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Oberbürgermeister-Wahl in Öhringen: Diese Positionen vertreten die Kandidaten

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Zu ganz unterschiedlichen Themen müssen die drei Öhringer OB-Kandidaten beim HZ-Wahlforum antworten. Wofür stehen Patrick Wegener, Peter Lohnert und Thilo Michler? 

So viel Spannung lag vor einer Bürgermeisterwahl selten in der Luft wie nun vor der OB-Wahl am Sonntag in Öhringen. Da sind sich die Bürger derzeit einig. Aufmerksam verfolgen deshalb rund 800 Zuschauer das HZ-Wahlforum am Mittwochabend in der Kultura – die letzte Gelegenheit für die drei Bewerber, sich im direkten Vergleich miteinander zu messen. Die Erwartungen der Besucher wurden nicht enttäuscht: Die Kontrahenten lieferten sich eine spannende Diskussion, verzichteten aber nahezu komplett auf Frontalangriffe auf die Mitbewerber.

Oberbürgermeister-Wahl in Öhringen: Was muss man aus der Vergangenheit lernen?

Peter Lohnert hatte sich bei der städtischen Kandidatenvorstellung mehr auf Konfrontationskurs begeben, als er verkündete, deshalb OB werden zu wollen, um „16 Jahre Stillstand zu beenden“. Dem Nicht-Verwaltungsfachmann wird auf den Zahn gefühlt, was seine Eignung angeht. Er habe BWL studiert und bringe Dinge schnell auf sein „Wissenskonto“, zudem baue er auf die Kompetenz der Verwaltungsmitarbeiter. „Kämmerei ist auch kein Hexenwerk“, erklärt er auf die Frage, was er tun würde, sollte der Amtsleiter ausfallen.

Auch Amtsinhaber Thilo Michler wird von der stellvertretenden Redaktionsleiterin Yvonne Tscherwitschke ordentlich in die Mangel genommen. In der Verwaltung mussten zentrale Positionen neu besetzt werden. Es gebe Kritiker die sagen, Michler sei der Grund für die hohe Fluktuation.

Der Amtsinhaber betont, dass viele Mitarbeiter bereits viele Jahrzehnte treu geblieben seien und ergänzt: „Sie finden immer 20 Prozent, die unzufrieden sind.“ Auf die Frage, welche politische Entscheidung er am liebsten rückgängig machen würde, meint er „die Schließung des Hallenbads, weil wir immer noch ein Riesendefizit an Schwimmkursen haben.“ Auch die Bauplatzpreise in Michelbach hält er für zu hoch.

Öhringer OB-Kandidaten im Check: Leser stellen Bewerbern Fragen

Von Patrick Wegner möchte eine Öhringer Leserin wissen, ob er sich zutraut, die Große Kreisstadt mit 500 Mitarbeitern zu führen, worauf Wegener meint, natürlich habe er Respekt, sieht sich der Aufgabe aber gewachsen, denn „um mit 500 Menschen zu arbeiten, braucht es gute Kommunikation.“

Die Innenstadt lebendig zu gestalten, das ist ein Thema, das die Menschen beschäftigt. Thilo Michler berichtet von der Gründung des Vereins „Öhringen.Lieblingsstadt.“ und erfolgreiche Aktionen wie den Winterzauber. Beim Versuch, den Marktplatz autofrei zu bekommen, gibt er kommunikative Fehler zu. 

OB-Kandidaten über Öhringer Innenstadt: Wie wird sie zukünftig aussehen?

Patrick Wegener kritisiert, man habe sich zu sehr in Einzelmaßnahmen verloren, „die Innenstadt ist eine Dauerbaustelle, wir müssen da auch mit den Eigentümern mehr ins Gespräch gehen“, betont Wegener, der seit elf Jahren Stadtrat ist. Man dürfte in Öhringen auch mutiger sein, größer denken und sich Dinge von anderen Städten abschauen.  Pop Up Stores (Einzelhandelsgeschäfte zur Probe) hält er für denkbar.

Lohnert findet, Öhringen solle zu einer Kinderspielstadt werden und die Durchfahrt wie auf jeder „Piazza in Italtien verbieten.“ Man brauche eine grüne Innenstadt, „bei Hitze könne man sich nicht auf dem Marktplatz aufhalten.“ Auch eine mobile Gastronomie schwebt ihm vor. „Müsste die Stadt mehr in Vorleistung gehen?“ will Tscherwitschke wissen. Michler erinnert: „Die Stadt hat zwei Gebäude in der Poststraße gekauft, eine Stadt kann nicht alle Gebäude kaufen.“

OB-Kandidaten über Mobilität in Öhringen: Diese Themen könnten angegangen werden

Andere Ansätze als im Wettbewerbstext hat Lohnert für das Bahnhofsareal. Die Verwaltung solle dort rein, im Schloss solle dafür eine Kulturstätte entstehen. Dann wäre der Bahnhof ein Mobilitätszentrum und der Verkehr in der Innenstadt entzerrt.

Punkten kann der Amtsinhaber mit den Hoffnungshäusern, in denen Geflüchtete mit Einheimischen zusammen leben. Öhringen sei die einzige Kommune, die solche Häuser bekommen hat, betont er stolz. Weitere werden vorerst nicht kommen.

Auch die Teilorte sollen sich entwickeln. Wegener zum Beispiel möchte sich um die Verkehrsberuhigung in Cappel kümmern, auch weil es der Wille der Bürger sei – und erntet dafür Applaus. Über Wohnbau geht es zu Gewerbeflächen. Wegener betont: „Man muss die Chance sehen, dass hier ganz in der Nähe einer der größten Parks für künstliche Intelligenz entsteht.“

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