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Motorsport

Slalom auf dem Heilbronner Wolfszipfel wird zur Bühne für das neuste Familienprojekt der Exners

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Vater-Tochter-Gespann aus Bad Rappenau startet beim Clubsport-Slalom des MC Heilbronn auf dem Wolfszipfel erstmals mit seinem neu aufgebauten Opel Kadett C. In Klasse F10 gewinnt MCH-Talent Nico Gutzeit zuvor ein spannendes Hundertstel-Duell.

Ein echtes Schmuckstück haben Marie und Steffen Exner mit ihrem Opel Kadett C aufgebaut. Seine Wolfszipfel-Premiere besteht das Gefährt bravourös.
Ein echtes Schmuckstück haben Marie und Steffen Exner mit ihrem Opel Kadett C aufgebaut. Seine Wolfszipfel-Premiere besteht das Gefährt bravourös.  Foto: Christiana Kunz

Die magische Minuten-Marke fällt zwar nicht ganz, doch Steffen Exner und Tochter Marie strahlen am Sonntagnachmittag nach getaner Arbeit dennoch in einer Mischung aus Stolz und Erleichterung. Kein Wunder, hat sich ihre sechsmonatige (Detail-)Arbeit beim 126. MCH/ADAC Clubsport-Slalom des MC Heilbronn doch gelohnt.

„Wir hatten eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet, dass wir pünktlich fertig werden“, sagt Marie Exner, nachdem der von ihr und ihrem Vater Steffen gemeinsam aus einer Rohkarosserie für den Slalom-Sport neu aufgebaute Opel Kadett C seine erste echte Belastungsprobe bestanden hat.

Klassenwechsel von ganz unten nach ganz oben

Das Vater-Tochter-Duo aus Bad Rappenau fährt für den ausrichtenden MC Heilbronn; Marie seit 2021, Steffen seit drei Jahren. Bereits ein wenig länger teilen der Kfz-Meister und die Studentin die Begeisterung für die Restauration von Fahrzeugen – besonders Opel-Modelle haben es den beiden angetan.

Bis zur vergangenen Saison war das Gespann noch in einem Kadett C Coupé in der Einsteiger-Klasse SE unterwegs. „Aber nach einer gewissen Zeit gehört sich das nicht mehr“, erklärt Steffen Exner den zu Saisonbeginn vollzogenen Wechsel in die leistungsstärkste Slalom-„Top-Klasse“ H14. Marie Exner feierte im vergangenen Jahr den SE-Gesamtsieg im Württembergischen ADAC Slalom-Pokal und lag auch in der Frauen-Wertung ganz vorne. Die Zeit für neue Herausforderungen war also reif.

Auf zwei Opel Manta folgt der zweite C-Kadett

Gemeinsam hatten die Exners bereits einen gelb-blau-lilafarbenen Opel Manta B, der seinem Vorbild aus dem 1991er Kultfilm mit Til Schweiger täuschend ähnlich sieht, aufgebaut. Auch ein Sportcoupé Opel Manta i200 hat Steffen Exner in der Vergangenheit bereits aufwändig restauriert. „Mein Vater ist schon der Kopf des Projektes“, gibt Marie Exner zu, „aber ohne Marie hätte ich es nicht geschafft“, retourniert Vater Steffen die Anerkennung gekonnt – auch abseits von Slalom-Parcours und Garage harmoniert das Duo bestens.

Beim mit insgesamt 104 Startern besonders teilnehmerstarken Slalom auf dem Wolfszipfel feiert der neue, weiß-schwarze C-Kadett seine Premiere. Bei den Test- und Einstellfahrten ist er am Samstag zum ersten Mal auf einem Pylonen-Parcours im Einsatz. „Er ist am Freitag erstmals überhaupt aus eigener Kraft gefahren“, erzählt Steffen Exner und lacht. Dafür schlägt sich das sehr detailgetreu und hochwertig aufgebaute Gefährt aber gut.

Gruppensieger beim 126. MCH/ADAC Clubsport-Slalom des MC Heilbronn

Gruppe G (seriennah): Nico Rücker (MSC Black Forest), Ford Focus RS, 2:04,63 Minuten.

