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Neue Buchungsoptionen: Online-Offensive soll Schub für das Heilbronner Radhaus bringen

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Es gibt künftig weitere Möglichkeiten, um die Fahrrad-Stellplätze in der Parkgarage am Heilbronner Bahnhof zu buchen. Die Stadtverwaltung plant zudem ein offizielles Einweihungsfest des Radhauses am 13. Mai.

Mit einem Fest rund um das Heilbronner Radhaus soll die Parkgarage offiziell eingeweiht werden.  Foto: Archiv
Mit einem Fest rund um das Heilbronner Radhaus soll die Parkgarage offiziell eingeweiht werden. Foto: Archiv  Foto: Seidel

Am Heilbronner Radhaus scheiden sich bisher die Geister. Für die einen ist es ein architektonisches Leuchtturmprojekt, für die anderen eine teure Fehlkonstruktion. Nun will die Stadt mit Einführung eines Online-Buchungssystems und einer Werbeoffensive dafür sorgen, dass die insgesamt 122 Stellplätze für Fahrräder stärker genutzt werden.

Bisher sind im gläsernen Turm am Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof meist nur vereinzelte Fahrräder zu sehen. Das liegt zum einen an den technischen Problemen, mit denen Nutzer im vollautomatischen Fahrradparkhaus immer wieder zu kämpfen hatten, zum anderen an den eingeschränkten Buchungsmöglichkeiten.

„Die Wahrnehmung bei vielen interessierten Kommunen von außen ist sehr positiv, die von innen leider noch nicht“, gibt Baubürgermeister Andreas Ringle in der Bauausschusssitzung des Gemeinderates zu.


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Um dies zu ändern, führt die Stadt eine Online-Buchungsplattform mit der dazugehörigen App ein, die es künftig ermöglicht, einen Stellplatz von zu Hause aus oder vor Ort per App zu buchen und das Fahrrad mit diesem elektronischen Ticket einzulagern. Bisher war eine Bezahlung nur per Giro- und Kreditkarte möglich, ein Kritikpunkt bei potenziellen Nutzern.

Neue Buchungsplattform vorgestellt

„Mit ein paar Klicks erhalten Kunden einen QR-Code, mit dem man sich schnell anmelden kann“, erläutert IT-Spezialist Ingo Krautschneider den Gemeinderäten die neue Plattform, die der Software-Spezialist Designa Digital Solutions für die Firma Wöhr aus Friolzheim entwickelt hat. Wöhr hat auch das rund 1,1 Millionen Euro teure Radhaus gebaut. 2017 waren die Planer noch von Gesamtkosten von 500.000 Euro ausgegangen. Die erheblichen Kostensteigerungen hatten in den vergangenen Jahren für gewaltigen Ärger im Gemeinderat gesorgt, so dass das Projekt zeitweise sogar ganz auf der Kippe stand.

Mehrkosten kämen auf die Stadt durch die Online-Buchungsplattform aber nicht mehr zu, wie Pressesprecherin Claudia Küpper versichert. Dennoch sorgte das Radhaus im Ratsrund für weitere rege Debatten. So machte FDP-Stadtrat Gottfried Friz seinem Ärger Luft. Mit zynischem Unterton regte er an, das Glashaus an „die vielen interessierten Kommunen“ zu verkaufen und damit nebenbei Raum für die Umgestaltung des Willy-Brandt-Platzes zu gewinnen. 

Hemmschwellen bei Interessierten abbauen

„Wegen der anfänglichen Probleme hat das Radhaus ein Imageproblem“, um so wichtiger sei eine umfassende Marketingkampagne, stellt Elke Roth (CDU) fest. Gleichzeitig befindet sie das Verfahren speziell für spontane Nutzer als zu kompliziert. Eva Luderer (Grüne) meint, „hoffen wir, dass das alle kapieren“, während Tanja Sagasser-Beil (SPD) davon ausgeht, dass beim Tag der offenen Tür und weiteren Info-Aktionen Hemmschwellen abgebaut werden. Zudem regte sie den Bau eines Vordaches und einer Gepäckablage an. 

Andreas Ringle kündigt an, die Vorschläge zu prüfen. Auch schwerere Fahrräder sollen künftig einen Zugang erhalten. Zunächst aber soll das Radhaus mit einem Radlerfest am Samstag, 13. Mai, auch offiziell eingeweiht werden. „Hoffen wir, dass der 13. kein schlechtes Omen ist“, gibt Konrad Wanner (Linke) zu verstehen, der das Radhaus „optisch toll“ nennt, aber auch wie Raphael Benner (AfD) die „Lücken in der Nutzung“ nicht übersieht. Von 13 bis 16 Uhr können die Bürger die Parkgarage ausgiebig testen. „Wir wollen damit stärker für das Angebot werben, damit das Radhaus auch in der öffentlichen Wahrnehmung ein Erfolgsmodell wird“, betont Ringle.

 

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