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Friedrich Merz in Bad Rappenau – Unterstützung im Wahlkampf von höchster Stelle

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Bundeskanzler Friedrich Merz wirbt in Bad Rappenau für Manuel Hagel und Michael Preusch, schneidet in seiner Rede aber auch zahlreiche ernste Themen an. 

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Wenn der Bundeskanzler nach Bad Rappenau kommt, ist das etwas Besonderes. Dann schiebt Michael Preusch, Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Eppingen, in seinen engen Terminkalender zwischen der Arbeit im Stuttgarter Landtag, dem Wahlkampf und seinem Beruf als Kardiologe in Heidelberg noch einen Besuch beim Coiffeur rein.

„Herr Preusch war extra beim Friseur“, beginnt der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel seine Rede am Freitagabend in der Mühltalhalle.

1300 Personen wollen Bundeskanzler Friedrich Merz in Bad Rappenau sehen

1300 Personen hatten sich für die Veranstaltung angemeldet, schnell war der Abend ausgebucht. Dass sich der Beginn um über 30 Minuten verzögert, darunter leidet die Stimmung nicht. Auch wenn durchweg ernste Themen angeschnitten werden: Der Angriffskrieg auf die Ukraine, die schwächelnde Wirtschaft, Migration, bilaterale Beziehungen oder die laut Friedrich Merz zu geringe Zahl der Arbeitsstunden in Deutschland.

Politikprominenz in Bad Rappenau: Bundeskanzler Friedrich Merz betritt den Saal gemeinsam mit Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl.
Politikprominenz in Bad Rappenau: Bundeskanzler Friedrich Merz betritt den Saal gemeinsam mit Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl.  Foto: Seidel, Ralf

In der Schweiz, so der Bundeskanzler, arbeite man im Durchschnitt 200 Stunden länger pro Jahr. „Die volkswirtschaftliche Leistung ist, auch wenn hier hunderte Menschen sind, die jeden Tag Außergewöhnliches leisten, nicht gut genug, um weiterhin die Dinge zu finanzieren, die wir finanzieren wollen.“ Die Wirtschaft antreiben, das hatte sich Merz von Anfang an auf die Fahne geschrieben.

CDU möchte die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung abschaffen

Doch mit durchschnittlich 14,5 Krankentagen im Jahr sei das schwer umsetzbar: „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich notwendig?“ Man müsse Anreize schaffen, zu arbeiten. Mit der während der Corona-Pandemie eingeführten telefonischen Krankschreibung – „damals richtig und notwendig“ – passiere eher der umgekehrte Fall.

Wahlkampf der CDU in Bad Rappenau (von links): Bundeskanzler Friedrich Merz, Spitzenkandidat Manuel Hagel und Landtagskandidat Michael Preusch.
Wahlkampf der CDU in Bad Rappenau (von links): Bundeskanzler Friedrich Merz, Spitzenkandidat Manuel Hagel und Landtagskandidat Michael Preusch.  Foto: Seidel, Ralf

Deshalb setze sich die CDU dafür ein, diese Möglichkeit wieder abzuschaffen. Kurz gesagt: Je mehr Arbeitsstunden der Einzelne erreicht, desto besser für die Volkswirtschaft und desto besser für den Wohlstand aller. An den hätten sich, da sind sich Merz und Manuel Hagel einig, viele in den vergangenen Jahrzehnten gewöhnt. „Aber wenn man Wohlstand nur verteilt“, so der Spitzenkandidat, „dann ist er irgendwann weg.“

Merz will Deutschland von Lieferketten unabhängiger machen

Auch in Baden-Württemberg. Dem Bundesland, in dem schon immer Handwerk und Industrie vor allem von Innovation gelebt hätten. „Daran muss man anschließen“, sagt Merz, der im vergangenen Herbst beim Spatenstich des Innovationsparks Artificial Intelligence – kurz Ipai – in Heilbronn dabei war.

Zukunftstechnologien müssten wieder selbst geschaffen, Deutschland von Lieferketten unabhängiger werden. Die zahlreichen anstehenden Aufgaben, so der Regierungschef, „werden kein Spaziergang. Aber wir wollen dieses Land und Baden-Württemberg nach vorne bringen.“


Eine von der CDU geführte Regierung soll in der Tradition ehemaliger Ministerpräsidenten agieren

Dass die von ihm verfolgte Wirtschaftspolitik ins Ländle passt, da ist sich Hagel sicher. Schließlich spreche der Bundeskanzler nicht mehr nur über das Verteilen, sondern wieder über das Wirtschaften. Nur wenn dies laufe, könne man innere Sicherheit oder Bildungspolitik bezahlen.

Sich selbst sieht Hagel in der Tradition ehemaliger CDU-Ministerpräsidenten: „Eine von uns geführte Landesregierung wird mit der Wirtschaftskompetenz von Lothar Späth und der Geschwindigkeit von Günther Oettinger regieren.“ Zumindest beim Letzteren entlockt Hagel dem ein oder anderen Besucher ein kurzes Auflachen.

Bad Rappenaus OB setzt Schlusspunkt mit außergewöhnlichem Geschenk

Den humoristischen Schlusspunkt setzte allerdings Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei. Er könne einiges über die Kurstadt erzählen. „Aber Geschenke hinterlassen einen bleibenden Eindruck.“ Deshalb habe sich die Verwaltung für ein personalisiertes Badetuch entschieden, das – so steht es gestickt auf dem Textil – lebenslangen kostenlosen Eintritt in die Rappsodie ermöglicht: „Aber nur persönlich einlösbar.“ 

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