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Messer beschlagnahmt
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Wirken die Waffenverbotszonen in Heilbronn? Neue Zahlen geben Aufschluss

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Seit 2024 gibt es in Heilbronn zwei Waffenverbotszonen. Eine kleine Anfrage im Landtag zeigt nun, welche Messer seitdem konfisziert worden sind – und wie sich die Zonen auf Messerangriffe auswirken.


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Seit anderthalb Jahren hat Heilbronn zwei Waffenverbotszonen: Eine in der Bahnhofsvorstadt seit Juni 2024 und eine in der Innenstadt seit 5. September 2024. Waffen und Messer dürfen dort nicht mitgenommen werden, und die Polizei darf verschärft kontrollieren. Wer gegen das Verbot verstoßt, muss mit bis zu 10.000 Euro Geldbuße rechnen.

Sicherer dank Waffenverbotszonen? Neue Zahlen zu Heilbronn liegen vor

Eine Studie hat bereits gezeigt, dass die Waffenverbotszonen das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken. Bei der Befragung im Frühjahr 2025 gab mehr als die Hälfte der Teilnehmer an, dass sie sich durch die Verbotszonen sicherer fühlen.

Doch wie wirken sich die Waffenverbotszonen tatsächlich auf Straftaten aus? Und welche Messer wurden bisher beschlagnahmt? Diese und weitere Fragen hat der AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Klecker aus Ilsfeld in einer kleinen Anfrage an die Landesregierung gestellt. Ende der vergangenen Woche wurden die Antworten des zuständigen Innenministeriums veröffentlicht.

Seit Anfang September 2024 dürfen in der Heilbronner Innenstadt keine Waffen wie etwa Messer mitgeführt werden. Nicht jeder hält sich daran, wie Zahlen jetzt zeigen.
Seit Anfang September 2024 dürfen in der Heilbronner Innenstadt keine Waffen wie etwa Messer mitgeführt werden. Nicht jeder hält sich daran, wie Zahlen jetzt zeigen.  Foto: Mario Berger

Innenministerium: Verbotszonen verhindern keine Messerangriffe

Aus Sicht des Ministeriums sind Waffenverbotszonen ein „zusätzlicher, maßgeschneiderter Baustein für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum“. Jede beschlagnahmte Waffe könne „nicht mehr für mögliche Attacken eingesetzt werden“. Weitere Maßnahmen, die in Heilbronn ergriffen werden seien mehr Präsenz von Polizistinnen und Polizisten sowie durch die Waffenverbotszonen erlaubte stärkere Kontrollen.

Ob Waffenverbotszonen Straftaten wie Messerangriffe verhindern, sei „nicht valide messbar“, betont das Ministerium aus. In der Heilbronner Innenstadt habe es 2023 insgesamt 15 Messerangriffe gegeben, 2024 dann neun Fälle.

Stärkere Kontrollmöglichkeiten in Verbotszonen erleichtern Polizeiarbeit

Für das Jahr 2025 lagen zum Zeitpunkt der Anfrage noch keine Daten für das gesamte Jahr vor, es zeichne sich aber ein Anstieg ab. Laut Frank Belz, Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums, gebe es die Daten für 2025 erst mit Veröffentlichtung der Polizeilichen Kriminalstatistik gegen Ende Februar.

Bedeutet das, dass es mehr Angriffe mit Messern in Heilbronn gibt? Nicht unbedingt. Der Anstieg der erfassten Taten könne auch dadurch entstehen, dass mehr Taten angezeigt werden, die in der Vergangenheit im Dunkelfeld geblieben sind, erklärt das Innenministerium. Außerdem trügen die verbesserten Kontrollmöglichkeiten „erheblich“ dazu bei, dass das Waffenverbot durchgesetzt werden kann, da Personen in den Zonen ohne Verdacht vond er Polizei angehalten, befragt und durchsucht werden können.

Welche Messer und Waffen die Polizei bisher in Heilbronn eingesammelt hat

Auch was die Polizeibeamten in den Waffenverbotszonen bisher eingesammelt haben, listet das Innenministerium auf. Im Bahnhofsbereich seien seit Einführung der Zone folgende Waffen und Messer eingesammelt worden: Elf Taschenmesser, neun Klappmesser, zwei Küchenmesser, ein Teppichmesser, ein Messer mit feststehender Klinge, ein Multitool, ein Schlagstock sowie eine Machete.

In der Heilbronner Innenstadt wurden folgende Gegenstände konfisziert: 22 Taschenmesser, drei Messer mit feststehender Klinge, drei Küchenmesser, drei Klappmesser, ein Karambitmesser (Messer mit geschwungener Kling), ein Springmesser, ein Cutter-Messer, eine Softair-Pistole und ein Schlagstock.

Das Polizeipräsidium und die Stadt Heilbronn haben sich geeinigt, dass die Stadt die Daten zu Verstößen und gefundenen Waffen sammelt, weil diese die Daten statistisch genauer erfassen kann. So werden etwa Verstöße, die die Bundespolizei oder der Kommunale Ordnungsdienst feststellen, nur an die Stadt gemeldet. „Hierzu liegen beim Polizeipräsidium Heilbronn keine Daten vor, sodass die Statistik der Stadt Heilbronn aussagekräftiger ist“, erklärt Polizeisprecher Belz.

Müssen Handwerker in Heilbronn um Werkzeuge wie Teppichmesser fürchten?

Die von Dennis Klecker in seiner Anfrage geäußerte Befürchtung, dass Handwerkern das Teppichmesser abgenommen wird oder Kunden keine Küchenmesser mehr in der Heilbronner Innenstadt kaufen können, weist das Innenministerium zurück. Die Stadt Heilbronn habe beim Verhängen der Waffenverbotszonen für diese Fälle Ausnahmen vorgesehen. Die Absicht der Kontrollen sei daher „nicht die dargestellte Sachverhaltskonstellation“. 




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