So soll das Parkhaus "Elsa" am neuen Stadteingang von Künzelsau aussehen.
Foto: ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart GbR
Ein architektonischer Hingucker sollte es werden: Elsa, dessen Name sich aus KünzELSAu ableitet. Das neue Parkhaus am Künzelsauer Stadteingang, die Mobilitätsdrehscheibe, wie die Stadt es lieber nennt. Der Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb sah eine spannende Fassadengestaltung mit Begrünung vor. Ein Multifunktionsgebäude, das irgendwann – sollte der Bedarf an individueller Mobilität mit Pkw sinken – in Teilen zu Büros oder Appartements werden kann.
Der Plan: Die Vergabe eines schlüsselfertigen Baus an einen Generalunternehmer soll Kosten sparen. Deshalb stimmt der Gemeinderat Künzelsau in seiner letzten Sitzung des Jahres genau dem zu: Das Unternehmen Wolff & Müller erhält dabei als wirtschaftlichster Bieter den Zuschlag.
Das war der Siegerentwurf für das neue Parkhaus am Stadteingang, das nun so nicht realisiert wird.
Foto: Stadt Künzelsau/Lima-Architekten
Neues Parkhaus am Künzelsauer Stadteingang kostet 11,4 Millionen Euro
Für insgesamt rund 11,4 Millionen Euro entsteht das Parkhaus, das 2022 noch mit acht Millionen Euro kalkuliert war. Ohne Abstriche in der Optik und bei der Multifunktionalität wäre die Kostensteigerung wohl noch höher ausgefallen. Jedenfalls bekommt Elsa nun eine schlichte Holz-Lamellen-Fassade. Sie beherbergt 275 Stellplätze und 110 Fahrrad-Stellplätze auf zwölf Ebenen, erklärt Celine Trepte vom Büro CPM (Stuttgart), das das europaweite Ausschreibungs- und Vergabeverfahren betreut hat. 24 Ladepunkte für E-Autos im öffentlichen, 18 im privaten Teil des Gebäudes sind vorgesehen. An 24 weiteren Stellplätzen wird die Infrastruktur für eine spätere Umrüstung als E-Ladeplatz vorbereitet. Zwei Plätze für elektrische Car-Sharing-Fahrzeuge sind ebenso geplant wie 15 E-Bike-Ladestellen.
Photovoltaikanlage versorgt Elsa mit Strom
Den Strom dafür deckt Elsa selbst mit ihrer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Die habe eine Leistung von 950 Kilowatt-Stunden, so Trepte. „Das ist mehr als wir brauchen“, erklärt Bürgermeister Stefan Neumann.
Areal „Neuer Stadteingang“
Rund neun Hektar umfasst das Plangebiet, das unter dem Namen „Neuer Stadteingang“ zusammengefasst ist. Das Areal soll über eine Erschließungsstraße zwischen bestehendem Kaufland und neuem Parkhaus an die B19 angebunden werden. Ein zentraler Boulevard (Achse zwischen Bergbahn und Rathaus) bindet das Ganze an die Innenstadt an, außerdem ist ein Quartier aus Wohn- und Geschäftshäusern vorgesehen, durch das irgendwann auch die Kochertalbahn fahren soll.
Zeitplan für den Bau des neuen Parkhauses „Elsa“ in Künzelsau steht
Inzwischen steht auch der Zeitplan für den Bau. Die Vorbereitungen starten am 15. Juni 2026 – einen Tag nach der Bürgermeisterwahl in Künzelsau. Am 12. August soll es dann mit dem eigentlichen Bau losgehen. Die Fertigstellung gibt Celine Trepte in ihrer Präsentation für den 24. Mai 2027 an. Sollte das gelingen, wird das Parkhaus etwa anderthalb Jahre später öffnen als ursprünglich vorgesehen.
Bautermin hat sich immer wieder verschoben, während die Kosten weiter stiegen
2022 war noch die Rede von Ende 2025 gewesen, im Februar vergangenen Jahres ging man dann von Mitte 2026 aus. Ähnlich wie das Datum änderte sich auch kontinuierlich die Investitionssumme. Nicht nur für das Parkhaus, auch für das Projekt neuer Stadteingang insgesamt. Von den 2022 prognostizierten 20 Millionen Euro Gesamtkosten (zehn Millionen für die Erschließung, acht für das Parkhaus und zwei für die Bodensanierung).2024 waren es dann schon 26 Millionen Euro. Schaut man in den am Dienstag verabschiedeten Haushaltsplan der Stadt (Berichterstattung folgt), scheint es realistisch, dass man bei um die 30 Millionen Euro landen wird. Abziehen muss man indes Zuschüsse in noch unbekannter Gesamthöhe, unter anderem aus dem Landessanierungsprogramm.
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