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Nach Polizei-Großeinsatz in Pfedelbach: Was ist eigentlich Swatting?

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Ein sogenannter Swatting-Fall hielt am Donnerstag in Pfedelbach die Polizei in Atem. Der Begriff leitet sich vom Namen einer US-Spezialeinheit ab. Falsche Notrufe, um einen Einsatz zu provozieren, sind eine Straftat.


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Nach dem Großeinsatz am Donnerstagabend in Pfedelbach hat die Polizei den Begriff Swatting verwendet. Ein Mann hatte beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Heilbronn angerufen und behauptet, er habe jemanden erschossen. Beim ihrem Eintreffen stellten die Einsatzkräfte aber fest, dass dies nicht der Fall war. 

Swatting-Einsatz in Pfedelbach – Warum Polizei und Rettungskräfte ausrücken

Auf der Online-Plattform anwalt.org wird beschrieben, was unter „Swatting“ zu verstehen ist. Wird der Notruf gewählt, gehen die Mitarbeiter in den Leitstellen grundsätzlich davon aus, dass es sich um einen echten Notfall handelt.

Ein mutmaßlicher Swatting-Fall hat am Donnerstag in Pfedelbach einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.
Ein mutmaßlicher Swatting-Fall hat am Donnerstag in Pfedelbach einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.  Foto: Götz Greiner

Polizei und Rettungskräfte rücken dann entsprechend der geschilderten Situation aus. Da im Ernstfall jede Minute zählt, ist es nicht immer möglich, den Notruf umfassend zu verifizieren. Genau dieser Umstand ermöglicht das Swatting, bei dem falsche Notrufe abgesetzt werden, um anderen Personen zu schaden.

Schwer bewaffnete Spezialeinheit „Special Weapons and Tactics“ (SWAT) 

Die Bezeichnung leitet sich dabei von der amerikanischen Spezialeinheit „Special Weapons and Tactics“ (SWAT) ab, die unter anderem bei Geiselnahmen und Amokläufen zum Einsatz kommt. Diese Einsatzkräfte sind dazu ausgebildet, hochriskante Situationen zu bewältigen und stürmen dabei unter Umständen stark bewaffnet die Wohnung der vermeintlichen Opfer.

Als deutsche Entsprechung gelten die Spezialeinsatzkommandos (SEK), bevor dieses losgeschickt wird, schaut üblicherweise aber eine Polizeistreife vorbei. Laut Experten ein Grund, weshalb Swatting in Deutschland nicht so verbreitet ist.

In den Vereinigten Staaten seien zeitweise vor allem Prominente von Swatting betroffen gewesen. Die Anrufer meldeten über den Notruf etwa bewaffnete Eindringlinge auf deren Anwesen und lösten dadurch Polizeieinsätze aus. Zu den Betroffenen zählten unter anderem Ashton Kutcher, Justin Bieber, Tom Cruise oder Paris Hilton.

Vermehrt Swatting in der Online-Gaming-Szene 

Mittlerweile beobachten die Behörden vor allem in der Online-Gaming-Szene vermehrt Swatting. Ziel ist es dabei, unliebsamen Gegenspielern zu schaden, insbesondere wenn diese gerade selbst live Audio- oder Videoübertragungen streamen. Aufgrund dieser Beweggründe ist Swatting unter Umständen auch als Form des Cybermobbings zu werten.

Das deutsche Strafrecht kennt den Begriff „Swatting“ zwar nicht, allerdings lässt sich gemäß § 145 Strafgesetzbuch (StGB) der Missbrauch von Notrufen ahnden. Demnach stellt es eine Straftat dar, wenn Notfälle vorgetäuscht werden, um Einsätze von Rettungskräften auszulösen.

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