Nach Protest gegen Streichung der Buslinie 683: Neue Lösung für Bad Rappenau
Nutzer des ÖPNV in drei Bad Rappenauer Teilorten haben Grund zur Freude. Zwar soll Buslinie 683 gestrichen werden, dafür aber soll es Ersatz mit einer Verlängerung der Linie 694 geben. Eine Bürgerpetition könnte damit hinfällig sein.
Eine geplante Streichung der Buslinie 683 ab Januar 2027 hatte in den Bad Rappenauer Teilorten Bonfeld, Fürfeld und Treschklingen Protest ausgelöst. Denn die Linie verbindet die Teilorte auf direktem Weg mit Heilbronn. Eine Petition gegen das Vorhaben war geplant. Doch jetzt die Wendung: Das Landratsamt Heilbronn bessert nach.
Buslinie 694 wird bis Bonfeld, Fürfeld und Treschklingen verlängert
Bad Rappenaus Hauptamtsleiter Wolfgang Franke reagiert erfreut. Er sei seit Tagen an dem Thema dran gewesen, sagt er. Die jetzigen Entwicklungen „sind sehr gute Nachrichten am Aschermittwoch“. Das Landratsamt habe eine Ausschreibung nachträglich verändert, das sei sehr ungewöhnlich und auch anerkennenswert. Franke: „Das hätte ich nicht zu hoffen gewagt.“ Die Linie 694, die bisher Bad Wimpfen über Untereisesheim und Obereisesheim mit Heilbronn verband, soll laut den aktualisierten Plänen einfach verlängert werden - bis Bonfeld, Fürfeld und Treschklingen.
Wie berichtet, hatte Franke die ursprünglichen Pläne des Landratsamts als Verschlechterung kritisiert. Das Landratsamt sah zunächst vor, die betroffenen Teilorte via Bus mit dem Bahnhof in Bad Rappenau zu verbinden - was für Pendler deutlich längere Fahrzeiten nach Heilbronn sowie mindestens einen Umstieg bedeutet hätte.
Bürgerverein Bonfeld will statt Petitionsstart eine kleine Feier planen
Die neue Sachlage verändert auch nach Ansicht von Vincenzo Luongo vom Bürgerverein Bonfeld alles. Ein für Sonntag vorgesehener Petitionsstart steht nun auf der Kippe. „Im Landratsamt fand offenbar ein Umdenken statt“, sagt er. Dass der Widerstand aus den betroffenen Teilorten Wirkung gezeigt habe, freue ihn sehr. Man werde wahrscheinlich am Sonntag ab 11.30 Uhr in der Ortsmitte von Bonfeld auf den Erfolg anstoßen, anstatt Unterschriften zu sammeln. Er sei der Bad Rappenauer Stadtverwaltung sehr dankbar für ihren Einsatz, betont Luongo.

Wolfgang Franke vom Bad Rappenauer Hauptamt ergänzt: „Uns war wichtig, dass die Linie durchgängig ist.“ Optional habe man in Bad Wimpfen nun sogar noch eine Möglichkeit zum Umstieg auf die Bahn. Der Schülerverkehr zum Hohenstaufen-Gymnasium sei auch integriert. Das Ergebnis sei nun „eine super Sache“ und sogar noch „eine deutliche Verbesserung“ der jetzt bestehenden Situation. Es sei aus seiner Sicht auch die wirtschaftlichste Lösung. Franke warb aber auch um Verständnis für die Mitarbeiter im Landratsamt. Es sei herausfordernd, Kosten einsparen zu müssen in Kombination mit der Erwartung vieler, das bestehende Angebot zu erhalten.
Bad Rappenauer Stadtrat Sven Hofmann (Freie Wähler) sieht „Verbesserung für alle“
Seitens des Landratsamts heißt es, der ÖPNV bleibe mit dieser Lösung eine attraktive Alternative zum Individualverkehr. Neben der Ringbuslinie 685 mit Anschluss an den Bahnhof der Bad Rappenauer Kernstadt biete die Linie 694 künftig auch eine direkte Verbindung zwischen Treschklingen, Fürfeld, Bonfeld und Bad Wimpfen, die bislang nur im Schulverkehr bestand. Hintergrund der Veränderungen sei das Auslaufen der Konzessionen der Linie 683 und weiterer Linien zum 31. Dezember sowie die Neuausschreibung gemäß dem Nahverkehrsplan. Die Frage, ob die nachträglich veränderte Ausschreibung als Reaktion auf den Bürgerprotest in den Ortsteilen zu sehen sei, ließ die Pressestelle des Landratsamts unbeantwortet.
Auch Sven Hofmann, Stadtrat der Freien Wähler in Bad Rappenau, sieht in den aktualisierten Plänen einen „großen Erfolg und eine Verbesserung für alle“.
Die Buslinie 694 nach Bonfeld, Fürfeld und Treschklingen war für Luongo vom Bürgerverein von Anfang an „die Kompromisslösung“. Heute sagt er, diese Variante sei sogar eine Verbesserung der bisherigen Anbindung. Die Fahrzeit zum Hauptbahnhof Heilbronn wäre zwar acht Minuten länger als mit der Linie 683 – aber: Die Taktung sei deutlich größer. 18 Fahrten am Tag, früh am Morgen und auch spät am Abend – das eröffne vielen neue Möglichkeiten.
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