Ein Sonntag zum Vergessen für die SG Schozach-Bottwartal
Partie verloren, Siegesserie gerissen, Spielerin verletzt: Handball-Drittligist SG Schozach-Bottwartal unterliegt der SG Kappelwindeck/Steinbach in Baden-Baden.

Angesichts der überaus widrigen Rahmenbedingungen war Michael Walter besonders stolz, seinen „Mädels ein riesen Kompliment“ machen zu können. „Sie haben es trotz allem super gemacht und sich nicht abschlachten lassen“, sagte der Trainer der SG Schozach-Bottwartal, nachdem der Handball-Drittligist am Sonntagnachmittag mit 23:28 (12:15) bei Tabellennachbar SG Kappelwindeck/Steinbach verloren hatte.
Die achte Saisonniederlage im 16. Spiel setzte der kleinen, drei Partien andauernden Siegesserie der Beilsteinerinnen ein Ende, war letztlich aber noch das geringste Übel, denn der inzwischen ohnehin kleine Kader, der in Baden-Baden-Steinbach weiter dezimiert gewesen war, dürfte in den nächsten Wochen noch kleiner werden. Denn die Prognose, die Michael Walter mit Blick auf Sophie Räuchles Knie abgeben musste, verspricht wenig Hoffnung: „Es sieht nicht gut aus.“
Kleiner Kader weiter dezimiert: Torhüterin Keller als Feldspielerin gemeldet
Die 22-Jährige war kurz vor Schluss, als die Partie längst entschieden war, während eines Konters zu Fall gebracht worden und unglücklich auf dem Hallenboden aufgekommen. Auch wenn die Schwere der Verletzung kurz nach dem Spiel noch nicht abzusehen war, droht Räuchle eine längere Pause.
Eine solche hatten gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach auch Nina Dierolf (Beruflich verhindert) und Aylin Bornhardt (Krank) einlegen müssen, so dass sich Michael Walter aufgrund der angespannten Personalsituation gezwungen sah, die zu Monatsbeginn reaktivierte Ersatztorhüterin Rena Keller vorsichtshalber als Feldspielerin auf dem Spielberichtsbogen einzutragen. Eingreifen musste Keller letztlich nicht, doch mit sieben Feldspielerinnen beinahe komplett durchspielen zu müssen, war für das Team Herausforderung genug.
Glaube an sich selbst wächst erst nach vermasseltem Start
Diese wurde noch anspruchsvoller, nachdem die SGSB den Beginn des Spiels komplett verschlafen hatte und sich nach einem 0:5-Start in der zehnten Spielminute bereits mit 1:7 im Hintertreffen befand. „Anfangs haben wir irgendwie gar nicht richtig daran geglaubt, dass hier etwas gehen könnte“, sagte Michael Walter. Erst nach dem deutlichen Rückstand fand seine Mannschaft ins Spiel, den Glauben an sich selbst und arbeitete sich mehrfach bis auf zwei Tore heran.
Doch nach dem 16:18 (41.) und Chancen, um auf einen Treffer zu verkürzen, spielten die Gastgeberinnen einige ihrer Konterchancen clever aus und machten so aus dem knappen wieder einen komfortablen Vorsprung. Als es beim Stand von 18:27 sechs Minuten vor Schluss aus SGSB-Sicht schließlich deutlich zu werden drohte, wehrten sich die Beilsteinerinnen allerdings noch einmal und nutzten eine Überzahl-Phase zu einem eigenen 5:0-Lauf.
SG Schozach-Bottwartal hat noch Ziele und Ambitionen
Durch den Sieg hat sich die SG Kappelwindeck/Steinbach vorerst auf zwei Punkte vom Walter-Team abgesetzt, das nun etwas im Tabellenmittelfeld feststeckt. „Wir wollen aber noch nach oben rutschen“, sagt der Trainer zu den Zielen für die sechs Spiele umfassende Rest-Runde und ergänzt: „Außerdem haben wir auch noch einige Rechnungen gegen Mannschaften offen, gegen die wir in der Hinrunde schlecht ausgesehen haben.“
SG Schozach-Bottwartal: Hornung, Brausch – Hönig (6), Siebert (5/1), Fiederer (1), Beh (2), Hees (3), Hofer (2/1), Räuchle, Christel (4/2), Keller.
Erfolgreichste Werferinnen SG Kappelwindeck/Steinbach: Lilith Klein (12/1), Desire Kolasinac (5).
Schiedsrichter: Timo Bernhardt/Philipp Peiser.
Siebenmeter: SG Kappelwindeck/Steinbach: 2/2; SG Schozach-Bottwartal: 4/7.
Zeitstrafen: 4/1.
Zuschauer: 200.
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