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Trainerwechsel-Effekt bringt dem TV Flein den ersten Sieg seit Mitte Dezember

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Die Rückkehr von Trainer Rudolf Wagner auf die Bank von Handball-Oberligist TV Flein glückt: Der 37:32-Erfolg bei den Handball Wölfen Plankstadt sorgt am Sandberg für Luft im Abstiegskampf und neuen Tatendrang.

Rudolf Wagner wusste, was zu tun ist. Dem Erfolgstrainer, der mit dem TV Flein vor zwei Jahren von der Verbands- und die Oberliga aufgestiegen war, glückte am vergangenen Samstag auch sein Einstand bei der Rückkehr als Feuerwehrmann.
Rudolf Wagner wusste, was zu tun ist. Dem Erfolgstrainer, der mit dem TV Flein vor zwei Jahren von der Verbands- und die Oberliga aufgestiegen war, glückte am vergangenen Samstag auch sein Einstand bei der Rückkehr als Feuerwehrmann.  Foto: Lina Bihr

Ein Selbstläufer sei der 37:32 (16:14)-Erfolg bei den Handball Wölfen Plankstadt zwar nicht gewesen, völlig überraschend für ihn aber auch nicht dahergekommen, versichert Rudolf Wagner. Der alte und neue Trainer von Oberligist TV Flein, der zu Beginn vergangener Woche seinen Nachfolger Daniel Heidecker an der Seitenlinie auch wieder abgelöst hatte, hat am Samstagabend bei seiner Sechs-Spiele-Rettungsmission einen Einstand nach Maß gefeiert.

„Ich hatte schon vorher ein gutes Bauchgefühl, weil ich weiß, dass die Jungs Handball spielen können“, sagt Wagner, „und ich hatte den Draht zur Mannschaft ja auch nie verloren und wusste daher, wo ich sie packen muss“. Leichter gesagt als getan, denn nach sieben sieglosen Spielen in Serie war bei den Männern vom Sandberg die Verunsicherung groß. Doch die Spieler seien schnell auf seiner Seite gewesen, weil zuvor aus dem Mannschaftskreis signalisiert worden sei: Wenn Trainerwechsel, dann nur mit Wagner als Feuerwehrmann.


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TV Flein zeigt Reaktion nach frühem 3:7-Rückstand

Entsprechend engagiert ging die Mannschaft in Plankstadt zu Werke. „Insgesamt hat jeder Einzelne eine sehr starke Leistung gezeigt“, urteilte Kapitän Cedric Ziegler im Nachgang. Wenige Fehler, sorgfältig herausgespielte Wurfgelegenheiten und ein gut aufgelegter Maximilian Brösch zwischen den Pfosten waren entscheidend. Einen 3:7-Rückstand (14.), der die Konsequenz aus einer Handvoll vergebener eigener Großchancen war, drehte der TV Flein bis zur 22. Spielminute in eine 10:9-Führung.

„In der Anfangsphase standen wir in der Abwehr noch zu unsortiert und haben zu oft nebeneinander statt miteinander verteidigt. Nach einer Auszeit wurde es deutlich besser und wir haben als Team kompakter gestanden“, analysierte Cedric Ziegler. Nach drei schnellen Treffern in Folge durch Felix Reichert, Moritz Wahl und Ziegler selbst brannte nach dem 20:16 (36.) nichts mehr an. Mit einem Mal war auch die verloren geglaubte Leichtigkeit zurück.

Gespräche, Spaß und Intensität: Rudolf Wagner legt sofort los

Diese hatte Rudolf Wagner am vergangenen Dienstag rund um seine erste Trainingseinheit erst einmal wieder herauszukitzeln versucht – mit einer Reihe von Einzel- und Gruppengesprächen sowie vielen Spaß-Übungen, die die Freude am Handball zurückbringen sollten.

„Die Jungs waren total verunsichert; der Kopf war nicht frei“, hatte Wagner schnell erkannt. Sein Rezept: Neustart bei null: „Ich habe ihnen gesagt, dass wir alles Bisherige vergessen.“ Anschließend zog er mit seinen Co-Trainern Marco Schilpp und Spieler Marius Braun, der nach seinem Knorpelschaden im Knie weiterhin Schmerzen verspürt, die Trainingsintensität an.


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Vorfreude auf den bevorstehenden Heimspiel-Doppelpack

All das war jedoch nur möglich geworden, weil Rudolf Wagners Ehefrau dem Handball-Ruheständler am Montagabend ohne Einwände Grünes Licht für das erneute Engagement gegeben hatte. Schließlich war der Trainer im Sommer zurückgetreten, um mehr Zeit für Familie und Hobbys zu haben.

„Aber auch sie hat natürlich gemerkt, dass ich noch am Verein und der Mannschaft hänge und es für mich eine Herzensangelegenheit ist“, erzählt Wagner. Viel Überzeugungsarbeit benötigte Benjamin Blind, der Erste Vorsitzende des Fleiner Handball-Fördervereins, bei seinem Anruf daher nicht. „Außerdem ist das Ganze ja nur auf sechs Wochen begrenzt“, versichert der Rückkehrer.

Mit nun sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze soll im bevorstehenden Heimspiel-Doppelpack – am Sonntag (17.15 Uhr) gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn und am 2. April (20.30 Uhr) gegen den TV Hardheim – die frühere Begeisterung in der Sandberghalle Einzug halten. „Denn zuletzt hatte die Mannschaft die Halle ja regelrecht leergespielt“, wie Rudolf Wagner bemerkt.


TV Flein: Nicht, Brösch – Kloke (1), Lauer, Razmilic, Ziegler (8/3), Stellmacher, Reichert (4), Pavel, Wahl (8), Kachelmuß, Ströbel (6), Hamberger (3), Kroll (6), Buck (1).

Erfolgreichste Werfer Handball Wölfe Plankstadt: Julian Maier (8/3), Joshua Fröhlich (6).

Schiedsrichter: Christian Moles/Lutz Pittner.

Siebenmeter: Handball Wölfte Plankstadt: 5/7; TV Flein: 3/4.

Zeitstrafen: 3/5.

Zuschauer: keine Angabe.


Hoffnungen des Schlusslichts schwinden

Während der TV Flein am vergangenen Wochenende sein langersehntes Erfolgserlebnis feierte, hatten die beiden anderen Oberligisten aus der Region keinen Grund zur Freude. Den TSV Bönnigheim brachte ein Leistungseinbruch in den zehn Schlussminuten seines Auswärtsspiels bei der SG Hegensberg-Liebersbronn um wichtige Punkte. Beim Stand von 30:30 (51.) sorgten die Gastgeber mit vier Toren in Serie für eine Vorentscheidung, die zu einem 40:35 (17:16)-Erfolg führte.

„Wieder einmal ging uns in der Schlussphase die Luft aus beziehungsweise wurden leider auch zwei freie Chancen vergeben; davon konnten wir uns dann nicht mehr erholen“, sagte Bönnigheims sechsfacher Torschütze Jaron May. Seit fünf Partien und dem 29:25-Derby-Sieg gegen den TV Flein wartet der TSV um Interimstrainer Philipp Dröse am Tabellenende damit auf einen Sieg und muss sich nun intensiver denn je mit dem Abstieg auseinandersetzen.

Als Tabellendritter ist die SG Schozach-Bottwartal davon weit entfernt, doch auch ihre 28:32 (16:11)-Niederlage bei der TSG Söflingen schmerzte angesichts eines unmittelbar nach der Pause leichtfertig verspielten Fünf-Tore-Vorsprungs.

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