Peter Lohnert will eine nachhaltige und lebenswerte Stadt
Peter Lohnert war der Überraschungskandidat der Öhringer OB-Wahl. Welche Ziele verfolgt der Diplom-Kaufmann, der gegen Amtsinhaber Thilo Michler und SPD-Fraktionsvorsitzenden Patrick Wegener antritt? Alle drei Kandidaten werden vor der Wahl am 13. Juli vorgestellt.

Als Peter Lohnert in der Mai-Sitzung des Gemeinderats ans Saalmikrofon trat, wunderte das keinen der Stadträte. Schließlich meldet sich der Pfedelbacher Peter Lohnert (58) in seiner Funktion als Gastronom in Öhringen seit sechs Jahren regelmäßig mit Fragen zu Wort. In jener Sitzung allerdings verkündete Lohnert, als Oberbürgermeister kandidieren zu wollen. Nachdem er die notwendigen Unterstützer-Unterschriften zusammen hatte, warf er am selben, nämlich dem ersten möglichen Wochenende wie Amtsinhaber Thilo Michler und Mitbewerber Patrick Wegener, seine Bewerbung ein.Weil ihm Öhringen am Herzen liegt, wolle er OB werden, sagt Lohnert. Er habe erkannt, dass man nur auf kommunalpolitischer Ebene direkt etwas bewegen könne. Und genau das will er: Nach seinem 50. Geburtstag habe er sich eine sinnstiftende Aufgabe gesucht. Und in der Gestaltung von Kooperationen und der Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft in Wirtschaft und Gesellschaft gefunden. Seit 2020 sei er Projektentwickler bei Dr. Christoph Soukup im Steinbeis Beratungszentrum Circular Economy in Stuttgart. In Öhringen hat er 2000 das L Toro eröffnet und betreibt zudem das Studiö an der Schillerstraße. Viele Jahre war er ab 2001 mit einem Stand auf dem Öhringer Weihnachtsmarkt.
Peter Lohnert will es besser machen
Nachhaltigkeit und eine lebenswerte Stadt, das sind Dinge, die Peter Lohnert wichtig sind, der seine Kindheit und Jugend in Pfedelbach und Öhringen verbracht hat. Er kandidiere deshalb, weil er derzeit keinen Weg und keine Strategie erkenne, wie das verwirklicht werden solle. „Ich mache es besser“, sagt Lohnert. „Ich habe einen klaren Plan.“ Er selbst hätte nicht gedacht, dass er sich zur Verfügung stelle, „um Öhringen einen Perspektive zu geben“. Parteipolitik sei nicht sein Ding. Deshalb habe er auch nicht bei den Kommunalwahlen kandidiert. „Aber als OB, da kann man was bewegen und umsetzen.“Während seines Wahlkampfes habe er viele Gespräche mit den Bürgern geführt. Daraus habe er viele Anregungen und Ideen mitgenommen, erfahren, was die Menschen bewege. Eine Erkenntnis: „Soziale Begegnungen sind für die Menschen sehr wichtig“, sagt Lohnert, der als eine der ersten Amtshandlungen das Stadtfest wiederbeleben würde. „Vielleicht auch als Stadtteilfest“, verweist er auf mehr Nähe. Auch könnte er sich Backhäuschen als Treffpunkt in den Teilorten und Stadtteilen vorstellen. Der Lehmofen, der während der Öhringer Messe gebaut worden ist, wird die nächsten Tage in Cappel aufgestellt und eingeheizt. „So etwas könnte man fördern und wenn es nicht aktiv genutzt wird von den Bürgern, dann müssten sie das zurück bezahlen“, nennt er einen einfachen Weg hin zu mehr Gemeinschaft. „Wir leben in einer Zeit, in der die Gesellschaft durch Corona extrem gespalten wurde. Und mit dem Trump-Egoismus und dem Zurück zu fossilen Brennstoffen sind keine positiven Zukunftsaussichten erkennbar“, bedauert Lohnert.
Peter Lohnert sind Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft wichtig
Eine „Transformation zu einer nach-fossilen Welt mit regenerativen Energien“ ist seiner Meinung nach unabdingbar. „Und wir müssen gemeinsam die Innenstadt sanieren“, deutet er auf Leerstände und einen um die Mittagszeit leeren Marktplatz. „Die Einkaufsstadt, die Öhringen einmal war, wird es so nicht mehr geben“, denkt Lohnert weiter und könnte sich stattdessen eine einspurig befahrbare Bahnhofsstraße vorstellen, damit am Bachlauf, „einem gigantischen Wasserspielplatz“ mehr Aufenthaltsqualität mit sicherem und attraktiv gestalteten Abstand zu den Autos entstehen könne. Auch Leerstände könnten in Gemeinschaftsprojekten saniert werden und so zu einem Wir-Gefühl in der Stadt beitragen. „Und später kann man auch die Einnahmen teilen.“Eine Vision zu haben, das erachtet Lohnert wichtiger als Verwaltungserfahrung: „Ich kenne die Wege zur Umsetzung zu Genüge, da gibt es die entsprechenden Leitplanken links und rechts.“
Zur Person Peter Lohnerts
Peter Lohnert (Jahrgang 1966) ist in Mannheim auf die Welt gekommen. Seit 1967 lebt er mit Unterbrechungen für Studium und Beruf in seinem Elternhaus in Pfedelbach. Seit 2000 hat er seinen Lebensmittelpunkt in Öhringen. Er ist Eventmanager, Gastronom, Unternehmensberater und Diplom-Kaufmann. Seine Leidenschaft gehört innovativen zirkulären Konzepte für Unternehmen und Kommunen. Zur Familie gehören Enkelkinder, weshalb ihm Nachhaltigkeit wichtig ist.
Infos vor der Wahl
Am 1. Juli, 19 Uhr, beginnt in der Kultura die offizielle Kandidatenvorstellung der Stadt. Am Mittwoch, 9. Juli, 19 Uhr, moderieren die HZ-Redakteure Yvonne Tscherwitschke und Ralf Reichert das HZ-Wahlforum, das den Besuchern ermöglicht, die drei Kandidaten im direkten Vergleich zu erleben. Fragen der Leser werden ebenfalls einfließen, wenn sie bis Montag, 7. Juli, geschickt werden an yvonne.tscherwitschke@stimme-mediengruppe.de
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