Stimme+
Motorsport

Stefan Kopczyk und Dennis Rostek trotzen bei der Rallye Sulingen dem Scharfrichter der DRM

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Ohne Podestplatz, aber mit wichtigen Punkten haben Stefan Kopczyk und Dennis Rostek die Rallye Sulingen, ihren ersten Saisonlauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft, beendet. Auf einen starken Freitag folgte ein Samstag mit viel Risikomanagement.

Wenig Raum für Fehler: Auf den rutschigen und verwinkelten Asphaltstraßen des Militärgeländes „Eickhofer Heide“ wird jeder Fahrfehler sofort bestraft.
Wenig Raum für Fehler: Auf den rutschigen und verwinkelten Asphaltstraßen des Militärgeländes „Eickhofer Heide“ wird jeder Fahrfehler sofort bestraft.  Foto: ADAC Motorsport

„Augen auf bei der Berufswahl“, scherzte Beifahrer Stefan Kopczyk am frühen Freitagabend, als er bei der Rallye Sulingen, kurz vor dem Start der vierten Wertungsprüfung, am Straßenrand kniend, den Reifendruck seines Skoda Fabia RS Rally2 justierte, während Fahrer Dennis Rostek auf der anderen Fahrzeugseite munter mit den Konkurrenten flachste.

Die Stimmung beim Pole-Promotion-Gespann war am ersten Tag des zweiten Laufs zur Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) bestens, schließlich mischten der Bad Friedrichshaller Co-Pilot und sein aus dem niedersächsischen Bückeburg stammender Fahrer als Gesamt-Vierte munter in der Spitzengruppe mit und lagen damit sogar etwas überraschend vor dem amtierenden Vizemeister Philip Geipel.

Ausrutscher auf WP8 kostet am Samstagvormittag zusätzlich Zeit

Nach der finalen 13. Wertungsprüfung (WP) und 152 Asphalt-Kilometern war die Stimmung am Samstag noch immer gut, obwohl das Duo in der Gesamtwertung noch drei Plätze nach hinten durchgereicht worden war. „Wir hatten uns natürlich Hoffnungen gemacht, unseren sehr guten Auftakt am Samstag fortzusetzen“, sagte Stefan Kopczyk, „aber hatten am Samstag auf einer Prüfung dann fast eine Sekunde pro Kilometer Rückstand und haben dort unsere Rallye ein bisschen verloren“.

Hinzu kam auf WP8 ein Ausrutscher neben die Strecke, der den Fünf-Sekunden-Rückstand des Duos auf Platz zwei weiter anwachsen ließ. „Danach habe ich schon etwas rausgenommen, denn ich habe zu Hause versprochen, mit einem guten Risikomanagement zu fahren und daran werde ich mich auch halten“, gestand Fahrer Dennis Rostek.

DRM-Spitzengruppe ist in diesem Jahr enger zusammengerückt

Als Fünfter in der DRM-Wertung und Zweiter in der Niederländischen Meisterschaft sammelten Rostek/Kopczyk in ihrem neuen Skoda dennoch wichtige Punkte. „Für die Punkte war es am Ende in Ordnung, aber mehr geht natürlich immer. Das Fahrerfeld ist in der Spitze in diesem Jahr auch definitiv enger zusammen“, hatte Stefan Kopczyk nach seinem ersten DRM-Einsatz des Jahres festgestellt; mit ihrem Rückstand von 1:32,6 Minute wäre das Team im Vorjahr Gesamt-Vierter geworden.

Highlights waren bei der Rallye Sulingen erneut die Wertungsprüfungen sieben und neun, bei denen es auf dem Gelände des ehemaligen Sondermunitionslager Liebenau über schmale und rutschige Waldwege ging. Zugleich waren die verwinkelten „Eickhofer Heide“-Prüfungen für die agileren Skoda Fabia aber die einzige Gelegenheit, um etwas von jener Zeit aufzuholen, die die 992-Teams zuvor auf den vielen porschefreundlichen Vollgas-Abschnitten herausgefahren hatten. „Diese WP sind so etwas wie der Scharfrichter der DRM“, sagte Kopczyk mit einem Lachen über die anspruchsvollen Prüfungen, die mit einer Fahrzeit von rund 15 Minuten zu den längsten in Deutschland gehören.

Gesamtzwischenstand DRM (nach zwei von sieben Veranstaltungen)

1. Philip Geipel (Toyota GR Yaris Rally2), 62 Punkte.

2. Carsten Mohe (Porsche 911 Rally GT), 47 Punkte.

3. Chris Gropengiesser (Skoda Fabia RS Rally2), 40 Punkte.

4. Marijan Griebel (Skoda Fabia RS Rally2), 34 Punkte.

5. Patrick Pusch (Opel Corsa Rally4), 29 Punkte.

...

9. Dennis Rostek (Skoda Fabia RS Rally2), 19 Punkte.

Deutsche Rallye-Meisterschaft pausiert bis Anfang August

DRM-Titelverteidiger Marijan Griebel und Co-Pilotin Ella Kremer (Skoda Fabia RS Rally2) hatten diese Königsprüfungen am besten gemeistert, nachdem sie am ersten Tag ohne Bestzeit geblieben, dank konstanter Spitzenzeiten aber dennoch die Gesamtführung innegehabt hatten. Mit einer furiosen ersten Fahrt über die „Eickhofer Heide“ fuhr Griebel dann über 15 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz heraus und zementierte damit an Tag zwei seine Führung, die im Ziel schließlich 41,8 Sekunden auf Philip Geipel/Jennifer Lerch (Toyota GR Yaris Rally2) und 51,3 Sekunden auf Kevin van Deijne/Lisette Bakker (Skoda Fabia RS Rally2) betrug.

Bis zum dritten Saisonlauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft müssen sich Fans und Fahrer nun allerdings eine ganze Weile gedulden. Weiter geht es erst am 1./2. August mit der Rallye Mittelrhein rund um das rheinland-pfälzische Wittlich. Der sportliche Fokus von Dennis Rostek und Stefan Kopczyk liegt daher in den nächsten Wochen auf der anvisierten Titelverteidigung in den Niederlanden. „Dort müssen wir uns in diesem Jahr aber strecken“, gesteht Kopczyk mit Blick auf Lokalmatador Kevin van Deijne, der über den Winter einen „riesen Sprung“ gemacht habe. „Das wird eine harte Nuss.“

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben