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Zwei Familien betroffen: Heilbronn lehnt erstmals Ukraine-Flüchtlinge ab

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Baden-Württemberg hat aktuell die Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine übertroffen. Deshalb hat Heilbronn am Donnerstag zwei Familien weitergeleitet – in ein Nachbarbundesland.

Erstmals hat Heilbronn Flüchtlinge aus der Ukraine abgelehnt und in ein anderes Bundesland verwiesen. Das teilte Suse Bucher-Pinell, Sprecherin der Stadtverwaltung, auf Nachfrage der Heilbronner Stimme mit. Demnach wurden am Donnerstag zwei Familien mit acht Personen nach Bayern weitergeleitet.

Das ist möglich, weil Baden-Württemberg aktuell die Quote an Aufnahmen von Ukraine-Flüchtlingen übertroffen hat. Bayern liegt dagegen deutlich im Minus. "Beide Familien haben die Weiterleitung akzeptiert", so Bucher-Pinell zur Reaktion der Flüchtlinge auf die Entscheidung.


Ukrainische Flüchtlinge von Heilbronn nach Bayern weitergeleitet: Bundeseinheitliches Verfahren

Nach der Ankunft in Heilbronn seien umgehend biometrische Daten erfasst worden, führt die Rathaussprecherin aus. Außerdem seien die Neuankömmlinge im bundeseinheitlichen Verfahren "Free" erfasst worden. Diese Programm benenne den Zielort, an den weitervermittelt werden könne.

"Die Weiterleitung ist in diesem Verfahren beschränkt auf Personen, die keine familiären Bezüge, eigenen Wohnraum oder einen Arbeitsplatz am Standort haben, an dem die biometrischen Daten erfasst werden." Dadurch sei sichergestellt, dass keine sozialen Härten entstünden.

Betroffene Familien aus der Ukraine wurden zum Bahnhof begleitet

Zuletzt beschäftigte viele Menschen in der Region der hohe Anteil an Roma-Familien unter Ukraine-Flüchtlingen, deren Unterbringung teils schon zu Problemen geführt hat. Zur Frage, ob es sich bei den weitergeleiteten Menschen um Angehörige der ethnischen Minderheit handelt, machte Bucher-Pinell allerdings keine Angaben. Es gebe keine statistischen Erhebungsmerkmale zu einzelnen Volksgruppen. Daher könne man keine Aussage treffen. Beide Familien stammten aus der Ukraine.

Für die Weiterleitung von Ukraine-Flüchtlingen wird nach Angaben der Stadt ein Bahnticket und bei Bedarf die Finanzierung von Proviant und gegebenenfalls eine Unterbringung bereitgestellt. Der konkrete Umfang der Unterstützung sei abhängig von der Reisedauer und der Abfahrtsuhrzeit am Reisetag. Beide Familien seien am Donnerstag zum Bahnhof begleitet worden und hätten erforderliche Informationen zur Reise erhalten.

 

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