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Neustart der Heilbronner Falken: Diese Aufgaben stehen ganz oben auf der To-Do-Liste

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Die Zeit drängt für die neuen Macher des Eishockey-Oberligisten Heilbronner EC Falken: Sie haben einen Plan, wie der Kader aussehen soll, auch wenn viele Spieler haben schon Verträge für die neue Saison. 


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Die Zeit drängt. Das ist Kai Sellers und Jan Hey, die als gleichberechtigte Gesellschafter das Profi-Eishockey im Unterland auf neue tragfähige Füße stellen wollen, bewusst. Mitte/Ende März sind die Personalplanungen der Mannschaften in der Eishockey-Oberliga in der Regel weitestgehend abgeschlossen, während die Heilbronner gerade erst anfangen, einen Etat auf die Beine zu stellen. Zu den Verzögerungen ist es durch den Investorenprozess gekommen, den Insolvenzverwalter Peter Roeger von Pluta-Rechtsanwälte nach der Insolvenz der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG angestoßen hatte. „Wir sind erst seit wenigen Tagen handlungsfähig“, erklärt Hey.

Neuanfang für Eishockey in Heilbronn: Was ganz oben auf der To-Do-Liste steht

Ganz oben auf der To-Do-Liste steht, „die Sponsorenverträge unter Dach und Fach zu bekommen“, berichtet Michael Rumrich, der als Geschäftsführer des Stammvereins Heilbronner EC in alle Prozesse mit eingebunden ist. „Jeder, der Bock hat auf den Neuanfang im Heilbronner Profi-Eishockey, ist willkommen. Wir brauchen jede Unterstützung – natürlich auch mit Geld. Das fängt schon bei kleineren Beträgen mit 1000 Euro oder so an“, appelliert der neue Falken-Geschäftsführer Sellers an alle, das neue Projekt zu unterstützen.

Um Frederik Cabana (von links) und Corey Mapes als Integrationsfiguren würden die neuen Falken-Macher am liebsten die Mannschaft für die Saison 2026/27 aufbauen.
Um Frederik Cabana (von links) und Corey Mapes als Integrationsfiguren würden die neuen Falken-Macher am liebsten die Mannschaft für die Saison 2026/27 aufbauen.  Foto: Mario Berger

Wie die neuen Macher der Heilbronner Falken die Kaderplanung angehen

Und Hey ergänzt: „Genauso Priorität eins ist die Trainersuche und die Kaderplanung.“ Beides müsse Hand in Hand gehen. „Wir werden aber nicht über ungelegte Eier berichten“, ergänzt er. Nach Informationen unserer Zeitung sollen den Kern der neuen Mannschaft die Heilbronner Integrationsfiguren Freddy Cabana und Corey Mapes bilden. Dazu besteht wohl auch Interesse, Verteidiger Malte Krenzlin, Stürmer Lukas Wagner und Goalie Franz Jokinen aus dem Kader der gerade in die heiße Playoff-Phase gehenden Saison 2025/26 zu halten.

An die Zusammenstellung des Teams gehen die neuen Falken-Macher mit System heran. „Kai und ich haben uns mal zusammengesetzt und einen Kader ohne Namen zusammengeschrieben“, erzählt Rumrich. Hinter jede Position – von Goalie eins über Verteidiger eins bis acht bis hin zu Stürmer eins bis zwölf – haben der HEC-Geschäftsführer und der neue Falken-Geschäftsführer eine Summe notiert, „was wir uns vorstellen könnten, was wir einzelnen Spielern zahlen würden“, erzählt Rumrich.

Keine Arbeitsverträge übernommen

Im Asset Deal der Interessengesellschaft um die gleichberechtigten Gesellschafter Kai Sellers und Jan Hey mit Peter Roeger, dem Insolvenzverwalter der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG sind keine Arbeitsverträge vorhanden gewesen. „Wir wollen unsere Verträge selbst aushandeln und aufsetzen“, sagt Sellers. „Es ist ja keine Weiterführung der alten Falken.“ In dieser Woche finden noch Gespräche mit Kevin Schmidt, dem bisherigen Eventmanager, (Sellers: „Sein Know-how wird gebraucht.“) und Martin Jiranek, dem Sportdirektor und Co-Trainer, statt. nac

Die Auswahl an Spielern ist allerdings schon ausgedünnt. „Wenn man die Spieler in Regalen eingeordnet vorstellt, dann ist Kategorie eins leergekauft. Die Spieler aus dieser Kategorie sind schon irgendwo unter Vertrag. Aus Regal zwei ist der eine oder andere vielleicht noch verfügbar. Bei diesen Akteuren muss man schauen, ob derjenige in unser Budgetkonzept passt. Aus den Kategorien drei und vier sind noch viele Spieler auf dem Markt“, erzählt Rumrich. Der Kontakt zu Trainern, Spielern und Agenten (Rumrich: „Jeder Hanswurscht hat heutzutage schon einen Agenten.“) ist bereits hergestellt.

Hohe Kunst der Teamzusammenstellung: Ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis finden

Die große Kunst für die drei – Sellers, Hey und Rumrich – ist es nun, im Wissen dieser schwierigen Voraussetzungen und mit dem Gebot der Eile, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Aber das nicht auf Biegen und Brechen. „Uns ist hundertprozentig klar, dass wir auch mal Nein sagen müssen, wenn ein Spieler nicht in unser Gehaltsgefüge passt, auch wenn wir ihn aus sportlicher Sicht gerne haben würden“, erzählt Rumrich. „Die Kunst ist nun, dann einen Ersatz zu finden, der die Qualität vielleicht nicht ganz so hat, aber den Kader auch nicht schlecht macht. Da müssen wir schauen, dass wir eine gute Mischung hinbekommen.“

Schließlich sei es ein radikaler Neuanfang. „Es wird nicht von Anfang an alles so funktionieren, wie wir uns das selbst vorstellen“, sagt Rumrich. „Und wir werden auch Fehler machen.“ Dennoch, so Hey, sei es wichtig, dass auch in schwierigen Phasen alle an einem Strang ziehen – von den Mitarbeitern, über Fans, Unterstützer und Sponsoren bis hin zu den Spielern. 

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