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Wahlkampf-Finale bei „Schlussrunde“: Baerbock lässt sich von Moderator nicht bremsen

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Der Wahlkampf geht in den Endspurt. In der ARD- und ZDF-Sendung „Schlussrunde“ sind die Spitzenkandidaten der Parteien ein letztes Mal im TV gegeneinander angetreten. Die wichtigsten Äußerungen zum Nachlesen.

von Michaela Grottker und dpa

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  • Drei Tage vor Bundestagswahl: Spitzenkandidaten aus dem Bundestag waren bei der letzten TV-Debatte zu Gast.
  • Es ging  um Themen wie Gesundheitspolitik, Klimawandel und das Wahlrecht von jungen Menschen. 
  • Mit dabei waren dieses Mal auch Christian Lindner (FDP) und Sahra Wagenknecht (BSW).

Im Wahlkampf-Endspurt hatten die Spitzenkandidaten der Parteien am Donnerstagabend ein letztes Mal die Chance, sich in einer TV-Debatte zu zeigen. Nur drei Tage vor der Bundestagswahl kamen Vertreter der CDU/CSU, SPD, Grünen, FDP, AfD, Linken und BSW in der Sendung „Schlussrunde“ zusammen. Die Sendung wurde im ARD, im ZDF und im Livestream ausgestrahlt. Die wichtigsten Äußerungen gibt es hier zum Nachlesen:

"Schlussrunde" beendet – Miersch lässt Frage zu SPD-Koalitionswünschen offen

23:33 Uhr: Die letzte Frage bezieht sich auf mögliche Koalitionsbildungen: "Natürlich will man auch politisch gestalten", erklärt der SPD-Generalsekretär Miersch. Aber das hänge dann von den Mehrheitsverhältnissen und den Verhandlungen ab.

Mit einer schnellen Abmoderation von Diana Zimmermann ist die "Schlussrunde" danach beendet. Kurz vor der Bundestagswahl konnten die Vertreter des Bundestags noch einmal ihre Standpunkte klar machen und Wähler gewinnen. 

War es ein fairer Wahlkampf? 

23:29 Uhr: Zum Ende der Sendung müssen sich alle Kandidaten der Frage stellen, ob sie sie sich im Wahlkampf fair behandelt gefühlt haben. Zumindest in diesem Punkt sind sich alle Kandidaten einig – und antworten mit "Nein".

"Wurden Sie von den anderen Parteien im Wahlkampf fair behandelt?"

  • Sahra Wagenknecht (BSW): Nein
  • Jan van Aken (Die Linke): Nein
  • Matthias Miersch (SPD): Nein
  • Annalena Baerbock (Grüne): Antwort nicht erkennbar
  • Christian Lindner (FDP): Nein
  • Carsten Linnemann (CDU): Nein
  • Alexander Dobrindt (CSU): Nein
  • Alice Weidel (AfD): Nein

Alle reden durcheinander – Moderatorin versucht einzuschreiten

23:27 Uhr: Auch in Sachen Klimapolitik ergreift Annalena Baerbock das Wort – und lässt sich so schnell nicht unterbrechen. Zuvor hatte das Thema bereits für Furore im TV-Studio gesorgt. Kurzzeitig wurde es laut und unübersichtlich. Als alle acht Kandidaten durcheinander redeten, versuchte Moderatorin Diana Zimmermann zu unterbrechen: "Bitte - kurz!" Ohne großen Erfolg. Anschließend versuchte Baerbock ihre Ausführungen zum Thema Klimaschutz und Klimaziele fortzuführen. 

Klimapolitik im Fokus: Soll Deutschland die Klimaziele entschärfen? 

23:16 Uhr: Kurz vor Schluss der Sendung wird auch das Thema "Klimapolitik" diskutiert – erneut beginnt der Themenblock mit einer Schnellfragerunde. Auf die Frage, ob Deutschland – genau wie die EU – ihre Klimaziele auf 2050 (statt 2045) verschieben soll, lauten die Antworten:

  • Sahra Wagenknecht (BSW): Ja
  • Jan van Aken (Die Linke): Nein
  • Matthias Miersch (SPD): Nein
  • Annalena Baerbock (Grüne): Nein
  • Christian Lindner (FDP): Ja
  • Carsten Linnemann (CDU): Nein
  • Alexander Dobrindt (CSU): Nein
  • Alice Weidel (AfD): Ja

Wiedereinführung der Wehrpflicht wird diskutiert

23:08 Uhr: Auch das Thema Wehrpflicht wird unter dem Aspekt "junge Wähler" diskutiert. Alice Weidel spricht sich für eine Wiedereinführung aus. Dies würde „die Bundeswehr komplett auf den Prüfstand“ stellen. Laut der AfD-Politikerin solle der Dienst mindestens zwei Jahre dauern. CDU-Vertreter Linnemann erklärt, ein Dienstjahr sei ausreichend. Soziale Arbeit im In- und Ausland sei aber auch möglich. Er nennt es „verpflichtenden Gesellschaftsjahrs“ für alle.

