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Mulfingen beginnt mit Millionen-Projekt Breitbandausbau

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Kürzlich fiel der Startschuss für den Breitbandausbau in Mulfingen. Das 13-Millionen-Euro-Projekt soll für die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde sorgen.

Der Startschuss für die Glasfaserkabelverlegung fällt in Zaisenhausen. Hier haben bereits 95 Prozent der Bewohner einem Hausanschluss zugesagt. 
Foto: Katrin Draskovits
Der Startschuss für die Glasfaserkabelverlegung fällt in Zaisenhausen. Hier haben bereits 95 Prozent der Bewohner einem Hausanschluss zugesagt. Foto: Katrin Draskovits  Foto: Draskovits, Katrin

Was braucht es, um ländliche Kommunen zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen? Für Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel ist die Antwort schon lange klar: Breitbandausbau.

Die Geschichte der Bemühungen um besseres Internet für Mulfingen und seine Teilorte ist eine lange: Bereits seit über zehn Jahren bemüht sich die Gemeinde darum. Gestern war nun der bisherige Höhepunkt erreicht: Der symbolische Spatenstich zum Beginn des Glasfaserausbaus. Das Millionenprojekt ist "das größte und teuerste Projekt, welches die Gemeinde Mulfingen jemals angegangen ist", betont Böhnel.

Zweckverband Breitbandversorgung Mittleres Jagsttal

Kurzer Rückblick: Bereits 2009 hatten sich die Gemeinden Mulfingen und Schöntal mit dem Landkreis zusammengesetzt, um Ideen zum Breitbandausbau zu entwickeln. Dies führte 2010 zur Gründung des Zweckverbandes Breitbandversorgung Mittleres Jagsttal. Nur ein Jahr später begann die Firma NeckarCom mit dem Ausbau des Netzbetriebes. Schon damals kamen die Gemeinden in den Genuss einer erhöhten Förderung. Unter anderem wegen des gemeindeübergreifenden Ansatzes floßen rund 450.000 Euro.

Diese Woche nun der nächste Akt im Breitbandausbau: Der symbolische Spatenstich - symbolisch, weil die Arbeiten in Zaisenhausen schon vorher begonnen haben. Diesmal sind die Fördergelder wesentlich höher. Von den Gesamtkosten von rund 13 Millionen Euro fördert der Bund mit 6,4 Millionen, das Land mit mehr als 5,15 Millionen Euro. Bleibt für Mulfingen immer noch ein Eigenanteil von 1,3 Millionen Euro. Für Böhnel ist Breitband ein Herzensprojekt. Auch mehr als zehn Jahre nach dem Start der Ausbaubemühungen ist er immer noch überzeugt: "Glasfaser ist als Medium Wahl der Stunde."

Betrieb als größte Hürde

Eine Betreiberfirma wurde auch schnell gefunden. "Vor zehn Jahren war der Betrieb unsere größte Hürde, das können wir als Gemeinde alleine nicht stemmen. Aber mit NetzeBW haben wir einen verlässlichen und erfahrenen Netzbetreiber gefunden", erklärt Böhnel.

Bis zum Frühjahr 2023 sollen 841 Haushalte, fünf Institutionen und 72 Gewerbe vom schnellerem Internet profitieren, wie Nikolina Budisa vom baden-württembergischen Innenministerium erklärt. Kostenlos ist der Anschluss jedoch nur für jene Haushalte, die in einem sogenannten weißen Fleck leben. Heißt: Die einen derzeitigen Anschluss mit einer Geschwindigkeit von unter 30 Megabit haben. 

An einen Vertrag gebunden ist mit dem Hausanschluss erstmal niemand. "So günstig wird es nie wieder", erklärt Matthias Groß von Netze BW und appelliert an alle Mulfinger: "Ich rate wirklich jedem Hausbesitzer, sich anschließen zu lassen, denn nur jetzt wird es gefördert."

95 Prozent der Zaisenhausener sagen Ja

In Zaisenhausen haben sich bisher 95 Prozent aller Haushalte für einen Anschluss entschieden. "Das klingt viel, aber fünf Prozent sind jeder zwanzigste Haushalt", so Groß. "Selbst wenn man jetzt denkt, man braucht kein schnelleres Internet, sollte man an die Zukunft denken", verweist er unter anderem auf den Wiederverkaufswert der Häuser.

"Früher war die Nähe zu einer Autobahn ein Standortfaktor", stellt Nikolina Budisa klar. "Heute ist es die Datenautobahn, die Menschen und Unternehmen lockt, sich niederzulassen." Dass das zuständige Tiefbauunternehmen RMK zusätzlich zu den Glasfaserleitungen noch ein Bündel Leerleitungen verlegt, hebt Böhnel besonders hervor. "Damit sind wir in Mulfingen bestens gewappnet für die Zukunft."

 

 

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