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Heilbronner "Brunnen"-Hersteller sieht die digitale Konkurrenz gelassen

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Eine breite Aufstellung im Portfolio und in den Märkten und eine bekannte Marke - das sind die Pfunde, mit denen Baier & Schneider wuchern kann. Seit 144 Jahren ist das Traditionsunternehmen im Bereich Papier-, Büro- und Schreibwaren aktiv, die Marke Brunnen ist weit über Deutschland hinaus bekannt.

Geschäftsführer Matthias Schneider im nagelneuen Showroom von Baier & Schneider am Stammsitz in der Heilbronner Wollhausstraße.
Jürgen Paul
Geschäftsführer Matthias Schneider im nagelneuen Showroom von Baier & Schneider am Stammsitz in der Heilbronner Wollhausstraße. Jürgen Paul  Foto: Alternativer Fotograf

Geschäftsführer Matthias Schneider lässt sich nicht von den Unkenrufen aus der Ruhe bringen, die das Ende von Papierprodukten prophezeien. "Wir sind insgesamt nicht in einer Wachstumsbranche tätig", räumt Schneider ein. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Umsätze bei Baier & Schneider kontinuierlich sinken. "Die Lage in der Gruppe ist nicht pauschal darstellbar", sagt der Geschäftsführer. Der Bedarf im Schulbereich etwa steige seit einiger Zeit. Hier hängt das Unternehmen von der demografischen Entwicklung ab. Wächst die Bevölkerung, gibt es mehr Schulkinder - entsprechend steigt die Nachfrage nach Blocks, Heften, Mäppchen oder Schreibgeräten.

Dass die Prognosen für Europa aufgrund der Zuwanderung eher von steigenden Bevölkerungszahlen ausgehen, freut die Heilbronner natürlich. "Im Schulbereich machen wir uns überhaupt keine Sorgen", sagt Schneider.

 


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Der Bedarf an Schulmaterial nimmt eher zu

Auch die vielzitierte Digitalisierung an den Schulen ändere daran zunächst nichts. "Das betrifft vor allem die Infrastruktur", sagt der Geschäftsführer, der davon überzeugt ist, dass Schüler auch in Zukunft vor allem auf Papier schreiben und rechnen werden. Die digitale Kompetenz sieht er eher als Ergänzung im Schul- und Studienbetrieb. "Schreiben ist eine Kulturtechnik", sagt Schneider. Und mit den Student-Blöcken verfügt Baier & Schneider über ein bei Schülern und Studenten überaus beliebtes Produkt, das erst kürzlich mit einem hochwertigeren Papier und einem edleren Design aufgepeppt wurde.

Junge Leute nutzen Kalender als Tagebuch

Etwas anders sieht es im zweiten wichtigen Bereich Kalender aus. "Dieses Segment ist leicht rückläufig", sagt Schneider. Vor allem in den Büros haben die Kalender nicht mehr die Bedeutung von einst - Outlook und Smartphone lassen grüßen. Großer Beliebtheit erfreuen sich aber weiterhin Wandkalender, die das ganze Jahr abbilden. "Diese Übersicht ist digital so nicht möglich", sagt der Geschäftsführer. Das gelte auch für den privaten Bereich, wo etwa Familienkalender stark nachgefragt sind.

Was Schneider besonders freut: Obwohl jeder Jugendliche über ein Smartphone mit Kalenderfunktion verfügt, stehen Taschenkalender hier hoch im Kurs. "Die jungen Leute nutzen das als Diary, also als Terminkalender und Tagebuch", hat er festgestellt.

 


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Corona hat sich in einigen Segmenten deutlich ausgewirkt

Dieses Schlampermäppchen ist nur eines von vielen neuen Produkten.
Dieses Schlampermäppchen ist nur eines von vielen neuen Produkten.  Foto: Alternativer Fotograf

Die anderen Geschäftsbereiche Kreativ, Schenken und Werbeartikel entwickeln sich Schneider zufolge grundsätzlich stabil, haben aber unter der Corona-Pandemie gelitten. "Es gab ja keine Anlässe", verweist er auf fehlende Events sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich. Er hofft, dass bald wieder mehr Werbeartikel wie Kalender verschenkt werden und die Verbraucher beim Verschenken Wert auf eine schicke Verpackung legen.

Auch nachhaltige Recyclingprodukte hat das Unternehmen im Portfolio. "Die Nachfrage ist aber gering", sagt Schneider. Der Anteil an Heften oder Blocks aus Recyclingpapier liege bei gerade einmal zwei Prozent. Letztlich, so hat Schneider beobachtet, kaufe der Kunde das Produkt, das ihm am besten gefällt.

Das Unternehmen ist vor allem in Nordeuropa stark

Für das Geschäftsjahr 2021/22, das am 31. März 2022 endet, zeigt sich der Geschäftsführer zuversichtlich, denn auch der Export läuft wieder ordentlich. Die Schneider-Gruppe ist vor allem "nördlich der Alpen unterwegs", wie Schneider es ausdrückt. Standorte gibt es in der Schweiz, in Finnland, Estland, Lettland, Schweden und Norwegen. Auch Osteuropa sei mittlerweile ein guter Markt. Der Umsatz lag mit 120,7 Millionen Euro zuletzt etwas niedriger als im Vorjahr.

 


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Bekenntnis zum Standort Heilbronn

Das Herz der Gruppe schlägt weiterhin in Heilbronn, wo 550 der 700 Mitarbeiter am Stammsitz in der Wollhausstraße und im Logistikzentrum in den Böllinger Höfen beschäftigt sind. Regelmäßig werde in die Produktion investiert, sagt Schneider, zuletzt in eine vollautomatische Querterminkalendermaschine. Eine Verlagerung ins Ausland ist für das Familienunternehmen keine Option. Seit diesem Sommer gibt es in der Zentrale einen neuen, großzügigen Showroom. Hier zeigen die Heilbronner ihren Kunden nicht nur neue Produkte wie edle Schlampermäppchen, sondern auch, wie man die Warenpräsentation im Geschäft optimieren kann.

 
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