Baerbock lässt sich nicht bremsen – Moderator schreitet ein

22:59 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock lässt sich in der "Schlussrunde" nicht bremsen. Nachdem die Moderatoren einen Themenwechsel angekündigt hatten, protestiert sie – sie habe sich zu dem Thema "Gesundheit und Pflege" nicht ausreichend äußern dürfen, während Lindner bereits dreimal was sagen durfte. Bei ihrer Tirade lässt sie sich weder von der Moderation noch von den anderen Kandidaten unterbrechen. „Jetzt ist der Punkt erreicht, dass diese Runde beendet ist“, wettert Markus Preiß schließlich.

Wählen mit 16: Junge Wähler bei "Schlussrunde" diskutiert

22:57 Uhr: Auch dieses Themenfeld startet wieder mit einer Schnellfragerunde. Die Kandidaten antworten auf die Frage: "Sollten bei der nächsten Bundestagswahl schon Menschen und Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen?"

  • Sahra Wagenknecht (BSW): Nein
  • Jan van Aken (Die Linke): Ja
  • Matthias Miersch (SPD): Ja
  • Annalena Baerbock (Grüne): Ja
  • Christian Lindner (FDP): Ja
  • Carsten Linnemann (CDU): Nein
  • Alexander Dobrindt (CSU): Nein
  • Alice Weidel (AfD): Ja

Miersch über Krankenkassen: Gleichbehandlung von privat und gesetzlich Versicherten nötig

22:50 Uhr: Matthias Miersch kam bisher kaum zu Wort. Nun hat auch er Stellung zu den Krankenversicherungen genommen. Laut Miersch müsse es eine Gleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten geben – insbesondere auch bei der Terminvergabe der Fachärzte. Beitragsrückerstattungen von gesetzlich Versicherten im Falle von Ungleichbehandlung könnten den Druck auf das System erhöhen. 

Gesundheitsthema in "Schlussrunde": Weidel macht Migration für hohe Kosten verantwortlich

22:45 Uhr: AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel macht die Migration für steigende Krankenkassenbeiträge verantwortlich – von ihren Mitstreitern wird sie unterbrochen und darauf hingewiesen, dass zahlreiche Migranten in der Pflege arbeiten.

"Schlussrunde" im TV: Letzte Wahl-Debatte mit neuen Themen 

22:43 Uhr: Die erste Diskussion zum Thema "Krieg und Frieden" ist beendet. Die Kandidaten erklären nun ihre Standpunkte zur Gesundheitspolitik. Auch dieses Thema wird mit einer Schnellfragerunde eröffnet. Auf die Frage, ob die private Krankenversicherung abgeschafft werden sollte, zeigten sich Lindner, Linnemann, Dobrindt und Weidel abgeneigt. Der Rest will diese abschaffen.

"Was halten Sie davon, die private Krankenversicherung abzuschaffen, eine Krankenversicherung, in die alle einzahlen?" 

  • Sahra Wagenknecht (BSW): Ja
  • Jan van Aken (Die Linke): Ja
  • Matthias Miersch (SPD): Ja
  • Annalena Baerbock (Grüne): Ja
  • Christian Lindner (FDP): Nein
  • Carsten Linnemann (CDU): Nein
  • Alexander Dobrindt (CSU): Nein
  • Alice Weidel (AfD): Nein

22:31 Uhr: Bei der "Schlussrunde" im ARD und ZDF kommen am Donnerstagabend insgesamt acht Vertreter der jeweiligen Parteien aus dem Deutschen Bundestag zusammen:

Sahra Wagenknecht (l-r), Parteivorsitzende des BSW, Jan van Aken, Bundesvorsitzender der Partei Die Linke, Matthias Miersch, Generalsekretär der SPD, Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef, und Alice Weidel, Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidatin der AfD, stehen vor der Fernsehsendung «Schlussrunde» zusammen im Studio.
Sahra Wagenknecht (l-r), Parteivorsitzende des BSW, Jan van Aken, Bundesvorsitzender der Partei Die Linke, Matthias Miersch, Generalsekretär der SPD, Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef, und Alice Weidel, Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidatin der AfD, stehen vor der Fernsehsendung «Schlussrunde» zusammen im Studio.  Foto: Fabrizio Bensch (Reuters Pool)

Ukraine-Krieg sorgt für hitzige Diskussion

22:20 Uhr: Die Verteidigungsfrage sorgt schnell für eine hitzige Stimmung in der TV-Debatte. Nachdem bei der Frage nach dem Ukraine-Kurs von US-Präsident Trump bereits Linnemann (CDU) und Weidel (AfD) aneinandergeraten waren, wird auch Baerbock (Grüne) gegenüber der AfD-Politikerin laut.  „Es ist ganz einfach, nach der Ukraine kommt Polen und dann auch schon Ostdeutschland“, erklärte Baerbock. In Brandenburg sei sie bereits von Schülern gefragt worden, was mit dem Ukraine-Krieg passiere.

"Ich glaube, es war nie richtig, diesen Krieg in einer Schwarz-Weiß-Zeichnung zu sehen. Hier geht es um Interessen.“ hatte Weidel zuvor erklärt. Der Angriffskrieg sei völkerrechtswidrig gewesen, "aber er hatte eine Vorgeschichte, die immer ausgeblendet wurde." Sie halte es deshalb für richtig, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen, um diesen Krieg möglichst schnell zu beenden.

