Spoofing vor Polizei-Großeinsatz in Pfedelbach: Das steckt hinter der Betrugsmasche
Um einen Polizei-Großeinsatz in Pfedelbach auszulösen, hat ein unbekannter Anrufer die Telefonnummer seines Opfers gefälscht. Der Fachbegriff lautet Spoofing – was sich hinter der Masche verbirgt.
Ein unbekannter Anrufer meldet sich bei der Polizei in Heilbronn und behauptet, er habe eine schwere Straftat begangen. Der Anrufer nutzt dabei eine Telefonnummer, die zu einem Anschluss in Pfedelbach gehört.
Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot aus und nimmt den Bewohner im Haus mit der entsprechenden Adresse fest – muss daraufhin aber feststellen, dass der Mann Opfer eines Swatting-Anrufs geworden ist. Dabei lösen Täter unnötig einen Großeinsatz der Polizei aus, indem sie schwere Straftaten vortäuschen.
Spoofing: Wie Telefon-Betrüger wie in Pfedelbach vorgehen
Dieser Vorfall ist am Donnerstag, 29. Januar, in Pfedelbach passiert. Den Täter konnte die Polizei bisher nicht ermitteln. Doch wie hat es der Anrufer geschafft, die Telefonnummer seines Opfers zu fälschen?
Der Fachbegriff dafür lautet „Spoofing“ (englisch für Manipulation, Verschleierung). Spoofing wird auch von Betrügern im In- und Ausland genutzt, etwa um bei Betrugsanrufen eine deutsche Nummer vorzugaukeln – denn das wirkt vertrauenswürdiger als ein Anruf aus dem Ausland. Auf dem Display des Opfers scheint es so, als würde die eigene Bank oder ein Versandhändler anrufen.
Betrug mit gefälschten Telefonnummern: Polizei ruft niemals unter 110 an
Sogar die bekannteste Polizeinummer wird gelegentlich Teil der Spoofing-Betrugsmasche: Dabei rufen Betrüger ihre Opfer unter der gefälschten Nummer 110 an, um sie in Betrugsmaschen zu verwickeln. Ein Fake, der leicht entlarvt werden kann, denn die Polizei ruft niemals mit der Nummer 110 an und rät Opfern, in solchen Fällen sofort aufzulegen.
Die Betrüger manipulieren in solchen Fällen die sogenannte Caller-ID. Technisch verhindern lässt sich das kaum, denn es gibt unzählige Online-Anbieter und Apps, die die eigene Rufnummer verschleiern. Dabei können sowohl Fantasie-Nummern als auch real existierende Nummern vorgegaukelt werden, die eigentlichen Besitzer der Telefonnummer bekommen davon nichts mit.
Spoofing: Technisch nicht zu verhindern, Ermittlung der Fake-Anrufer schwierig
Die Bundesnetzagentur fasst es wie folgt zusammen: „Absenderrufnummern können gefälscht sein und sind nicht uneingeschränkt vertrauenswürdig.“ Die Behörde hat zwar Maßnahmen ergriffen, wie etwa, dass Anrufe aus dem Ausland nicht unter deutscher Nummer angezeigt werden dürfen.
Bei Manipulationen verfüge die Bundesnetzagentur jedoch über „keinerlei technische Verhinderungsmöglichkeiten“. Zwar können Opfer gefälschte Rufnummern melden, das muss jedoch innerhalb weniger Tage passieren, denn die Telefon-Anbieter speichern Verbindungsdaten höchstens sieben Tage.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare