Swatting-Großeinsatz in Pfedelbach: Polizei sucht weiter nach Fake-Anrufer
Schwere Straftat vorgetäuscht: Ein Mann hat durch einen Anruf mit einer gefälschten Telefonnummer einen Großeinsatz in Pfedelbach ausgelöst. Das ist der Stand der Ermittlungen.
Ende Januar hat ein unbekannter Anrufer einen Großeinsatz der Polizei in Pfedelbach ausgelöst. Der Unbekannte rief mit falscher Nummer an, täuschte eine schwere Straftat vor und schickte die Beamten zu einer falschen Adresse. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und nahm den Hausbewohner an der genannten Adresse fest – musste aber schnell feststellen, dass dieser Opfer eines sogenannten „Swatting“-Anrufs geworden war.
Swatting-Fall in Pfedelbach: Wie das Phänomen abläuft
Das Phänomen Swatting läuft meist so ab: Ein Täter gaukelt mit falschen Angaben eine schwere Straftat oder Gefahrenlage vor. Das Ziel ist es, einen unnötigen Polizeieinsatz mit Spezialkräften auszulösen. Der Begriff kommt aus dem Englischen, in den USA werden Spezialeinsatzkräfte der Polizei „Swat“ („Special Weapons And Tactics“) genannt.

Wer einen Swatting-Anruf absetzt, kann sich jedoch wegen des Missbrauchs von Notrufen oder des Vortäuschens einer Straftat strafbar machen. Außerdem verursacht ein Großeinsatz der Polizei hohe Kosten, die dem Täter aufgebürdet werden können.
Swatting-Einsatz in Pfedelbach: Polizei sucht unbekannten Anrufer
Doch diesen konnte die Polizei im Pfedelbacher Fall bisher nicht ausfindig machen, wie Petra Rutz berichtet, Sprecherin des Heilbronner Polizeipräsidiums. „Es liegen aktuell keine Neuigkeiten vor.“ Wie genau ein Täter in solchen Fällen ermittelt wird, könne aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten werden. Klar ist aber, dass Swatting-Anrufe in der Region aufs Jahr gesehen sehr selten vorkommen, ergänzt Rutz. „Wir bewegen uns da im einstelligen Bereich. Zum Glück.“
Deutschlandweit beobachten Experten allerdings, dass Swatting-Fälle zunehmen. Besonders betroffen sind dabei Streamer: Menschen, die zu Unterhaltungszweck live im Internet senden. Oft trifft es aber auch Politiker, Unternehmen, Vereine oder Schulen.
Der Verein „Institut für Sicherheit und Datenanalyse im Streaming“ beobachtet seit Jahren zweistellige Zahlen von Swatting-Fällen. Im sächsischen Landkreis Meißen gab es im Herbst 2025 eine ganze Serie solcher Anrufe mit fünf Fällen. Die Polizei konnte schließlich eine 19-Jährige als mutmaßliche Verursacherin fassen.
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