Berberich: Zukunft mit Papier
Das Heilbronner Familienunternehmen Berberich sieht sich gut für künftige Herausforderungen gerüstet. Nachhaltigkeit wird in der Branche immer wichtiger.

Papier hat Zukunft." Davon ist man bei Berberich fest überzeugt. Das Heilbronner Traditionsunternehmen, das heute der einzige unabhängige familiengeführte Papiergroßhändler in Deutschland ist, hat in seiner mehr als 150-jährigen Geschichte schon einiges erlebt und viele Veränderungen durchgemacht. Doch Papier war immer der Kern des Geschäfts und soll es auch bleiben. "Seine unverwechselbare Haptik und Sinnlichkeit machen den Werkstoff Papier zum perfekten Medium für starke Markenbotschaften", sagt Marketingleiterin Britta Ketzler. Vom papierlosen Büro, das seit Jahrzehnten angekündigt wird, spüren die Heilbronner nichts. "Da hat sich nicht viel geändert", sagt Ketzler.
Digitalisierung als großer Trend
Aber natürlich bleibe die Digitalisierung ein wichtiger Trend, der auch Auswirkungen auf die Papierbranche habe. "Das Gedruckte in klassischen Märkten wird weniger", heißt es bei Berberich. Im Gegenzug steigen die Anforderungen der Kunden an Papierprodukte: Edler, vielseitiger und individueller müssten diese heutzutage sein, sagt die Marketingleiterin. Der Bedarf an Spezialpapieren und speziellen Kartonen nehme entsprechend zu. Berberich hat auf diese Entwicklung reagiert und im vergangenen Jahr den Markenauftritt neu gestaltet. Seither tritt das Unternehmen mit den beiden Geschäftsbereichen Berberich Papier und Berberich Systems am Markt auf. Zum Segment Papier gehören etwa Briefhüllen und Versandtaschen, Büropapiere, grafische Papiere und Verpackungsmaterial. Zu Berberich Systems zählen Ringbücher, Ordner, Mappen, Kalender oder Einzelverpackungen. "Wir wollten mit dieser Markenstrategie unsere Schwerpunkte gezielt herausarbeiten", erläutert Ketzler diesen Schritt.
350 Mitarbeiter an acht Standorten
Das 1863 gegründete Heilbronner Unternehmen sieht sich gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Berberich beschäftigt aktuell rund 350 Mitarbeiter und betreibt acht Standorte - neben der Zentrale in Heilbronn gibt es Niederlassungen in Abstatt, Hannover, Hofheim-Wallau, Langenfeld, Lippstadt, Ottobrunn und im österreichischen Wiener Neudorf. Zu Umsatz und Gewinn macht das Familienunternehmen keine Angaben. Britta Ketzler sagt aber: "Die Geschäfte laufen gut." Nach dem coronabedingten Einbruch im vergangenen Jahr ziehe die Nachfrage wieder deutlich an. Wie viele Wettbewerber hat Berberich höhere Preise im Großhandelssegment angekündigt. Um sieben bis zehn Prozent werde man die Preise erhöhen, Gründe sind unter anderem gestiegene Rohstoffpreise und höhere Transport- und Logistikkosten. "Dieses Jahr ist sehr herausfordernd für die ganze Branche", sagt die Marketingleiterin.
Sehr aktiv in Sachen Nachhaltigkeit
Berberich verstärkt auch seine Aktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit. Seit den 1980er Jahren ist das Unternehmen bereits mit den Siegeln FSC und PEFC zertifiziert und hat Recyclingpapier mit dem Blauen Engel im Angebot. Außerdem wurde unter dem Namen Vivus eine eigene Recycling-Marke eingeführt. Seit 2016 sind die Heilbronner zudem Mitglied von B.A.U.M., einem Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften. Und im Januar ist Berberich der Initiative Pro Recyclingpapier beigetreten, um das Thema weiter voranzutreiben. Erklärtes Ziel des Familienunternehmens sind "umweltfreundliche Lösungen, die sich in der gesamten Produktions- und Konsumkette wiederfinden", sagt Britta Ketzler.
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