Probleme bei Gelbe-Tonnen-Leerung auf Aussiedlerhöfen in Bad Rappenau und Bad Wimpfen
Immer wieder beschweren sich Bewohner aus Aussiedlerhöfen bei Bad Rappenau und Bad Wimpfen, dass die Gelben Tonnen nicht abgeholt würden. Ein Pressesprecher des Müllentsorgungs-Unternehmens spricht von Startschwierigkeiten.
Bewohner von Aussiedlerhöfen haben in den vergangenen Wochen wiederholt berichtet, dass die Gelben Tonnen nicht geleert würden. Rentnerin Renate Britz (74), die im Kohlhof bei Bad Rappenau-Zimmerhof lebt, spricht von einer Unverschämtheit.
Bei der Pressestelle des zuständigen Entsorgungsunternehmens Prezero ist von bedauerlichen Einzelfällen in der Startphase die Rede.
Beschwerden über nicht geleerte Gelbe Tonnen auf Aussiedlerhöfen bei Bad Rappenau und Bad Wimpfen
Den benachbarten Aussiedlerhöfen im Grafenwald gehe es genauso, sagt Britz. Axel Störner zum Beispiel fuhr den Plastikmüll selbst weg, brachte ihn wie früher zum Recyclinghof. Seine Frau Gundi Störner, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, berichtet, alle Anrufe und Nachfragen beim Landratsamt hätten sie nicht voran gebracht.
Und auch Otto Schmidt aus den Hohenhöfen in Bad Wimpfen beklagte kürzlich dieselbe Problematik. Alles werde abgeholt, bloß die Gelben Tonnen würden nicht geleert, schilderte er.

Pressesprecher Boris Ziegler von Prezero: Fahrer seien angewiesen, „kein unkalkulierbares Risiko einzugehen“
Gibt es also konkret ein Problem mit der Gelben-Tonnen-Leerung auf Aussiedlerhöfen in der Region und warum sollte das so sein? Boris Ziegler, Pressesprecher von Prezero, hat darauf eine Antwort: „Zum einen setzen wir für das neue Sammelsystem der Gelben Tonne im Landkreis Heilbronn auch neues Personal ein, das sich erst mit den teils komplexen Routen und den spezifischen Lagen der Aussiedlerhöfe vertraut machen muss“, sagt er. Hier fehle in der Anfangsphase oft noch die jahrelange Routine. Zum anderen hätten die jüngsten Witterungsbedingungen mit Schneefall und Glätte die Situation verschärft. Gerade entlegene Abfallstellen seien dann für schwere Entsorgungsfahrzeuge oft schwer erreichbar.
Dass es aktuell zu Verzögerungen komme, liege also an einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. In weiten Teilen Deutschlands hätten Entsorger witterungsbedingte Verzögerungen oder abgebrochene Touren gemeldet. Ziegler: „Dabei hat der Arbeitsschutz unserer Mitarbeiter stets oberste Priorität, da es auf glatten Wegen bereits zu Unfällen mit Knochenbrüchen und Prellungen bei Müllladern gekommen ist.“ Ihre Fahrer seien daher ausdrücklich angewiesen, „kein unkalkulierbares Risiko einzugehen“.
Rückrufbitte bei KI-Paule hinterlassen? Renate Britz: „Es hat nie jemand zurückgerufen.“
Um die Abholsituation an Aussiedlerhöfen zu verbessern, arbeite man aktuell an der Erstellung spezieller Listen. Mit diesen erfasse man systematisch alle Lagen, bei denen es wiederholt zu Schwierigkeiten gekommen sei, um die Fahrer gezielt darauf hinzuweisen. „Wo uns konkrete Probleme bekannt werden, reagieren wir zudem so schnell wie möglich mit Nachleerungen“, so Ziegler. Man befinde sich in einer Startphase, in der nicht alles sofort reibungslos verlaufe. Durch die steigende Erfahrung ihrer Teams und die abklingende Winterwitterung seien sie aber sehr zuversichtlich, „dass diese Startschwierigkeiten bald der Vergangenheit angehören und die Abholung künftig überall zuverlässig erfolgt“.
Renate Britz kritisiert, dass man als Betroffener überall anrufen könne, sich aber keiner zuständig fühle. Und wenn man mit KI-Paula spreche, könne man sogar eine Rückrufbitte äußern. „Es hat nie jemand zurückgerufen“, sagt sie. „Und die Rückrufbitte ist zwei Wochen alt.“ Auch Gundi Störner äußert Zweifel an der Witterungsbegründung: Die Wege zu den Aussiedlerhöfen würden bei Schneefall oft sogar als erstes freigemacht.
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Kommentare
Alfred Englert am 12.02.2026 12:55 Uhr
Dien ganze Umstellerei der Müllabholung und zusätzliche Umstellung auf gelbe Tonne war doch ein
Versagen mit Ansage. Es hat doch schon vorher erheblich gehakt, seit Prezero den Entsorgungsauftrag im Landkreis hat.
Und eine dumme Frage sei an die Verantwortlichen im LRA erlaubt:
Warum macht man die Umstellung zum 1. Januar, mitten im Winter, mit einer Konzentration von arbeitsfreien Feiertagen davor und danach?
Zumindest ab 1. März oder 1. Juli wären witterungsbedingte Abfuhrausfälle unwahrscheinlich gewesen.
Aber vielleicht wäre ja den Mitarbeitern der Abfallwirtschft vom LRA die Umstellung der Abrechnung der Gebühren für 1/4 oder 1/2 Jahr zu kompliziert gewesen ?