Stimme+
OB-Wahl in Öhringen
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Amtsinhaber Thilo Michler will weitere acht Jahre Sachpolitik machen

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Am 13. Juli haben die Öhringer die Wahl. Wer soll die kommenden acht Jahre die Geschicke der Stadt lenken? Es bewerben sich neben Amtsinhaber Thilo Michler der Diplom-Kaufmann Peter Lohnert und SPD-Fraktionssprecher Patrick Wegener. In drei Porträts werden die Kandidaten vorgestellt. 

Thilo Michler hat derzeit einen vollen Terminkalender. Er steht im Wahlkampf für seine dritte Amtszeit in Öhringen.
Thilo Michler hat derzeit einen vollen Terminkalender. Er steht im Wahlkampf für seine dritte Amtszeit in Öhringen.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Der Kalender von Thilo Michler ist voll. „Die letzten Jahre ist brutal viel aufwärts gegangen“, sagt der amtierende Oberbürgermeister. „Deshalb sind gerade viele Termine“, spielt er auf Spielplatz-Einweihungen, Straßenfreigaben und Tage der offenen Tür in Limesgrundschule, Kindergarten und Feuerwehr an. Dazu die zahlreichen Abendtermine in den Teilorten und bei Vereinen. Schließlich ist Wahlkampf. Wahlkampf mit zwei Mitbewerbern, anders als bei der letzten Wahl vor acht Jahren, als Michler alleine für eine zweite Amtszeit kandidierte.Nun strebt er eine dritte Amtszeit in Öhringen an, in der Stadt, die ihm und seiner Familie zur Heimat geworden ist, wie er sagt. Die erste Amtszeit, blickt er zurück, sei von der Landesgartenschau geprägt gewesen. „Das war spannend.“ Effizient und nachhaltig sei die Laga gewesen. „Wenn ich über das Gelände laufe, dann denke ich immer, wie gut wir das hingekriegt haben“, erinnert er nicht ohne Stolz daran, die bisher wirtschaftlich erfolgreichste Landesgartenschau ausgerichtet zu haben. „Und nächstes Jahr feiern wir zehn Jahre Landesgartenschau“, blickt Michler in die Zukunft und hofft, dann bei den Bürgern Erinnerungen wachrufen zu können mit einer Blumenschau im Schlosskeller und einem großen Sommerfest.

Thilo Michler ist stolz auf die Investitionen in die Schulen

Die vergangenen acht Jahre habe der Schwerpunkt auf Bildung und der Umsetzung des Schulkonzepts gelegen. „Bildung ist wichtig“, sagt Michler und zählt die Sanierungen und Neubauten auf. Mit rund 45 Millionen Euro steht ganz vorne das Hohenlohe-Gymnasium, aber auch in Realschule und Grundschulen wurde investiert. Erst vor wenigen Monaten wurde die Limesparkgrundschule mit Sporthalle eröffnet. Als Alleinkandidat sei der Wahlkampf für die zweite Amtszeit in Öhringen natürlich entspannter gewesen, sagt Michler. „Aber wir leben in einer Demokratie, da darf sich jeder bewerben.“ Neben ihm treten Patrick Wegener und Peter Lohnert an.„Ich bin gnadenloser Sachpolitiker“, sagt Michler über Michler. Auch wenn er seit Weihnachten einen Insta-Account habe, den er nur mit Bildern von seinem Handy bespiele, seien ihm die sozialen Medien nicht ganz geheuer: Schnell würden Dinge ins falsche Licht gerückt oder Ausschnitte ohne den Blick aufs Ganze diskutiert. „Politik ist in allen Bereichen schwieriger geworden“, findet Michler. „Früher, da hat man im Wahlkampf Plakate, Prospekte und Termine gemacht. Wahlkampf läuft nun anders.“

Thilo Michler lobt Zusammenarbeit mit Gemeinderat

Zufrieden macht ihn der Rückblick auf die beiden vorhergehenden Amtszeiten: „Wir haben viel gemeinsam erreicht“, lobt er die Zusammenarbeit mit Gemeinde- und Ortschaftsrat. Die Arbeit mache ihm immer noch großen Spaß. Auch innerhalb des Rathauses: „Wir haben ein junges Team, mit dem ich sehr zufrieden bin.“ Deshalb ist er aber der Meinung, dass Verwaltungserfahrung wichtig sei. Rund 500 Menschen arbeiten in der Öhringer Verwaltung. „Wer Gas gibt, der hat alle Freiheiten.“Schon als 17-Jähriger habe er Bürgermeister werden wollen, erzählt Michler von seiner Berufswahl. Der Reiz der Aufgabe sei noch heute für ihn das Gestalten. „Ich bin ein Schaffer“, sagt der inzwischen 53-Jährige. Gern erledige er Dinge schnell und unbürokratisch. Den Bereich beim Bahnhof neu ordnen zu können, das sieht er als große, reizvolle Zukunftsaufgabe. „Ich liebe Wettbewerbe“, erinnert er an den Architektenwettbewerb zum HGÖ-Neubau oder der Limespark-Grundschule.

Thilo Michler will weiterhin gutes Miteinander

Zweimal die Woche versucht Michler, der Leichtathlet, joggen zu gehen. „Gern auf dem Radius“, nennt er seine Hausrunde. Und meist mit Familienhund Lotti. „Derzeit reicht es aber nur für etwa sieben Kilometer“, spürt er die knapper werdende Zeit.Sein großes Ziel für die mögliche dritte Amtszeit: „Weiterhin ein gutes Miteinander“, sagt Michler. Denn: „Nur gemeinsam sind wir stark.“ Sachpolitik stelle er auch immer über Parteipolitik, betont er, ohne Parteiunterstützung zu kandidieren. Im Kreistag ist Michler, ohne Parteimitglied zu sein, auf der CDU-Liste. Für Parteipolitik, findet Michler, ist Öhringen zu klein.

Zur Person Thilo Michler

Seit Oktober 2009 ist Thilo Michler (53) Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Öhringen. Er trat damals die Nachfolge von Jochen K. Kübler an. Von 2000 bis 2009 war Michler Bürgermeister der Gemeinde Zauberfeld. Thilo Michler hat mit seiner Frau Jutta vier Kinder. Die Familie lebt in Öhringen. Der Diplom-Verwaltungswirt hebt in seinem Wahlkampfprospekt hervor, dass er für Fachkompetenz, Erfahrung, Sachpolitik, solide Finanzen, Verlässlichkeit und Bürgernähe stehe. Familie und Vereine sind ihm wichtig. Das Bahnhofsareal, das Radwegkonzept, Klimaneutralität und Schaffung von Wohnraum sieht er in den nächsten Jahren als große Themen. 

Infos zur Wahl

Am 1. Juli haben die drei Kandidaten Gelegenheit, sich bei der offiziellen Vorstellung der Stadt in der Kultura den Bürgern zu präsentieren. Am 9. Juli, 19 Uhr, folgt das HZ-Wahlforum. Ab 19 Uhr werden an diesem Abend die HZ-Redakteure Yvonne Tscherwitschke und Ralf Reichert mit den Kandidaten diskutieren. Fragen der Bürger werden an diesem Abend ebenfalls einfließen. Die können bis 7. Juli geschickt werden an yvonne.tscherwitschke@stimme-mediengruppe.de.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben