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„Grüne Hölle“ öffnet ihre Tore zum 24-Stunden-Rennen

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Vier Fahrer aus der Region starten beim traditionsreichen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. So überraschend gut die Wettervorhersagen sind, so wenig überraschend ist die Vorfreude bei den Protagonisten.

Das gibt es nur am Nürburgring: Während sich die Nordschleife und auf ihr in diesem Jahr 24 Stunden lang 141 Fahrzeuge durch die Eifel schlängeln, sind die Fans an der Strecke und auf den Campingplätzen im Motorsport-Fieber.
Das gibt es nur am Nürburgring: Während sich die Nordschleife und auf ihr in diesem Jahr 24 Stunden lang 141 Fahrzeuge durch die Eifel schlängeln, sind die Fans an der Strecke und auf den Campingplätzen im Motorsport-Fieber.  Foto: Gruppe C Photography

Viel Zeit blieb Veranstaltern und Organisatoren am Nürburgring nicht. Eine Woche, um genau zu sein. Doch man ist rund um die Rennstrecke in Rheinland-Pfalz großveranstaltungserprobt, so dass es keine Probleme gab, die Rennstrecke nach dem Musik-Festival Rock am Ring mit rund 90.000 Zuschauern im Fahrerlager-Bereich innerhalb von sieben Tagen wieder für ihre eigentliche Bestimmung herzurichten.

Ohnehin steuerten die ersten Fahrzeuge am Montagvormittag weniger das Fahrerlager an der Grand-Prix-Strecke, sondern vor allem die Campingplätze rund um die Nordschleife an: Die bis zu 250.000 Motorsport-Fans kommen zum Jahreshöhepunkt vor den Fahrern, das hat in der Eifel längst Tradition.

Nürburgring im Sandwich zwischen Le Mans und Spa-Francorchamps

So spät im Jahr wie seit 2019 nicht mehr und mittendrin im 24-Stunden-Sandwich zwischen Le Mans (14./15. Juni) und Spa-Francorchamps (28./29. Juni) springen die Ampeln am Samstag um 16 Uhr auf Grün und eröffnen damit das 53. 24-Stunden-Rennen in der „Grünen Hölle“.

Im Vorjahr sorgte Nebel für eine 14-stündige Unterbrechung und das mit 7:23 Stunden kürzeste Rennen der Geschichte; Ricardo Feller, Dennis Marschall, Christopher Mies und Frank Stippler jubelten im Audi R8 LMS Evo II von Scherer Sport PHX nach nur 50 gefahrenen Runden über den Gesamtsieg.


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Patrick Assenheimer möchte in der Klasse vorne mitfahren

Doch in diesem Jahr könnte es tatsächlich eine trockene Rennwoche werden. Das dürften selbst Heiko Hammel (36) und Patrick Assenheimer (33), die Nordschleifen-Routiniers aus der Region, noch nicht allzu häufig erlebt haben. Auf beide lohnt sich der Blick am Wochenende ganz besonders.

„In einem werksunterstützten Rennauto das 24-Stunden-Rennen zu fahren, ist ein absoluter Traum.“

Heiko Hammel

Assenheimer steht zum insgesamt 15. Mal (vier Klassensiege) am Start des 24-Stunden-Klassikers, sitzt dabei aber erstmals in einem Ford Mustang GT3 (Startnummer 63). Abwechseln wird er sich mit Hubert Haupt, Vincent Kolb und Dirk Müller für das Haupt Racing Team. „Ich denke, wir haben in der Klasse SP9 Pro-Am gute Chancen, vorne mitzufahren – wenn wir fehlerfrei bleiben und ohne Probleme durchfahren“, sagt der Obersulmer, der für den MC Heilbronn startet und 2024 Gesamt-19. geworden war.

Heiko Hammel erneut im VW Golf GTI Clubsport unterwegs

Heiko Hammel muss sich hingegen nicht an ein neues Gefährt gewöhnen. Der Forchtenberger kennt den von Max Kruse Racing eingesetzten VW Golf GTI Clubsport 24h (Startnummer 76) bereits aus dem vergangenen Jahr und ist nun zum insgesamt elften Mal dabei. Weil der VW mit E20-Kraftstoff angetrieben wird, startet der 36-Jährige gemeinsam mit VW-Werksfahrer Benjamin Leuchter, dem siebenmaligen Rallyecross-Weltmeister Johan Kristoffersson und Nicholas Otto in der AT3-Klasse für alternative Treibstoffe.


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„In einem werksunterstützten Rennauto das 24-Stunden-Rennen zu fahren, ist ein absoluter Traum. Das Auto ist perfekt vorbereitet und wir haben ein super Fahrerquartett“, sagt Hammel und schielt zum 50. Geburtstag des VW Golf GTI auf einen Klassensieg.

Auch Fabio Sacchi und Christian Koger im Einsatz

Komplettiert wird das Fahrerfeld aus der Region vom Weinsberger Fabio Sacchi und Christian Koger aus Massenbachhausen. Sacchi (27), im Vorjahr Klassensieger in der SP7, wird im Wechsel mit Benedikt Höpfer einen Porsche Cayman CM12 (Startnummer 448) steuern. Koger (40) wechselt sich mit Thomas Alpiger in der VT2-Front-Klasse hinter dem Lenkrad eines VW Scirocco R TSI von asBest Racing (Startnummer 477) ab.

Als Favorit auf den Gesamtsieg gilt nach den Eindrücken der Rennen der diesjährigen Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) Porsche, denn alle fünf bisherigen Saisonläufe gewann ein Fahrzeug aus Zuffenhausen. Insgesamt werden 141 Fahrzeuge am Start stehen, darunter 29 in der GT3-Top-Klasse SP9. Neben Porsche sind dort auch Aston Martin, Audi, BMW, Ferrari, Ford, Lamborghini und Mercedes-AMG vertreten.

TV-Übertragung

Mit rund 60 Personen ist TV-Sender Nitro am Nürburgring im Einsatz, um von Samstag ab 13 Uhr bis Sonntag, 16.45 Uhr, vom 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu berichten. Die vier Qualifyings werden am Donnerstag (13/20 Uhr) und Freitag (13.20/16.15 Uhr) bei Streamingdienst RTL+ übertragen.


ADAC 24h-Classic-Rennen

Bei Fans und Fahrern gleichermaßen beliebt sind die vor dem 24-Stunden-Rennen ausgetragenen ADAC 24h-Classic. Von 8.50 Uhr bis 11.30 Uhr kämpfen am Sonntag rund 170 Fahrzeuge bis zum Baujahr 1993 um den Sieg. Mit dabei sind Patrick Assenheimer und Heiko Hammel.

Ein Schmuckstück von 1976: Der Porsche 911, in dem Heiko Hammel im Classic-Rennen startet, gewann im Vorjahr das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring.
Ein Schmuckstück von 1976: Der Porsche 911, in dem Heiko Hammel im Classic-Rennen startet, gewann im Vorjahr das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring.  Foto: privat

Während Assenheimer mit DTM-Legende Bernd Schneider jenen 1990er Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 pilotiert, mit dem er 2010 seine ersten Schritte im Rundstrecken-Sport gemacht hat (Startnummer 556), ist Hammel gleich doppelt im Einsatz. Wie im Vorjahr auf einem Porsche 964 Cup von 1992 mit Jürgen Rudolph (Nr. 487) und erstmals in einem Gruppe-5-Porsche 911 RSR (Nr. 501) an der Seite von André Kunkel und Michael Funke.

„Ich werde auf dem 911 den Start fahren, das Auto nach einem Stint übergeben und dann eine Runde später in den 964 einsteigen und bis ins Ziel fahren“, erklärt Hammel seinen ambitionierten Plan. 2024 führte er das Feld lange an und wurde am Ende Gesamt-Achter. 

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