Vorerst letztes Profi-Heimspiel in Heilbronn: Emotionale Reaktionen der Falken-Fans
Wegen des Insolvenzverfahrens sind die Heilbronner Falken nicht zu den Playoffs zugelassen, für die sie sich sportlich qualifiziert haben. Im Zuge des vorerst letzten Profi-Heimspiels machten sich die Fans Gedanken um die Eishockey-Zukunft.
Wie geht’s weiter mit dem Eishockey-Profi-Standort Heilbronn? Steigen die Eisbären des HEC in die Oberliga auf? Findet sich ein Geldgeber, der in die insolvente Heilbronner Falken GmbH & Co. KG investiert? Im Hintergrund laufen gerade in mehreren Richtungen Gespräche und Vorbereitungen, um Heilbronn auf der Landkarte der Eishockey-Profi-Teams auch in Zukunft zu erhalten. Aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens bleiben den Falken die sportlich sicheren Playoffs verwehrt.
Klar ist allerdings: Diese sportlich nicht unerfolgreiche, aber finanziell desaströse Saison findet für die Falken langsam ein Ende. Im Zuge des letzten Saisonheimspiels gegen die Erding Gladiators am Sonntagabend, 22. Februar, wird es unter den Falken-Fans noch einmal emotional – sowohl im Rück- als auch im Ausblick. Derzeit stehen hinsichtlich der Zukunft des Heilbronner Eishockeys drei Varianten im Raum.
Heilbronner Falken nach Insolvenz: Auflösung – und anschließende Neugründung?
„Eine kleine Träne fällt heute definitiv“, sagt Ursula Beuter. Die Heilbronnerin ist seit mehr als 20 Jahren Fan der Heilbronner Falken. „Heilbronn würde definitiv etwas fehlen, wenn es die Falken nicht mehr geben würde.“ Damit es mit dem Profi-Eishockey in Heilbronn weitergehen kann, brauche es zahlungskräftige Sponsoren, sagt Stefanie Prokeim. „Das Beste wäre eine Auflösung der Falken – und eine anschließende Neugründung“, sagt die Lauffenerin. Ursula Beuter stimmt ihr zu, ergänzt aber: „Das wäre natürlich schade um die ganzen Fan-Artikel, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben.“

Marc-Dominik Kienzle sieht die Zukunft des Heilbronner Eishockeys in zusätzlichen Kooperationen: „Es muss mehr Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zum Beispiel mit dem Rollschuhverein stattfinden.“ Für ihn steht vor dem Spiel am Sonntagabend aber fest: „In diesen Tagen geht eine Ära zu Ende.“ Stefanie Prokeim ist vor allem in Bezug auf die Falken-Geschäftsführung verärgert: „Man muss schon klar sagen: Franz Böllinger hat es verbockt – und den Verein kaputtgemacht. Er hätte viel früher reagieren und alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um die Insolvenz abzuwenden.“
Kritik an Heilbronner Falken: „Zu wenig Einsatz der Geschäftsführung“
Ihre Mutter Nicole Prokeim findet die finanzielle Schieflage vor allem deshalb ärgerlich, weil es sportlich ja für die Playoff-Runde gereicht hätte. „Heute geben wir auf jeden Fall alles und unterstützen unser Team nach Kräften“, kündigt Marc-Dominik Kienzle an.
Anna Klotz ist am Sonntagabend zusammen mit Noelle Rieker und Laura Klotz zum Eisstadion gekommen. Die drei Heilbronnerinnen haben sich vorgenommen, auf den Rängen alles zu geben. „Die Spieler auf dem Eis haben jede Unterstützung verdient. Sie sind am wenigsten für die aktuelle Situation verantwortlich“, sagt Anna Klotz. Auch sie ärgert sich über die Falken-Geschäftsführung: „Mit der Crowdfunding-Kampagne im Sommer sind die Fans in Vorleistung gegangen. Die Oberen haben da deutlich weniger Einsatz gezeigt.“
Nach Falken-Insolvenz: Zwei Heilbronner Eishockey-Teams in der Oberliga?
Norman Vogel fände es nicht gut, wenn man die Falken komplett einstampfen würde. „Anderseits wäre es aber problematisch, wenn wir später zwei Vereine in der Oberliga hätten“, sagt der Untereisesheimer. Und Gregor Korff ist es wichtig, dass man die nächsten Schritte bedächtig angeht und nichts übers Knie bricht: „Wir brauchen in Heilbronn professionell aufgestelltes Eishockey – am besten in Verbindung mit einer modernen Multifunktionshalle.“
Zum ersten Bully beim Spiel gegen Erding ist die Stimmung in der Eishalle gut. Ein vorerst letztes Mal zeigen die Falken-Anhänger Fan-Support auf Profi-Niveau.
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