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Stockender Glasfaser-Ausbau in Hohenlohe: Was Kunden jetzt wissen müssen

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Der Glasfaser-Ausbau in Künzelsau und dem Hohenloher Kochertal stockt, nachdem die Deutsche Giganetz Projekte gestoppt oder verschoben hat. Was das für Verträge, Anbieterwahl und die Internetversorgung der Bürger konkret bedeutet.


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Der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in der Region läuft weiter schleppend. Zuletzt hatte die Hiobsbotschaft der Deutschen Giganetz (DGN), den eigenwirtschaftlichen Ausbau in Künzelsau und dem Hohenloher Kochertal auf Eis zu legen, für Unmut gesorgt. Was solche Meldungen konkret für Bürger bedeuten, soll nachfolgend anhand einiger wichtiger Fragen beantwortet werden.

Was ist mit bestehenden Verträgen, wenn der Ausbau durch die DGN gar nicht stattfindet?

Das betrifft unter anderem Dörzbach und Krautheim. Dann verlieren Verträge ihre Gültigkeit. Da sich dort auch kein anderer Anbieter für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau interessiert hat, müssen Kunden darauf warten, dass die Kommunen den von Bund und Land geförderten Glasfaser-Ausbau abschließen. So geschehen beispielsweise in Teilen von Künzelsau. Die Stadt verpachtet ihre selbst errichtete Infrastruktur dann im sogenannten Betreibermodell. Bei der Ausschreibung hatte die Netcom den Zuschlag erhalten, die DGN hatte sich nicht um die Anschlüsse beworben.

Was passiert mit Verträgen, wenn der Ausbau der DGN lediglich verschoben ist?

„Die bereits abgeschlossenen Verträge bleiben von unserer Seite weiterhin gültig, sodass die attraktiven Konditionen erhalten bleiben. Unseren Kunden entstehen keinerlei Kosten, solange der Anschluss noch nicht gebaut und freigeschaltet ist“, heißt es von Seiten der DGN dazu. Das gilt beispielsweise für das Hohenloher Kochertal wie auch für Wüstenrot. Beide Ausbaugebiete sind von der DGN vorerst nur geschoben, nicht gänzlich aufgegeben. Kunden können aber natürlich ihrerseits den Vertrag kündigen.

Wie nur an schnelles Internet kommen? Diese Frage stellen sich viele Menschen in der Region. Eine allgemeingültige Antwort gibt es hingegen nicht.
Foto: Archiv/dpa
Wie nur an schnelles Internet kommen? Diese Frage stellen sich viele Menschen in der Region. Eine allgemeingültige Antwort gibt es hingegen nicht. Foto: Archiv/dpa  Foto: Sina Schuldt

Wie wahrscheinlich ist ein Ausbau der DGN in Künzelsau und dem Kochertal nun noch?

Die DGN prüft laut eigenen Angaben mögliche Kooperationen im Rahmen einer sogenannten Open Access-Lösung ohne eigenen Tiefbau. Das bedeutet: Die DGN baut in dieser Variante nicht selbst die Glasfaser-Leitungen, sondern wartet, bis ein anderes Unternehmen dies getan hat.

Was bedeutet Open Access?

Ein Betreiber erlaubt anderen Anbietern, seine Glasfaserleitungen ebenfalls zu nutzen. Dafür schließen die beiden einen Vertrag und der Betreiber erhebt eine Art Pacht für die genutzten Leitungen. Für Kunden bedeutet das mehr Auswahl beim Anbieter, unabhängig davon, wer die Infrastruktur gebaut hat. Gleichzeit kann Open Access verhindern, dass Straßen mehrfach aufgerissen werden, weil verschiedene Betreiber jeweils eigene Leitungen verlegen wollen.

Muss ein Glasfasernetz-Betreiber anderen Anbietern sein Netz zur Verfügung stellen?

Nein, beim eigenwirtschaftlichen Ausbau muss ein Unternehmen das nicht machen. Wurden jedoch die Leitungen mit staatlichen Mitteln gebaut, wie etwa beim Graue- oder Weiße-Flecken-Programm, gilt: Betreiber oder Eigentümer von Glasfasernetzen sind gesetzlich verpflichtet, anderen einen Zugang zum Glasfasernetz zu gewähren. Auch dürfen dafür keine unangemessenen hohen Konditionen verlangt werden. Es kann aber sein, dass kein anderer Anbieter an einem Leitungsnetz Interesse zeigt. Dann besteht womöglich dennoch keine Auswahl für die Kunden.

Was bedeutet der Rückzug der DGN für Kunden in Künzelsau?

Die Stadt rechnet laut einer aktuellen Pressemitteilung damit, dass einige Gebiete unterversorgt bleiben könnten. Man stehe deshalb „bereits im Austausch mit der Deutschen Telekom mit dem Ziel, die Bereiche, die bislang ausschließlich durch die Deutsche Giganetz erschlossen worden wären, in die Ausbauplanungen der Telekom zu integrieren. Bereits im April sind hierzu weitere Gespräche vorgesehen“.

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