Arabischer Supermarkt in Heilbronn: Zwei Brüder wegen Steuerdelikten angeklagt
|
2 Min
Anhören
00:00 / 00:00
Erfolgreich kopiert!
Zwei Brüder sollen in einem Lebensmittelmarkt in Heilbronn illegal Tabakwaren verkauft und rund eine Million Euro Steuerschaden verursacht haben. In Kürze soll der Prozess beginnen.
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Glomex, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Externer Inhalt
Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.
Zwei Verantwortliche eines arabischen Lebensmittelmarkts in der Heilbronner Innenstadt sind von der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Steuerdelikten im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Wasserpfeifentabak, Zigaretten und E-Zigaretten angeklagt worden.
Wie die Heilbronner Stimme aus sicherer Quelle erfuhr, handelt es sich bei den Angeklagten um zwei syrische Brüder. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart soll durch den Verkauf ein Steuerschaden von ungefähr einer Million Euro entstanden sein.
Solche Zigaretten waren aus einem arabischen Supermarkt in der Heilbronner Innenstadt verkauft worden. Es handelt sich um gefälschte Ware.
Foto: Kümmerle, Jürgen
Zwei Brüder in Heilbronn wegen Steuerdelikten mit Tabakprodukten angeklagt
Da es sich um eine Wirtschaftsstrafsache handle, sei die Staatsanwaltschaft Stuttgart als Schwerpunktstaatsanwaltschaft zuständig, teilt die Sprecherin mit. Beide Angeklagte befänden sich in Untersuchungshaft. Ob das Landgericht Stuttgart die Anklage zulässt und wann es zu einem möglichen Prozess kommt, ist unklar. Eine Anfrage blieb bis Freitagabend unbeantwortet.
Nach Stimme-Informationen soll der Prozess am 4. Februar am Landgericht in Stuttgart beginnen.
Testkauf deckt Verkauf von Zigaretten-Stangen für 25 Euro im Lebensmittelmarkt auf
Bei einem Testkauf der Heilbronner Stimme in dem Lebensmittelmarkt vor gut einem Jahr war eine Stange (zehn Packungen) der Marke Marlboro Gold für 25 Euro verkauft worden. Der Betreiber des Lebensmittelmarktes bestätigte das auf Nachfrage damals nicht. „Ich weiß nichts davon. Ich und meine Mitarbeiter haben damit nichts zu tun“, sagte er.
Informationen zum Verkauf der Zigaretten waren über Whatsapp-Gruppen weitergegeben worden. Der Verkauf im Laden erfolgte über mehrere Stationen. Eine angesprochene Mitarbeiterin informierte einen Kollegen. Der wiederum verschwand mit dem Geld in einem Nebenraum und kam wenig später mit einer dunklen Plastiktüte zurück. Darin befand sich die Stange Zigaretten.
Gefälschte Duty-Free-Produkte
Die in einem arabischen Lebensmittelmarkt in der Heilbronner Innenstadt verkauften Zigaretten waren mit einer Banderole mit der Aufschrift „Duty free“ versehen. Ein Sprecher des Deutschen Travel Retail Verbands (DTRV) erklärte damals: „Leider werden illegal hergestellte, gefälschte und geschmuggelte Tabakwaren oft betrügerisch als ‚Duty Free‘ gekennzeichnet und unversteuert auf dem Inlandsmarkt angeboten.“ Der DTRV vertritt die Interessen der am Einzelhandel auf dem Reisemarkt beteiligten Unternehmen.
Preise von 25 Euro für 200 Zigaretten sei ein deutlicher Hinweis auf den illegalen Handel mit gefälschten Produkten.
Forensiker bestätigt: Zigaretten stammen aus beschlagnahmter Produktion
Die Heilbronner Stimme hatte kurz nach dem Testkauf eine Packung der Zigaretten zu einem Forensiker von Philip Morris mit Sitz in der Tschechischen Republik geschickt. Er untersuchte Ware und Verpackung. Philip Morris ist der weltweit größte privatwirtschaftliche Hersteller von Tabakprodukten. Bekannte Zigarettenmarken sind Marlboro und L&M.
Der Forensiker stellte fest, dass Zigaretten dieser Produktion bereits im Oktober 2024 in der französischen Stadt Alès sichergestellt worden seien.
Razzia in Heilbronn mit bewaffneten und maskierten Beamten
Knapp drei Monate nach dem Testkauf war es in Heilbronn zu einer groß angelegten Razzia unter Federführung des Zollfahndungsamts Stuttgart gekommen. Maskierte und bewaffnete Beamte von Zoll und Polizei durchsuchten schwerpunktmäßig orientalische Supermärkte.
Damals teilte das Zollfahndungsamt Stuttgart mit, dass es um mögliche Verstöße im Zusammenhang mit dem Verkauf von Tabakerzeugnissen gehe. Weiter wollte man sich nicht äußern. Auch die damals noch zuständige Staatsanwaltschaft Heilbronn hielt sich bedeckt.
Das Geschäft war auch nach der Großrazzia Ziel eines Einsatzes mehrerer Beamter. Im April hatten Kunden einen strengen Geruch wahrgenommen, der mutmaßlich aus dem Wurst- und Fleischbereich des Einkaufsmarktes stammte.
„Untragbare Zustände“ hätten die Beamten der Abteilung Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Heilbronn vor Ort vorgefunden, als sie das Geschäft Mitte April kontrollierten. Lebensmittelrechtliche Auffälligkeiten habe es gegeben.
Stadt Heilbronn schließt Lebensmittelladen nach zahlreichen Verstößen
Im Juli hat die Stadt Heilbronn das Geschäft dicht gemacht. Es sei in den Monaten zuvor zu zahlreichen Verstößen gekommen. Gegen lebensmittelrechtliche, jugendschutzrechtliche, abfallrechtliche, gewerberechtliche und baurechtliche Bestimmungen sei „beharrlich verstoßen“ worden. Verdorbene Lebensmittel seien festgestellt und Tabakprodukte an Jugendliche verkauft worden, hieß es damals. Wenige Wochen später eröffnete an selber Stelle ein neuer Betreiber. Auch er bietet orientalische Produkte zum Verkauf an.
Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft geht es in der Anklage nur um Steuerdelikte im Zusammenhang mit Tabakprodukten.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare