Hohenlohekreis schafft weitere Plätze für die Erstunterbringung von Flüchtlingen
In Öhringen entsteht eine Containeranlage mit 48 Plätzen, die Neuensteiner Sammelunterkunft wird von 88 auf 136 Plätze erweitert und die umgebaute Gewerbehalle in Schwabbach im zweiten Quartal belegt.

Der Hohenlohekreis schafft weitere Plätze für die Erstunterbringung von Flüchtlingen. Darüber informierte Christian Wolz, Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudemanagement, die Mitglieder des Kreistagsausschusses. Der für Asylfragen zuständige Dezernent Mike Weise beantwortete Fragen von Kreisräten. Die Stimme hakte im Anschluss beim Landratsamt nach.
Standort in der Nähe des Verrenberger Wegs
In Öhringen entsteht eine Containeranlage mit 48 Plätzen: "Die Module sollen bis Mai 2023 bezugsfertig sein", kündigte Wolz an. Exakte Angaben zum Standort will das Landratsamt nicht machen. "Er befindet sich in der Nähe des Verrenberger Weges", erklärt Sprecherin Mathea Weinstock. Also im Öhringer Westen. "Die Fläche gehört nicht dem Landkreis, bezüglich der Anmietung stehen wir mit dem Eigentümer in Kontakt", so Weinstock.
Wolz hatte im Ausschuss auf die Nachfrage von Grünen-Kreisrat Martin Braun erklärt, die Anlage werde "vorne neben dem Verrenberger Weg am Kreisel", in einer "Stichstraße" des dortigen Gewerbegebiets, errichtet. Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 hatte der Kreis in der Dresdner Straße 5 und in der Danziger Straße 6-8 Wohncontainer für 100 und 50 Flüchtlinge aufgestellt. Gegen den erstgenannten Standort hatten Anlieger damals protestiert. Die neue Fläche sei limitiert: "Platz für weitere Container besteht dort nicht", sagt Weinstock.
Großunterkunft in Öhringen ist wohl vom Tisch
Statt in Niedernhall weitere Plätze zu schaffen, sei nun Öhringen gewählt worden, um die Zuweisungen im Kreisgebiet "möglichst gleichmäßig" zu verteilen. Sprich: In Niedernhall hätte es sonst einen starken Überhang gegeben. Auf dem dortigen Kerl-Areal stehen bereits Wohncontainer - von den 104 Plätzen sind 67 belegt. Ursprünglich hatte das Landratsamt vorgesehen, in Öhringen eine komplett neue Großunterkunft zu errichten, die dem Beispiel in Neuenstein folgt.
Diese Pläne sind offenbar aufgegeben worden, nach Stimme-Informationen vor allem, weil der anvisierte Standort am nördlichen Ortsausgang Richtung Autobahn aus topografischen Gründen schwierig zu bebauen ist. Stattdessen hat der Kreis in Pfedelbach ein geeignetes, von den Dimensionen her ähnliches Objekt gefunden: das ehemalige Seniorenzentrum "Im Löwengarten", gegen das nun protestiert wird. Ob das gewünschte Bürgerbegehren rechtens ist, wird noch geprüft.
Von der "Lage und Substanz" gut geeignet
Mike Weise sagte, das Gebäude sei von der "Lage und Substanz sehr gut geeignet", es könne "schnell umgebaut" werden. Dass Senioren deswegen "raus müssen", wie AfD-Kreisrat Thomas Schmidt behauptete, sei falsch: "Das Gebäude war schon leer, als wir unser Interesse bekundeten." 111 neue Plätze für Flüchtlinge sollen entstehen.
Neuensteiner Sammelunterkunft wird um 48 Plätze aufgestockt

Die Sammelunterkunft in Neuenstein wird von 88 auf 136 Plätze ausgebaut, kündigte Christian Wolz an. Bereits im Herbst 2021 war davon die Rede gewesen, damals hoffte man, bis Ende 2022 fertig zu sein. Nun meldet das Landratsamt: Der Baubeginn sei nicht absehbar, man plane noch. Die 48 zusätzlichen Plätze entstehen in jenem Trakt, der bisher als Lager genutzt wird.
Gewerbehalle in Schwabbach wird ab dem zweiten Quartal belegt
Und eine weitere Neuigkeit hatte Mike Weise für die Kreisräte auf Nachfrage von SPD-Kreisrätin Sabine Kübler parat: Die bereits umgebaute Gewerbehalle in Schwabbach, die derzeit noch leersteht, werde ab dem zweiten Quartal 2023 mit Flüchtlingen belegt. Dort stünden 73 Plätze bereit, präzisiert Mathea Weinstock. Und: "Welche Nationalitäten dort untergebracht werden sollen, hängt von den Zuweisungen durch das Land ab." Anfangs war das Objekt nur für Ukraine-Flüchtlinge reserviert gewesen. Deren Anzahl in Kreisunterkünften hält sich aber weiter in Grenzen. Zuletzt waren es 117 von 538. Dafür kommen immer mehr Asylbewerber aus anderen Staaten im Hohenlohekreis an.
Kommentare öffnen




Stimme.de
Kommentare