder mehr", sagt der gebürtige Horkheimer, der nach Bundesliga-Jahren bei Frisch Auf Göppingen zur neuen Saison das Trikot der Rhein-Neckar Löwen tragen wird.
Einmal mehr aber wird der Rückraumspieler, den sie in der Szene nur "Basti" rufen, von einer Verletzung ausgebremst. Diesmal ist es der Ellbogen. Sebastian Heymann wird nicht für Olympia nominiert. Ein bitterer Rückschlag. Doch Marian Michalczik zieht zurück, weil seine Frau das erste Kind erwartet.
Bundestrainer Alfred Gislason entscheidet sich gegen Justus Fischer – und vertraut auf einen seiner wurfgewaltigsten Profis. Statt in die Sonne geht es für Heymann doch noch in die Vorbereitung nach Hennef und zum Saisonhöhepunkt an die Seine. "Diesmal bin ich einer von denjenigen, die auch mal das Glück haben dürfen von einer Situation zu profitieren", sagt Sebastian Heymann offen und ehrlich.
Es sind seine ersten Olympischen Spiele. Ein Event, das er schon als Kind vor dem Fernseher verfolgt hat. "Dass ich jetzt bei einem der größten Sportereignisse überhaupt dabei bin und ein kleiner Teil dieses wahnsinnig großen Events sein darf, das macht mich schon ungemein stolz." Der Bundestrainer hat als Ziel das Halbfinale ausgegeben.
Gruppenspiele im Fernsehen: 27. Juli (19 Uhr): Deutschland -Schweden 29. Juli (9 Uhr): Japan - Deutschland 31. Juli (11 Uhr): Kroatien - Deutschland 2. August (16 Uhr): Deutschland- Spanien 4. August (14 Uhr): Deutschland - Slowenien

Laura Raquel Müller
Die letzte Chance scheint dahin. Nach einem Sturz bei den deutschen Meisterschaften Ende Juni in Braunschweig hat die 20-Jährige von der ULG/TSG Öhringen Sorge um ihr Knie. Nichts liegt in dem Moment ferner als der Gedanke an Olympia.
Mit ihrer Bestleistung von 6,81 Meter aus der Halle fehlen der talentierten Weitspringerin aus Verrenberg zwar fünf Zentimeter für die sogenannte Direktnorm, doch über die bereinigte Weltrangliste, wo die Hohenloherin im Frühjahr und bei Meetings im Ausland schon wertvolle Punkte gesammelt hat, schafft es Laura Raquel Müller doch noch und wird vom Deutschen Leichtathletik-Verband vorgeschlagen. Olympische Premiere mit 20 Jahren. "Mein absoluter Traum", sagt das Mitglied des Perspektivteams der Sporthilfe Unterland, "aber so richtig ist es noch immer nicht in meinem Kopf angekommen. Ich glaube es erst, wenn ich im Flugzeug sitze."
Laura Raquel Müller bereitet sich mit einem Großteil der Leichtathletik-Nationalmannschaft in Kienbaum auf Paris vor, ehe sie am 3. August nach Frankreich fliegt. "Dort kann alles passieren", sagt Laura Raquel Müller. Bei der Europameisterschaft in Rom hat sie schmerzvoll erfahren, dass sie mit den Bedingungen im Olympiastadion nicht zurechtgekommen ist. Doch für die Kämpferin ist dies kein Grund, nicht an sich und ihre Ziele zu glauben: "Ich werde mein Bestes geben, versuche mich in der Weltrangliste noch weiter zu verbessern. Und eine Weite um 6,90 Meter habe ich schon drin", sagt die Dritte der Europameisterschaft U 20 des vergangenen Jahres.
6. August (11.15 Uhr): Weitsprung Qualifikation 8. August (20 Uhr): Weitsprung Finale
Milan Hosseini
Die Entscheidung ist Valeri Belenki schwergefallen, dem 22-jährigen Turner und Unterländer Sportler des Jahres nur die Rolle des Ersatzmannes zu geben. Auch, weil der EM-Dritte am Boden an seinem Paradegerät eine Finalchance gehabt hätte. Doch Priorität in Paris hat die Mannschaft. Nach den letzten intensiven Einheiten in Kienbaum hat der Bundestrainer viele lobende Worte für seine Nummer sechs von der TG Böckingen gefunden. "Milan hat bis zum letzten Tag voll durchgezogen und bei allen drei Durchgängen sein Zeug richtig gut gemacht. Seine Augen haben ausgedrückt: Nehme mich doch mit. Es tut mir so leid, er hätte es verdient."
Nun hält sich der Fleiner, der seit Jahren in Berlin lebt und am Stützpunkt trainiert, noch in der Hauptstadt fit – für den Fall der Fälle, denn bis 24 Stunden vor dem Wettkampf darf noch getauscht werden. Ein Bonbon: Von Freitag bis Sonntag fliegt Hosseini nach Paris, bekommt vom Verband Tickets und Hotel, um seine Kollegen live zu sehen. "Wenn die Jungs an die Geräte gehen, ist es aus mit der Entspannung", sagt Milan Hosseini.
27. Juli (11 Uhr): Mehrkampf Qualifikation 29. Juli (17.30 Uhr): Teamfinale Männer 1. August (17.30 Uhr): Mehrkampffinale

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