Lachen und Leichtigkeit sind bei den TSG Heilbronn Reds plötzlich zurück
Der Heilbronner Basketball-Regionalligist gewinnt das Spiel und den direkten Vergleich gegen die SG Mannheim und verschafft sich dadurch im Tabellenkeller etwas Luft. Das könne jedoch erst der Anfang sein, betont Trainer Goran Mijic.

Kaum bin ich zurück, gewinnen wir wieder“, scherzte Sinisa Cibula, als er nach dem 90:66 (47:41) gegen die SG Mannheim das Spielgeschehen bestens gelaunt Revue passieren ließ. Fünf Partien hatte der erfahrene Center der TSG Heilbronn Reds aufgrund einer gebrochenen linken Hand zuletzt verpasst und gegen die Mannheimer am Sonntagnachmittag sein Comeback gefeiert – zwar nur für einige wenige Minuten im Schlussviertel, doch was zählte waren Einsatz und Sieg.
Die mit diesen verbundenen zwei Punkte waren darüber hinaus für den Regionalligisten doppelt wertvoll, weil sie in einer Deutlichkeit eingefahren worden waren, die die Reds auch den direkten Vergleich gegen die Mannheimer gewinnen ließen, die als Tabellennachbar der TSG ebenfalls mittendrin im Abstiegskampf stecken. Nach der 17-Punkte-Niederlage im Hinspiel war das alles andere als eine Selbstverständlichkeit gewesen.
Dominanter Sieg als klare Zielvorgabe von Trainer Goran Mijic
„Wir hatten von Anfang an das Ziel, mit mehr als 17 Punkten zu gewinnen“, gab Trainer Goran Mijic nach dem Spiel zu, den direkten Vergleich stets im Hinterkopf gehabt zu haben: „Dafür kämpfen wir über 40 Minuten.“
Nach ausgeglichenen zehn Anfangsminuten (22:22), in denen die Reds gegen eine nur vereinzelt aus der Distanz gefährliche SG Mannheim noch etwas verhalten aufgetreten waren, gewannen die Gastgeber die drei folgenden Spielabschnitte mit zweimal sechs und einmal zwölf Punkten Differenz.
Basketball statt puzzeln: Rückkehr der Verletzten macht sich bemerkbar
Viele Defensiv-Rebounds, eine gute Trefferquote von außen und ein cleveres Foul-Management machten es schwer, sich zu erklären, wie die Reds am zweiten Spieltag mit 54:71 in Mannheim hatten verlieren können. „Simon, Marques und Vedran hatten uns damals gefehlt. Wir haben diesmal gut trainiert und sind inzwischen alle fit. Deswegen haben wir unter der Woche Basketball gespielt und nicht wieder gepuzzelt“, verortete Mijic die Gründe für den Erfolg in der Spielvorbereitung. Seit die lange Verletztenliste wieder Normalgröße angenommen habe und Spieler nicht auf fremde Positionen hin und her geschoben werden müssten, sei vieles einfacher. Vor und während der Partien.
Während Vedran Milicevic sein Team mit zwei wichtigen Dreiern im zweiten Viertel auf zwölf Punkte davonziehen ließ, gehörten der agile Marques Charlton und der großgewachsene Simon Schmitz mit 28 respektive 21 Punkten zu den auffälligsten Reds-Spielern. Für den US-Amerikaner war es die drittbeste, für den Center die zweitbeste Punkteausbeute der laufenden Saison.
Manchmal genügt auch ein „super Spiel“ nicht
Ein wenig überragt wurde das Trio allerdings noch von Arnau López. Der spanische Point Guard spielte beinahe durch, diktierte das Spiel der Gastgeber umsichtig und überzeugte mit einer guten Entscheidungsfindung und dem Auge für besser positionierte Mitspieler. Dennoch kam er selbst noch auf 22 Punkte.

„Wir haben es früh geschafft, sie im Angriff zu isolieren und nicht richtig ins Spiel kommen zu lassen“, sagte López, „und dazu gerade im dritten Viertel eine gute Partie gezeigt“. Der sonst gerne etwas durchwachsene Spielabschnitt der Reds wurde gegen die aus der Regionalliga Südwest abgestiegene SG Mannheim zum richtungsweisenden Wendepunkt.
Zu sehr frohlocken wollte Trainer Mijic aber trotz der weithin guten wie erleichterten Stimmung nicht. „Wir haben so einen klaren Sieg zwar mal gebracht, müssen ihn aber morgen schon wieder vergessen haben und weiterarbeiten. Wir haben bis zum Klassenerhalt noch viel vor uns und gerade in der letzten Woche gegen die Titans Stuttgart gesehen, dass ein super Spiel, wie wir es jetzt zweimal gemacht haben, nicht immer zum Sieg reicht“, betonte der 39-Jährige. „Manchmal braucht es mehr als ein super Spiel.“
TSG Heilbronn Reds: Schnakenberg (2), López (22), Charlton (28), Maisel (4), Milicevic (8); Klein, Blank (5), Schmitz (21), Cibula, Çamdal.
Schiedsrichter: Mesut Aydogdu/Thomas Heinlein.
Zuschauer: 300.
Kommen, Gehen und Fehlen im Reds-Kader
Auf sechs Spieler ihres ursprünglichen Kaders müssen die TSG Heilbronn Reds inzwischen ungewollt verzichten. Nik Fassnacht (Merlins Crailsheim III) und Joel Parsche (zweite Mannschaft) waren mit ihren Einsatzzeiten unzufrieden, Can Okçu hat dem Basketball den Rücken gekehrt und Rasmus Menger ein Angebot von den klassenhöheren Karlsruher College Wizards angenommen, bei denen er sich allerdings im zweiten Einsatz eine schwere Knieverletzung zugezogen hat. Die Sommer-Neuzugänge Patrick Horian und Botond Oliver Vitéz haben verletzungsbedingt hingegen noch gar kein Spiel für die Reds absolviert; zudem war Sinisa Cibula gegen die SG Mannheim noch nicht wieder vollständig fit.
Gespräche mit potenziellen Nachverpflichtungen blieben in den vergangenen Wochen erfolglos. „Es gab Gespräche mit zwei, drei Spielern, das hat aus unterschiedlichen Gründen aber nicht geklappt“, bestätigt Goran Mijic. „Wir vertrauen aber den Jungs, die da sind, denn den Kader haben wir so zusammengestellt.“



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