Zwischen Großprojekten und Personalsuche: So liefen die ersten Monate von Krautheims Bürgermeister Andreas Insam
Andreas Insam ist seit rund 100 Tagen Bürgermeister der Stadt Krautheim. Wie ist es dem 48-Jährigen bisher ergangen, was hat sich in den vergangenen Monaten in Krautheim getan und ist der Job das, was sich der Öhringer erhofft hatte?.

Bilder, gemalt von Klepsauer Kindergartenkindern, lehnen an der Wand. Ein Foto vom Fassanstich beim Krautheimer Herbst hängt an einer Tafel, auf dem großen Schreibtisch stehen mehrere Ablagefächer, in denen, sorgfältig zurechtgelegt, Unterlagen bereitliegen.
Wer in das Krautheimer Bürgermeisterbüro kommt, sieht sofort: Hier hat sich einiges verändert. Denn zum ersten August löste Andreas Insam den langjährigen Bürgermeister Andreas Köhler ab. Vorbei die Zeiten, als Zeitungsartikel die Schrankwand säumten und sich Unterlagen aus 21 Jahren Bürgermeistertätigkeit stapelten.
Am Mittwoch, 8. November, ist Andreas Insam seit 100 Tagen im Amt. Wie ist es dem 48-Jährigen bisher ergangen, was hat sich in den vergangenen Monaten in Krautheim getan und ist der Job das, was sich der Öhringer erhofft hatte?
Amtsantritt in Sommerpause: So liefen die ersten Monate von Krautheims Bürgermeister Andreas Insam
"Ich wurde mit offenen Armen empfangen", erzählt Andreas Insam von den ersten Wochen. Sein Amtsantritt fiel in die Sommerpause und so hatte er Zeit, sich "alles in Ruhe anzuschauen", wie Insam erklärt. Trotz der anfänglichen Pause gab es in den vergangenen 100 Tagen einige Änderungen.
Die nach außen hin auffälligste: Die Website der Stadt, die in einem neuen, übersichtlichen Antlitz erscheint. "Das kann ich allerdings nicht mir zuschreiben", sagt er lächelnd, "das wurde schon davor geplant." Was allerdings ihm zuzuschreiben ist: Die Gemeinderatssitzungen sind kürzer, die Meldungen darüber im Amtsblatt verändert.
Um diese Probleme musste sich Krautheims Bürgermeister Andreas Insam schon kümmern
Der neue Bürgermeister musste sich in den vergangenen Monaten um mehrere große Projekte – und Probleme – kümmern. Darunter die Personalsuche, "die direkt am ersten Tag losging, sowohl für Kindergärten als auch Verwaltung", oder auch der von der Deutschen Giganetz auf unbestimmte Zeit vertagte Glasfaserausbau im Jagsttal.
Ein weiterer Schwerpunkt in Insams Alltag ist das Thema Jagsttalbahn. Bei dem seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Jagsttalbahn AG und der Stadt gibt es inzwischen ein Einigungspapier (wir berichteten). Es war eines der Themen, das Insam bei seiner ersten Gemeinderatssitzung als neuer Stadtchef behandelte. Denn von der Entwidmung der Trasse hängt der Bau des neuen Bushaltepunkts in Krautheim ab.
Entwicklung des ZG-Areals macht Probleme
Eng damit zusammen hängt auch die Entwicklung des angrenzenden ZG-Areals – ein Herzensprojek von Insams Vorgänger. Hier soll für Krautheim eine Stadtmitte entstehen, mit Wohnungen, Drogerie und Geschäftsgebäuden – so zumindest wünscht sich das der Gemeinderat seit Jahren. Das Gelände ist indes seit dem Abriss der markanten Gebäude unverändert. "Es ist schwer, potenzielle Gewerbe-Interessenten zu finden", erklärt Insam. Für ihn nicht überraschend, "sonst wäre es ja schon längst umgesetzt worden". Anders sieht es beim Wohnungsbau aus: "Hier gibt es Interessenten, mit denen wir im Gespräch sind."
Weitere Themen, wie die stärkere Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen oder das Thema Tourismus, "vor allem im Blick auf die Landesgartenschau in Bad Mergentheim", sowie die Entwicklung der Gastronomie stehen zusätzlich auf seiner Agenda.
Das Privatleben eines Bürgermeisters
Danach gefragt, wie es im Privatleben läuft – immerhin pendelt der Öhringer jeden Tag nach Krautheim und hat zahlreiche Termine –, sagt er lachend: "Fragen Sie mal in einem Jahr." Zeit für die Familie sei ihm jedoch wichtig. Und so sind bei manchen Terminen dann die Kinder einfach mit dabei, "das verbinden wir dann mit einer Radtour".
Sein Resümee nach 100 Tagen im Amt: "Ich komme wirklich jeden Tag gerne her. Es war auch Rückblickend eine gute Entscheidung, zur Wahl anzutreten."
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