Gruppe F (leicht modifiziert): Nico Gutzeit (MC Heilbronn/RKV Ilsfeld), BMW E36 318ti, 1:57,80 Minute.

Gruppe H (stark modifiziert): Jürgen Glass (ADAC OC Winnenden), Opel Kadett C, 1:51,56 Minute.

Gruppe SE (Einsteiger): Jan Altrichter (MSC Weinsberg), BMW 118i, 2:08,52 Minuten.

Vater und Tochter sind auf dem Wolfszipfel beinahe auf Augenhöhe

Am Sonntag, im ersten Einsatz unter Wettkampfbedingungen, kratzen Vater wie Tochter in ihren zwei Rennläufen jeweils an der Minuten-Marke. Steffen Exner wird in der H14-Klasse schließlich Sechster (1:00,29 Minute/1:00,19), Marie Exner aufgrund einer umgeworfenen Pylone und den damit verbundenen drei Strafsekunden Zehnte (1:00,53/1:00,20). Damit sind die Bad Rappenauer mehr als zufrieden.

„Den Ehrgeiz, weiter dazuzulernen und uns weiterzuentwickeln haben wir auf jeden Fall“, sagt Steffen Exner, „wichtig ist aber auch, nichts kaputtzumachen“, betont der KfZ-Meister. Wer will es ihm angesichts des neuen Schmuckstückes verdenken.

Jürgen Glass vom ADAC OC Winnenden fuhr mit seinem orangefarbenen Opel Kadett C 8V mal wieder in einer eigenen Liga − und zum Gesamtsieg in Gruppe H.
Jürgen Glass vom ADAC OC Winnenden fuhr mit seinem orangefarbenen Opel Kadett C 8V mal wieder in einer eigenen Liga − und zum Gesamtsieg in Gruppe H.  Foto: Christiana Kunz

Gutzeit und Maier liefern sich spannendes Hundertstel-Duell

Abseits des Familien-Duells sind die Organisation beim MC Heilbronn mit ihrem in dieser Form erstmals ausgetragenen Slalom-Wochenende, der Kombination aus Trainingstag am Samstag und Clubsport-Wettbewerb am Sonntag, sehr zufrieden. „Mit den Test- und Einstellfahrten am Samstag haben wir wirklich eine sechs gewürfelt. Das ist nächstes Jahr auf jeden Fall wieder geplant“, sagt MCH-Sportleiter Bernd Sandrisser angesichts der guten Resonanz.

Zu dieser trägt auch die Spannung in Klasse F10 bei, in der sich Nico Gutzeit (MC Heilbronn/RKV Ilsfeld) im BMW E36 318ti und Vorjahressieger Timo Maier vom MSC Göge mit einem BMW E30 318is ein sehr enges Duell liefern. Maiers Zeit von 59,04 Sekunden erreicht Gutzeit im ersten Lauf nicht ganz (59,10 Sekunden), ist dann aber im zweiten Durchgang die für den Sieg entscheidende Hundertstel schneller (58,70 Sekunden/58,77 Sekunden). Somit trennt der kleinstmögliche Abstand von 0,01 Sekunden die beiden Fahrer im Ziel, die damit auch schneller sind als alle Fahrer in der hubraumstärkeren F11-Klasse. Für Gutzeit ist es ein gutes Omen für die am nächsten Wochenende mit dem 34. Flugplatzslalom in Eggenfelden beginnende Deutsche Rennslalom-Meisterschaft.

Wie Nico Gutzeit hat auch Slalomleiter Maximilian Deis die meiste Arbeit bereits im vergangenen Winter, weit vor dem eigentlichen Veranstaltungswochenende, erledigt. „Die Vorbereitung für so eine Veranstaltung läuft eigentlich schon im Juli des vorherigen Jahres an. Ende Januar/Anfang Februar beginnen wir dann mit dem Genehmigungs- und Ausschreibungsprozess.“

Dass sich die lange Vorbereitung im Angesicht der hohen Zeitnehmerzahlen und des unfallfreien Wochenendes gelohnt hat, freut den 21-Jährigen am Sonntagnachmittag ebenso wie den gesamten Club.

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