VW-Krise hausgemacht: Kann staatliche Hilfe die Problem-Lösung sein?

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VW wieder auf Kurs zu bringen, ist Aufgabe des Managements, nicht die des Staates. Die Bundesregierung und die EU können jedoch die Rahmenbedingungen für den Aufschwung der Elektromobilität verbessern, findet unser Autor.


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Volkswagen beschäftigt in Deutschland rund 130.000 Menschen. Wenn so ein Unternehmen in der Krise steckt und über Werkschließungen und Stellenabbau nachdenkt, schaut die ganze Republik nach Wolfsburg. Keine Frage: Im VW-Konzern häufen sich die Probleme, vor allem die Kernmarke Volkswagen schwächelt. Es besteht Handlungsbedarf, Prozesse zu verschlanken und Kosten einzusparen. Es gibt Probleme, die sind hausgemacht bei Europas größtem Autobauer. Dazu gehört etwa, dass über viele Jahre hinweg rund um den Globus Überkapazitäten an den rund 100 Standorten aufgebaut wurden. Der Verkaufskuchen wird aber nicht größer.

Es sitzen mittlerweile aber mehr Wettbewerber am Tisch, die ein Stück abhaben wollen, allen voran die Chinesen. Im Reich der Marken gibt es schier unendlich viele, die nicht alle global Erfolg haben werden. Aber einige wie BYD spielen bereits heute weltweit eine bedeutende Rolle. Und sie verstehen die Kundschaft in China einfach besser. Hier braucht es andere Fahrzeuge, vor allem E-Autos, als in anderen Teilen der Welt. Das hat VW später erkannt, hat sich nun aber Hilfe von chinesischen Partnern geholt, um im Reich der Mitte wieder vorne mitzumischen.

VW-Krise: Problem-Lösung liegt bei Volkswagen – nicht Aufgabe des Staates

In Deutschland richtet sich der Blick zunächst einmal auf die vielen Arbeitsplätze. Ein Unternehmen wie VW hat für den Wirtschaftsstandort eine herausragende Bedeutung. Das Land Niedersachsen und die Bundesregierung denken nun bereits laut darüber nach, wie sie Volkswagen unterstützen können. Die Probleme muss aber zunächst einmal das Management in Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern in Angriff nehmen. Das darf nicht die Aufgabe des Staates sein. Der VW-Konzern hat im vergangenen Jahr fast 23 Milliarden Euro verdient und ist damit weit entfernt davon, kurz vor dem Abgrund zu stehen. Dass sich einiges ändern muss, ist unbestritten. Aber der ohnehin schon klamme Staat kann jetzt nicht die Schatulle aufmachen und finanzielle Hilfen anbieten.

Bundesregierung kann Rahmenbedingungen für Automobilbranche verbessern

Aufgabe der Bundesregierung ist vielmehr, die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie zu verbessern. Das gilt zum einen wie in allen anderen Branchen für die überbordende Bürokratie. Zum anderen muss alles dafür getan werden, dass der Aufschwung der Elektromobilität gelingt. Dazu gehört insbesondere die Verbesserung der Ladeinfrastruktur. Und solange die Kosten für Batterien so hoch sind wie aktuell, sollte dringend darüber nachgedacht werden, ob das plötzliche Aus der E-Auto-Förderung Ende des vergangenen Jahres das richtige Signal war. Hinzu kommt: Ab 2025 drohen hohe Strafzahlungen in der EU, wenn die Grenzwerte für die Neuwagenflotte der verschiedenen Marken nicht erreicht werden. Das drückt zusätzlich aufs Ergebnis.

Daher müssen die selbst ernannten Experten in der EU endlich verstehen, dass der Durchbruch der Elektromobilität nicht so schnell kommt, wie einmal angenommen. Dieser vielleicht unbequemen Realität muss man endlich ins Auge blicken und sie akzeptieren. Dazu gehört auch, dass die EU die teils völlig überzogenen CO2-Ziele für 2025, 2030 und 2035 nachjustiert und an die Realität anpasst.

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