Pilze sammeln im Wald: Giftig oder essbar? Vorsicht bei diesen Exemplaren
Im Herbst zieht es viele Sammler in der Heilbronner Region nach draußen: Sie hoffen auf eine reiche Pilz-Ernte. Im Zweifel kann das lebensgefährlich werden.
Herbstzeit ist Pilz-Zeit. Viele Hobbysammler zieht es deshalb in die heimischen Wälder. Eine unterschätzte Gefahr dabei: giftige Pilze. Von welchen Sorten sollte man unbedingt die Finger lassen? Und vor allem: Was kann man tun, wenn man eine ungenießbare Sorte gegessen hat? Eine Übersicht.
Giftige Pilze in der Region: Ein Überblick über die gefährlichen Sorten
Laut dem Bundesamt für Naturschutz gibt es ungefähr 14.000 Pilzarten in Deutschland. Von denen seien nur etwas mehr als 5000 mit bloßem Auge zu erkennen. Und etwa 120 davon seien giftig – manche sogar tödlich.
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie warnt davor, sich beim Sammeln blind auf Bestimmungsbücher und Apps zu verlassen. Sie rät stattdessen, sich ein „solides Grundwissen anzueignen, beispielsweise auf Lehrwanderungen und durch Pilzkurse“. Diese werden auch in der Region Heilbronn angeboten.
Sicherheit beim Pilz-Sammeln: Darauf sollte man unbedingt achten
Um den Verzehr von Pilzen so sicher wie möglich zu machen, sollten Hobbysammler einige Regeln befolgen. So sei laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie oberstes Gebot, keine Pilze zu essen, die man nicht kennt. Zudem sollte man keine alten, verdorbenen Pilze verspeisen.
Wichtig sei auch, niemals rohe Pilze zu essen. Stattdessen sollten diese mindestens 15 Minuten lang bei 70 Grad erhitzt werden. "Nur Zuchtchampignon und einige wenige andere Arten sind roh in geringen Mengen genießbar", heißt es weiter.
Giftpilz gegessen: Das sollte man sofort tun
Wenn man sich nach dem Verzehr unsicher ist, ob der Pilz giftig gewesen ist oder sich bereits eine Vergiftung mit Symptomen äußert, gilt es, schnell zu sein. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie rät, folgende Sofortmaßnahmen einzuleiten:
- Ärztliche Hilfe suchen, bei schweren Symptomen direkt ins Krankenhaus
- Wenn möglich: Putzreste, Speisereste oder Erbrochenes sicherstellen und dem Rettungsdienst/Arzt mitgeben
- Alle Personen, die an der Pilzmahlzeit teilgenommen haben, informieren
- Ohne ärztliche Weisung nichts essen oder trinken, kein Erbrechen auslösen
Symptome sind bei Pilzvergiftung tückisch
Die Symptome einer Pilzvergiftung seien abhängig von der Art des Pilzes und der Verzehrmenge, heißt es auf der Internetseite des BRK. So würden teils bereits nach weniger als zwei Stunden die ersten Beschwerden auftreten, teils auch erst nach sechs Stunden oder mehr.
Es gilt also, nicht unbedarft zuzugreifen, sondern sich vor dem Sammeln gut zu informieren. Denn für bei der Pilzernte im Wald müssen Sammler auch einige Regeln beachten. Dann steht dem Pilz-Genuss in diesem Jahr nichts im Weg.

Stimme.de