Neue Gebäude am Campus Künzelsau eingeweiht

Künzelsau  Das neue Institut und ein neues Hörsaalgebäude der Reinhold-Würth-Hochschule wurden am Montag eingeweiht. Vor allem die Unternehmen in der Region sollen von der Forschungsarbeit profitieren.

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Freude bei der Schlüsselübergabe: Thomas Philippiak (Innovationsregion Hohenlohe/von links), Bildungsministerin Theresia Bauer, Rektor Oliver Lenzen, Reinhold Würth.

Auf dem Campus-Areal der Reinhold-Würth-Hochschule (RWH) in Künzelsau reiht sich eine große Limousine an die andere, Catering-Mitarbeiter laufen mit angespannten Mienen über das Gelände. Wichtige Leute aus Politik und Wissenschaft sind zur Einweihungsfeier des nagelneuen Instituts und Hörsaalgebäudes gekommen.

Das Wort Meilenstein wird an diesem Tag oft fallen, um zu beschreiben, was die beiden Gebäude für die Bildungsregion Hohenlohe bedeuten. "Ich hoffe, wir können von hier aus neue Impulse für die Wirtschaft in dieser ländlichen Region setzen", sagt Harald Unkelbach von der Stiftung Würth stolz.

Stiftung Würth finanziert den größten Teil

17 Millionen Euro hat die Stiftung in den Ausbau der RWH, einer Außenstelle der Hochschule Heilbronn (HHN), investiert. Das Land bezuschusst die Erweiterung zusätzlich mit zehn Millionen Euro. "Ohne privates Engagement ist wissenschaftliche Innovationskraft fast nicht mehr möglich", gibt Oliver Lenzen, Rektor der HHN, zu bedenken. Er fügt hinzu: "Wir sind mit einer starken Region gesegnet, die einen starken Hochschulstandort verdient." Bildungsministerin Theresia Bauer ist voll des Lobes. Künzelsau sei viel mehr als eine Stadt im landschaftlich bezaubernden Hohenlohe. "Die Region ist geprägt von innovationsstarken Unternehmen. Dieser Hochschulstandort ist dabei ein wichtiger Bestandteil."

Unternehmer Reinhold Würth nutzt den Anlass, um einen unmissverständlichen Auftrag an die Bildungsministerin zu richten: "Wir sind hier an der Spitze der Wirtschaftsentwicklung. Bei der Anzahl der Studienplätze in Relation zur Bevölkerung nehmen wir in Baden-Württemberg den vorletzten Platz ein. Es gibt noch viel zu tun."

Mehr zum Thema: Ein dringend benötigtes Parkhaus und Wohnheim auf dem Campus der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau werden erst 2020 geplant. Der Baustart soll nicht vor 2021 kommen

 

Forschungseinrichtung für die gesamte Kocherregion

Neue Impulsgeber für regionale Wirtschaft

Hauptmieter des Instituts auf dem Campus-Gelände ist die Innovationsregion Hohenlohe. Sie vertritt viele regionale Unternehmen. Das Gebäude unterteilt sich je nach Stockwerk in drei unterschiedliche Bereiche: Die RWH richtet im Erdgeschoss ein In-Institut ein. Ziel soll sein, neue Produkte, Dienstleistungen und Start-ups auf den Weg zu bringen.

Würth, EBM-Papst und Ziehl-Abegg haben für die kommenden fünf Jahre jährliche Forschungsaufträge in Höhe von 200 000 Euro zugesagt. Im ersten Obergeschoss ist das Digitalisierungszentrum Digital-Hub untergebracht - eine Gesellschaft, die sich als Berater und Dienstleister für regionale Firmen zum Thema Digitalisierung versteht. Ins zweite Obergeschoss zieht die Forschungsabteilung von Würth Elektronik ein. Das Urteil von HHN-Rektor Lenzen: "Klarer lässt sich Synergiepotenzial nicht vermitteln."

Das Konzept des Instituts trifft das Kernbedürfnis der mittelständischen Unternehmen in der Region: Sie lechzen nach intensiverer Forschungsarbeit, um in den Sparten künstliche Intelligenz und Digitalisierung konkurrenzfähig zu bleiben. Ein Institut in dieser Dimension hat da gefehlt. Dabei stand genau jene auf der Kippe, als 2017 EBM-Papst verkündete, seine Finanzierungspläne für das Gebäude aufzugeben. Das Unternehmen nannte unüberwindbare Barrieren bei Verhandlungen mit den Behörden als Grund. Dieses Finanzloch stopfte schließlich die Stiftung Würth.

Rückblick

  • 11. Januar 2016: Präsentation der Preisträger des städtebaulichen Wettbewerbs „Campus am Fluss“. EBM-Papst finanziert das Institut, die Stiftung Würth das Hörsaalgebäude. 

  • Oktober 2017: EBM-Papst gibt Pläne für das Institut am Campus auf. 

  • 17. April 2018: Stiftung Würth stockt finanzielles Engagement auf und sichert damit den Bau des Instituts.

  • 7. Juni 2018: Spatenstich für Institut und Hörsaalgebäude.

  • 16. September 2019: Einweihung beider Gebäude.

 

 

 
 

Sarah Arweiler

Sarah Arweiler

Autorin

Sarah Arweiler ist seit 2016 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Sie arbeitet seit März 2021 in der Onlineredaktion. Zuvor war sie unter anderem als Lokalredakteurin bei der Hohenloher Zeitung tätig.

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