Zwei Jahre Wehrpflicht: Kritik um Bundeswehr-Vorschlag von AfD-Kandidatin Weidel
In der letzten TV-Debatte vor der Bundestagswahl wurden auch Themen angesprochen, um die es zuletzt seltener ging. Die Verpflichtung von jungen Menschen zur Bundeswehr stieß auf Diskussionsbedarf.
Kurz vor der Bundestagswahl haben sich insgesamt acht Spitzenkandidaten aus dem Deutschen Bundestag zum Wahlkampf-Endspurt im Fernsehen versammelt. Bei der „Schlussrunde“ gab es im ZDF und ARD einen spannenden Schlagabtausch der Partei-Vertreter. Ziel der Sendung war es, auch Themen anzusprechen, die in den vergangene TV-Debatten weniger Raum fanden.
Wehrpflicht-Diskussion in „Schlussrunde“: Weidel mit gewagtem Vorschlag
In der „Schlussrunde“ ging es deshalb auch um die Frage nach den Plänen zur Bundeswehr. Zur Stärkung der Bundeswehr warb die AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel für eine zweijährige Wehrpflicht. „Wir sind nicht mehr fähig zur Landesverteidigung“, bemängelte sie. Zudem diene die Wehrpflicht auch der Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Armee.
Die Vertreter der Unionsparteien – CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt – machten sich indes für ein „verpflichtendes Gesellschaftsjahr“ stark. Dieses könne sowohl bei der Bundeswehr als auch bei anderen Einrichtungen wie der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk geleistet werden.
Lindner kritisiert Weidel-Vorschlag: „Gewaltiger Freiheitseingriff“
FDP-Chef Christian Lindner sprach sich vehement gegen die AfD-Pläne aus und warnte vor einem „gewaltigen Freiheitseingriff bei jungen Menschen“. Auch von Sahra Wagenknecht, Gründerin der BSW-Partei, kam Widerstand: „Wir brauchen eine Bundeswehr, die uns verteidigen kann – dafür brauchen wir aber keine Wehrpflicht.“
Im Stimme-Format „Ohne Ausrede – Wahlcheck spezial“ hatte sich bereits Außenministerin Annalena Baerbock zu dem Thema geäußert. Die Grünen-Politikerin, die bei der „Schlussrunde“ ebenfalls Gast war, hatte damals erklärt, mehr in die Bundeswehr investieren zu müssen.
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