Zukunft des Profi-Eishockeys in Heilbronn: Wer sind die neuen Gesellschafter?
„Sie brennen fürs Eishockey in Heilbronn“, charakterisiert Michael Rumrich die neuen Macher des Profi-Eishockeys im Unterland. HEC-Geschäftsführer muss es wissen, er arbeitet seit Langem mit Kai Sellers und Jan Hey im Heilbronner Eishockeyclub zusammen.
„Kai Sellers und Jan Hey brennen fürs Eishockey in Heilbronn“, sagt Michael Rumrich. Und der Geschäftsführer des Heilbronner EC muss es wissen. Hey kennt der 60-jährige Oberbayer seit nunmehr sieben Jahren, Sellers bereits seit 30 Jahren.
„Seit ich Geschäftsführer beim HEC bin, arbeite ich intensiv mit Jan zusammen. Wir haben diverse Trainingspläne und Ausrichtungen für den Nachwuchs aufgestellt. Ihn kenne ich als sehr zielstrebigen Menschen, der sehr genau ist in dem, was er macht, und immer das Optimale herausholen will“, erzählt Michael Rumrich. „Kai ist wie Jan zielstrebig, sehr gerade und sehr genau. Wenn er etwas macht, macht er es richtig.“
Kai Sellers und Jan Hey sind gleichberechtigte Gesellschafter der neuen Spielbetriebs-GmbH
Als Duo sind Sellers und Hey die neuen Gesellschafter des Nachfolge-Clubs der insolventen Heilbronner Falken GmbH & Co. KG, die abgewickelt wird. Mit einer neu gegründeten Interessengesellschaft, in der die beiden gleichberechtigt mit jeweils 50 Prozent vertreten sind, haben der 51-jährige Heilbronner und der 29-jährige Leingartener einen Asset-Deal mit Insolvenzverwalter Peter Roeger von Pluta-Rechtsanwälte geschlossen, durch den sie immaterielle Vermögenswerte wie die Namensrechte, den Web-Auftritt und die App aus der Konkursmasse der Falken GmbH aufgekauft haben.

Doch wer ist überhaupt das Duo, das dafür sorgen will, dass Profi-Eishockey in Heilbronn zukunftsfähig wird? Hey, geboren in Bad Friedrichshall und aufgewachsen in Leingarten, bezeichnet sich selbst „als Kind des HEC“. Der heute 29-Jährige durchlief alle Nachwuchsmannschaften des Heilbronner Eishockeyclubs.
Als der Sprung zu den Profis nicht gelang, wendete er sich erst einmal von der Jagd nach dem Puck ab. Doch schnell kehrte er zurück und stieg bei seinem Heimatverein als Jugendtrainer ein. „Für mich war wichtig, dass ich es fundiert mache, wenn ich Kids etwas vermitteln soll“, erinnert sich Hey. Deshalb erwarb er verschiedene Trainerscheine bis hin zur B-Lizenz Leistungssport, mit der er bis zur Oberliga coachen dürfte.
Jan Hey bezeichnet sich als „Kind des HEC“, ist seit Kindestagen im Verein aktiv
Mit seiner Arbeit waren die HEC-Verantwortlichen so zufrieden, dass sie ihn zum hauptamtlichen Jugendtrainer machten. Parallel dazu verfolgte Hey aber auch seine berufliche Ausbildung und studierte an der DHBW in Heilbronn Sportmanagement. In der Zwischenzeit leitet der 29-Jährige den globalen Vertrieb bei einem internationalen Softwarehersteller.

Sellers erster Eishockeyspielerpass wurde noch vom REV Heilbronn ausgestellt – also zu einer Zeit, als es den HEC nur als Abteilung des Rollschuh- und Eislaufvereins gab. Auch Sellers durchlief alle Jugendmannschaften bis zu den Profis. „Doch auch ich war nicht so gut, dass ich mein Leben damit hätte finanzieren können“, berichtet der 51-Jährige.
Als es keine Hobbymannschaften beim HEC mehr gab, wechselte er zum EHC Eisbären Heilbronn, dessen Eingliederung im Eishockeyclub er als Abteilung später mitverantwortete. „Daraus ist dann das entstanden, was es heute ist“, erklärt Sellers, der dem HEC als Vorsitzender vorsteht und als Trainer dem Baden-Württemberg-Ligisten zur Verfügung steht.
Kai Sellers macht jetzt aus seinem Hobby seinen Beruf – nach Jahren ehrenamtlichen Engagements
Anfang der 1990er Jahre absolvierte er eine Ausbildung als Modellbauer und arbeitete als Karosseriebauer bei Audi in Neckarsulm. Schnell wechselte er aber vom Fahrzeugbau zur Ausbildung von Fahrzeugführern und sattelte zum Fahrlehrer um. Nach einigen Jahren in Festanstellung machte er sich selbstständig und baute seine Fahrschule zur größten im Unterland aus. Vor rund anderthalb Jahren gab er aber die Geschäftsführung ab und ist nur noch beratend tätig.
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