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Glasfaser-Ausbau
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Mulfingen setzt Meilenstein: Erste Gemeinde im Kreis hat überall Breitband

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Als erste Gemeinde im Hohenlohekreis hat Mulfingen an allen Adressen Internet mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde. Bis alle Häuser flächendeckend mit Glasfaser versorgt sind, dauert es noch etwas.

Von red, göz
Die Bauarbeiten sind beendet: Mulfingen hat sein gefördertes Glasfasernetz in Betrieb gesetzt.
Die Bauarbeiten sind beendet: Mulfingen hat sein gefördertes Glasfasernetz in Betrieb gesetzt.  Foto: Sina Schuldt

Mit einem symbolischen Akt hat Mulfingen gefeiert, dass es das gemeindeeigene Glasfasernetz ausgebaut hat. An jedem Hausanschluss könne man nun schnelles Internet bereitstellen, verkündete Bürgermeister Sören Döffinger am Dienstag. In einer Pressemitteilung sprach er von einem „historischen Moment“. Mulfingen hat das Glasfasernetz – anders als die meisten anderen Gemeinden im Hohenlohekreis – mit einer Förderung im sogenannten „Betreibermodell“ ausgebaut: Adressen, die bislang die  Downloadgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde nicht erreicht haben, haben einen Glasfaseranschluss erhalten. Die Kosten dafür haben Bund und Land zu 90 Prozent getragen.

Glasfaser-Ausbau bedeutet "keine digitalen Kompromisse mehr" im ländlichen Raum

„Heute positioniert sich Mulfingen zukunftssicher und direkt am Zahn der Zeit“, ist Bürgermeister Döffinger überzeugt. Mit diesem Vorhaben beweise die Gemeinde, dass der ländliche Raum keine digitalen Kompromisse mehr eingehen müsse. „Wir haben keine Autobahn und keinen Bahnhof, und die Jagst ist auch nicht schiffbar, aber wir haben jetzt die schnellstmögliche Datenautobahn der Welt“, schwärmt Döffinger. 

Glasfaser in Mulfingen: Zum Teil steht der Ausbau noch aus

Allerdings, an einigen Adressen liegen die Kabel noch nicht – auch wenn es in der Pressemitteilung der Gemeinde heißt das Glasfasernetz sei „flächendeckend“ ausgebaut. Für die Häuser, die bereits über Kupferkabel schnelles Internet hatten, gab es keine öffentliche Förderung. Allerdings baut in allen verbliebenen Straßen – in Mulfingen, Berndshofen, Buchenbach, Heimhausen und Jagstberg – das Unternehmen Netcom auf eigene Kosten das Glasfasernetz aus. Mitte März teilte das Unternehmen mit, dass die Vermarktungsquote von 40 Prozent erreicht sei – das bedeutet, dass 40 Prozent der betroffenen Eigentümer zugesagt haben, einen Vertrag zur Versorgung mit Glasfaser bei der Netcom abzuschließen.

Damit ist Netcom in mehrfacher Funktion tätig: Das Unternehmen hat das gemeindeeigene, geförderte Netz ausgebaut – auch unter scharfer Beobachtung der Bewohner. Den anderen Teil baut es auf eigene Kosten aus – und ist dann Eigentümer dieses Netzes. Letztlich wird die Firma das gesamte Glasfasernetz in Mulfingen betreiben.

Millionenprojekt Glasfaser: Das hat Mulfingen der Ausbau gekostet

Das nun in Betrieb gesetzte Netz hat laut Pressemitteilung 13,4 Millionen Euro gekostet. Damit sind die Kosten im vor gut drei Jahren vorgesehenen Rahmen geblieben. Über elf Millionen Euro an Fördermittel seien geflossen. Daher dankte Döffinger auch den Vertretern des Innenministeriums, die das Fördergeld zur Verfügung gestellt haben, und hob die Arbeit des Bauamtes unter der Leitung von Dieter Göller hervor. Am Bau des Mulfinger Glasfasernetzes waren neben Netcom außerdem die Firmen BK Teleconsult, Pricewaterhouse Coopers und Netze BW beteiligt.

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