Annalena Baerbock reagierte darauf scharf und verwies auf Fragen, die sie in Brandenburg gestellt bekommt: "Was ist, wenn die ukrainischen Truppen nicht die Russen zurückhalten können?" Sie appelliert, man müsse Europa jetzt beistehen. "Sonst werden wir unseren Frieden in Europa nicht sichern können."

TV-Debatte beginnt mit Frage zur Sicherheitspolitik:

22:13 Uhr: Thematisch beginnt die "Schlussrunde" aus aktuellem Anlass mit einer Schnellfragerunde zur Sicherheitspolitik. Auf die Frage "Ist die Kriegsgefahr für uns in den letzten Tagen gewachsen?" antworten die Kandidaten mithilfe einer Schreibtafel: 

  • Sahra Wagenknecht (BSW): Nein
  • Jan van Aken (Die Linke): Nein
  • Matthias Miersch (SPD): Ja
  • Annalena Baerbock (Grüne): Ja
  • Christian Lindner (FDP): Nein
  • Carsten Linnemann (CDU): Nein
  • Alexander Dobrindt (CSU): Nein
  • Alice Weidel (AfD): Ja 

Darum fehlen Merz und Scholz

22:05 Uhr: Wie der Moderator Markus Preiß zum bBeginn der Sendung erklärt, sind die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) bei dringenden Wahlkampfterminen: Sie werden aber durch ihre Partei-Kollegen, dem CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sowie der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt, und dem SPD-Generalsekretär Matthias Miersch vertreten.

Start der "Schlussrunde"

22:00 Uhr: Die "Schlussrunde" ist eröffnet. Die Moderatoren Diana Zimmermann und Markus Preiß genießen die Gäste. Die Parteivertreter wurden so platziert, wie sie auch im Bundestag sitzen.

Neue Gesichter – neue Themen: ARD und ZDF mit "Schlussrunde" im TV

21:54 Uhr: Bei der "Schlussrunde" sollen am Donnerstagabend auch Themen angesprochen werden, die in den vorherigen TV-Debatten zu kurz kamen. Dazu zählen laut einer ZDF-Meldung: „Die Gesundheit, das Klima, aber auch die Probleme der jungen Leute.“ Auf das Thema "Migration" soll verzichtet werden. 

Union mit personellem Übergewicht: Gleich zwei Kandidaten bei "Schlussrunde" bei ZDF und ARD

21:38 Uhr: In der "Schlussrunde" werden nur Vertreter Parteien, die sich aktuell im Bundestag befinden, eine Chance auf den Endspurt im Wahlkampf haben. Dank der Logik der Sendung gibt es jedoch zwei Kandidaten, die für die Union dabei sein werden. Carsten Linnemann von der CDU und Alexander Dobrindt von der CSU werden sich für ihren gemeinsamen Kanzlerkandidaten Friedrich Merz aussprechen. Merz selbst wird genauso wie sein Konkurrent von der SPD, Olaf Scholz, nicht vertreten sein. 

Neue Gesichter bei TV-Debatte: "Schlussrunde" startet in Kürze

20:53 Uhr: In etwa einer Stunde beginnt die wohl letzte große Politik-Diskussion zwischen den Spitzenkandidaten im Fernsehen. Auch Christian Lindner von der FDP und Sahra Wagenknecht (BSW) werden dabei sein. Beide Parteien müssen laut aktuellen Umfragen um den Einzug in den Bundestag bangen. Außerdem kritisierten beide zuletzt die geringe mediale Aufmerksamkeit, die ihnen zuteilwurde. Sahra Wagenknecht klagte beispielsweise gegen die ARD, weil diese ihr die Teilnahme an der „Wahlarena“ verweigert hatte – jedoch ohne Erfolg.

Neue Gesichter bei der TV-Debatte um die Bundestagswahl: An der "Schlussrunde" nehmen auch FDP und BSW teil.
Neue Gesichter bei der TV-Debatte um die Bundestagswahl: An der "Schlussrunde" nehmen auch FDP und BSW teil.  Foto: dpa / Collage HSt

„Schlussrunde“ bei ARD und ZDF: Diese Kandidaten nehmen teil

18:41 Uhr: Anders als in den vorangegangenen Wahlkampf-Sendungen sind dieses Mal jedoch neue Gesichter dabei. Zu Gast in der „Schlussrunde“ sind:

Wahlkampf im TV: Spitzenkandidaten stellen sich Fragen im ZDF und ARD

Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, und Markus Preiß, Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, werden am Donnerstagabend durch die Sendung führen. Dabei werden sie aktuelle Fragen zu den Wahlkampfthemen stellen, die von der Außenpolitik über Gesundheitsfragen bis zum Klimaschutz reichen. Und noch eine andere Frage rückt stärker in den Blick: Wer wird Deutschland künftig regieren – und wie?

Der Sender ZDF hat zudem angekündigt, die Aussagen von Weidel, Lindner und Co. anschließend direkt in einem Faktencheck zu überprüfen.

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