Neue Studie

Pollenbelastung bis zu 20 Prozent höher: Klima sorgt für immer stärkere Saison

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Der Frühling 2026 ist besonders mild und trocken – das sorgt für eine starke Pollenbelastung, auch in der Region Heilbronn. Eine neue Studie zeigt: Die Pollensaison wird generell immer länger und intensiver. 


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Schlechte Nachrichten für alle Allergiker: Die Pollensaison wird immer länger und stärker, wie eine neue Studie zeigt. Die Studie einer internationalen Gruppe um Joacim Rocklöv vom Universitätsklinikum Heidelberg ist im Fachmagazin The Lancet erschienen. Auch im Frühling 2026 merken viele Allergiker, dass die Pollenbelastung stärker ausfällt. 

Wer bislang von einer Pollenallergie verschont geblieben ist, sollte sich nicht in Sicherheit wiegen – Heuschnupfen kann sich auch später noch entwickeln. Perspektivisch nimmt die Pollenbelastung durch den Klimawandel weiter zu

Neue Studie zeigt: Pollensaison startet im Schnitt bis zu zwei Wochen früher 

Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit der Menschen in Europa aus. Es gibt nicht nur immer mehr Wetterextreme – lange Trockenphasen, starke Hitzewellen, Überschwemmungen –, die Pollen werden auch immer aggressiver. Ein Zeichen dafür, dass die Natur unter Stress steht. 

Kern der Studie ist die Auswirkung des Klimawandels auf die Gesundheit der Menschen in Europa – neben Hitze ist dabei auch die Pollenbelastung ein wesentlicher Kern der Untersuchungen. 

Die Saison für alle allergenen Baumarten beginnt der Studie zufolge immer früher – und hat sich in dem Vergleichszeitraum von 2015 bis 2024 gegenüber 1991 bis 2000 um ein bis zwei Wochen nach vorne verschoben.

Betroffene werden also früher von Heuschnupfen geplagt – und damit auch länger. Zudem sei die Pollensaison intensiver. Viele fragen sich dann schon im Februar: Bin ich erkältet oder ist es schon Heuschnupfen? 

Warmes Wetter sorgte für Pollen-Frühstart 2026 in Heilbronn 

Die Nachfrage nach Medikamenten war in Apotheken der Region Heilbronn schon Anfang März groß. Eine SLK-Oberärztin hat im Gespräch mit der Heilbronner Stimme erklärt, warum Allergiker im Frühling 2026 schon früh teils starke Symptome haben. Das warme Wetter sorgte in Heilbronn für einen Pollen-Frühstart

Die Haselblüte sei etwa fünf Wochen früher als üblich gewesen. „Wir haben 2026 einen sehr frühen Saisonstart“, erklärte Evelyn Schneider Anfang März. Die SLK-Oberärztin hat außerdem ein paar Tipps gegeben, was Allergiker während der Pollensaison beachten sollten

Belastung bis zu 20 Prozent höher – Pollenmengen und Saisondauer nehmen zu

Betroffen seien der Gesundheitsstudie zufolge vor allem der Norden Deutschlands, Frankreich, Großbritannien und Teile Osteuropas, wie die Tagesschau berichtet. Der Klimawandel bringt immer höhere Temperaturen im Frühling – wodurch die Bäume früher blühen. Die Pollensaison sei demnach 15 bis 20 Prozent stärker – mit höheren Pollenmengen in der Luft und längeren Saisondauern. 

Wie die Tagesschau auf Berufung von Lancet Countdown berichtet, leiden in Europa je nach Region bis zu 32 Prozent der Menschen an Heuschnupfen – also jeder Dritte. Häufige Symptome sind dabei neben dem klassischen Schnupfen rote und juckende Augen und auch Asthma. 

Warmes Wetter und Trockenheit sorgen für eine starke Pollenbelastung 2026 

Ein wesentlicher Faktor für die starke Pollenbelastung im Frühling 2026 ist das Wetter: Die 20-Grad-Marke ist in Baden-Württemberg bereits mehrfach gefallen – auf einen kalten Winter folgte rasch sehr warmes Frühlingswetter Auch Ende April dreht der Frühling noch mal richtig auf.

Dazu ist etwa in der Region Heilbronn zuletzt deutlich zu wenig Regen gefallen – am 20. April waren es gerade mal 46 Prozent vom langjährigen Mittel, wie der Meteorologe Jürgen Schmidt von Wetterkontor gegenüber der Heilbronner Stimme erklärt hat. Bereits der März war insgesamt zu warm und zu trocken – die Bilanz für den April dürfte zumindest für den Südwesten Deutschlands ähnlich ausfallen. 

Hohe Temperaturen und wenig Regen sorgen für eine hohe Pollenbelastung. Die Pollen bleiben in der Luft und werden nicht von Regen „ausgewaschen“. Pollen wehen leichter durch trockene Luft, zudem belastet die Trockenheit an sich die Atemwege. Wärme und Trockenheit lösen zudem Stress bei Pflanzen aus, wodurch die Pollen aggressiver werden. 

Insgesamt sollen voraussichtlich auch der Mai, der Juni und der Juli laut den Langzeitprognosen zu warm ausfallen. Es könnte allerdings etwas feuchter werden, was etwas Linderung für Allergiker bringen könnte. 

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