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Zu viele Hotelbetten in Heilbronn? Neue Betreiber des Mercure sehen gute Chancen

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Im September öffnet das frühere Mercure-Hotel in Heilbronn unter anderer Flagge. Der neue Betreiber, die britische Hotelkette Premier Inn, setzt auf zweckmäßige Zimmer. Trotz der Debatte um zu viele Hotelbetten in Heilbronn: Die Verantwortlichen der Hotelkette sehen hier Potenzial.

Das frühere Mercure-Hotel am Bollwerksturm öffnet bald unter neue Flagge und in neuer Optik.
Das frühere Mercure-Hotel am Bollwerksturm öffnet bald unter neue Flagge und in neuer Optik.  Foto: HSt/Archiv (groß) / Christoph Donauer (rechts)

Die britische Hotelkette Premier Inn hat das Mercure-Hotel am Bollwerksplatz übernommen. Geplant ist, dass die Umbauarbeiten bis Ende August abgeschlossen sind und das Hotel in der ersten Septemberwoche öffnet. Warum die Wahl auf Heilbronn fiel und was Übernachtungsgäste zu erwarten haben, haben zwei Premier-Inn-Verantwortliche im Gespräch mit unserer Redaktion verraten.

"Wir sehen im Premium-Economy-Segment noch sehr viel Potenzial, überall in Deutschland", sagt Inge van Ooteghem, Chief Operating Officer von Premier Inn Deutschland. Bisher verteile sich der Bestand vor allem auf günstige und hochpreisige Hotels, die Briten wollen sich dazwischen ansiedeln. Die Zielgruppe sind dabei vornehmlich Städte- und Geschäftsreisende, die zwischen einer und drei Nächten bleiben.

Zu viele Betten in Heilbronn? Das sieht der Premier-Inn-Immobilienchef anders

Von Heilbronn ist Michael Hartung, der als Development Director das Immobiliengeschäft von Premier Inn verantwortet, angetan gewesen. "Ich finde das sehr spannend, wie sich dort ein Hightech-Bereich entwickelt." Noch dazu seien Stadt und Region mit zwei Autobahnen logistisch gut erschlossen. Kurzum: "Es war für uns einfach, zu entscheiden: Wir machen das." Die Sorge, dass es in Heilbronn inzwischen zu viele Hotelbetten gibt, teilt Hartung nicht. "Wir haben uns den Bestand natürlich sehr genau angeschaut."

Punkten wollen die Briten mit hochwertigen Betten. Die Matratzen werden deshalb immer ausgetauscht, auch im früheren Mercure-Hotel in Heilbronn. Die Raumzuschnitte der 140 Zimmer seien dagegen gut, so dass dort laut Hartung wenig verändert werden musste. Premier Inn setzt insgesamt auf eine zweckmäßige Ausstattung: ein Kühlschrank fehlt, Kleider müssen in einem schmalen Schrank mit Bügeln unterkommen, es gibt löslichen Kaffee und Teebeutel. Einen Wellnessbereich sucht man vergeblich.

Es bleibt dabei: Ein Restaurant wird es mit den neuen Betreiber am Bollwerksplatz nicht mehr geben

Auch ein Restaurant wie das La Girafe, das bisher im Erdgeschoss des Mercure-Hotels untergebracht war, wird es nicht mehr geben. Premier Inn wird dort die Rezeption, die Frühstücksräume und eine Bar samt Sitzgelegenheiten unterbringen. "Wir sind kein Restaurantbetreiber", sagt Hartung zur Erklärung. "Das musst du entweder richtig machen, oder du lässt es."

Ein Zimmer der Hotelkette Premier Inn, die das Mercure-Hotel in Heilbronn übernommen hat. Es soll im September unter neuer Flagge öffnen.
Ein Zimmer der Hotelkette Premier Inn, die das Mercure-Hotel in Heilbronn übernommen hat. Es soll im September unter neuer Flagge öffnen.  Foto: Donauer, Christoph

Den Betreibern sei daran gelegen, dass Restaurants im Umfeld von Hotelgästen profitieren und der Standort somit attraktiv bleibt. Besonders in Heilbronn sei das Angebot an Gastronomie ohnehin groß. Kleine Snacks wie Pizza, Burger und Toasts werde es in der Bar des Premier Inn trotzdem geben. "Die ist natürlich für die Öffentlichkeit zugänglich."

Eigenes Team soll dafür sorgen, dass die Hotelöffnung in Heilbronn reibungslos verläuft

Unter neuer Flagge und dem Namen "Heilbronn City Centre" soll das Hotel seine Türen im September wieder öffnen. Buchbar sind die Zimmer laut Internetseite von Premier Inn ab 8. September, eine Übernachtung ist für 64 Euro zu haben. Ausflugsziele sowie Restaurants und Aktivitäten in Heilbronn und der Region listet die Hotelkette auf einer eigenen Seite.

Der Öffnungsprozess werde gut vorbereitet, erklärt Inge van Ooteghem: So gebe es ein Hotelteam, das in ganz Deutschland unterwegs ist und nur Hotelöffnungen begleitet. "Dadurch gehen die Öffnungen schneller und sind standardisiert." Eine Nacht vor der Eröffnung übernachten außerdem die Mitarbeiter selbst sowie deren Familie oder Freunde in dem Hotel, um alles zu testen. "Es wird gegessen, getrunken und geschlafen, damit für die Gäste alles funktioniert." Anschließend übernimmt der Hotelmanager vor Ort, der noch bis zu vier Wochen von einem Trainingsteam begleitet werden kann.

In Deutschland ist Premier Inn 2016 gestartet und gilt derzeit als am schnellsten wachsende Hotelmarke. Zuletzt öffneten die Briten ihr 51. Hotel in Darmstadt, auch in Mannheim, Stuttgart, Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg gibt es Standorte.

 

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